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Wirt mit Leib und Seele

31.12.2016

Im Silvesterklassiker „Dinner for One“ heißt es: „The same procedure as every year“ – und so wird auch heute wieder zum Jahreswechsel unter anderem der bekannte Hit „Happy New Year“ von Abba gespielt werden. Auf der Silvesterparty im Ganderkeseer Schützenhof wird es nicht anders sein. Im Vergleich zu vielen anderen Silvesterpartys sorgt hier mit Markus Hansen (51) der Inhaber höchstpersönlich für Musik und Stimmung.

Schon früh begann Markus’ Interesse für die Musik. Sein Geld, das er sich als Zeitungsausträger verdiente, legte er gleich wieder in Schallplatten an. Discjockey, das war sein Traum. Seine Eltern unterstützten ihren Sohn und schenkten ihm zu Weihnachten eine kleine Musikanlage. Als er 16 war, durfte er sich bei einem Gastwirt als DJ beweisen, und der Veranstalter und die Gäste waren mehr als zufrieden: DJ Markus wurde nun immer öfter gebucht. „Es geht mir das Herz auf, wenn die Gäste zu der von mir ausgewählten Musik das Tanzbein schwingen und so richtig in Stimmung kommen“, schwärmt Markus. „Tanzt Du selbst auch gerne?“, war meine Frage. „Ich und tanzen? Das überlasse ich lieber den anderen!“, bekomme ich zur Antwort.

Aufgewachsen ist Markus Hansen in Uerdingen, einem Stadtteil von Krefeld. Neben der Musik spielte er leidenschaftlich gerne Fußball und er ist heute noch Fan von Borussia Dortmund. Nach seinem Realschulabschluss wäre er gerne Radio- und Fernsehtechniker geworden, allerdings gab es zu der Zeit nur wenige Ausbildungsplätze. Seine Mutter erfuhr zufällig, dass eine Heizungs- und Sanitärfirma noch einen Auszubildenden zum Groß- und Einzelhandelskaufmann suchte. Anfangs etwas skeptisch, aber dann war Markus Hansen sehr zufrieden mit seiner Berufswahl, so dass er auch nach seiner Bundeswehrzeit diesem Beruf treu blieb – erst in einem Großhandel für Autoersatzteile und dann zehn Jahre in einem Getränkegroßhandel. Auf einer Party, wo er wieder einmal als DJ tätig war, lernte er seine spätere Ehefrau Silke kennen. Sie arbeitete in der Gastronomie und schlug vor: „Wollen wir nicht unsere eigene Gaststätte eröffnen?“ Und Markus wollte! In ihrer Heimatstadt Uerdingen konnten sie die Gaststätte „Zum alten Gottfried“ pachten.

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Nach fünf Jahren als selbstständige Gastronomen brauchten beide eine Veränderung. Durch Bekannte erfuhren sie, dass das Restaurant „Wolters“ neue Pächter suchte. Unter der Leitung des Ehepaars Hansen wurde das „Wolters“ schnell zu einer beliebten Eventlocation und das erste Haus am Platz. Hier konnte man nicht nur gut essen, sondern auch sehr gut feiern. „Uns hat diese Zeit ganz viel Spaß gemacht!“, schwärmt Markus noch heute. Aber leider sorgte der Verpächter immer wieder für Ärger, und aus Frust darüber verlängerte das Ehepaar den Pachtvertrag auch nicht wieder. Im März 2012 trennte sich Markus vom „Wolters“ und nur wenige Wochen später verstarb seine Ehefrau Silke plötzlich und unerwartet. Markus und der inzwischen 18-jährige Sohn Nils waren nun auf sich alleine gestellt.

Zufällig lernte er in einer Gaststätte die Oldenburgerin Michaela Berardinelli kennen, die in Uerdingen zu Gast bei Freunden war. Auch Michaela hatte schon in der Gastronomie gearbeitet und beide entschieden sich 2013 für einen Neuanfang in Bremen. „Ich war schon mit meiner Ehefrau Silke in Bremen und schon da hatte ich den Wunsch, einmal in dieser Stadt zu wohnen“, erzählt Markus Hansen. „In so einer Großstadt wie Bremen wird es wohl nicht so schwierig sein, eine geeignete Gastronomie für uns zu finden“, waren sich Michaela und Markus ganz sicher. Der Euphorie folgte die große Ernüchterung. In Bremen war nichts Passendes zu finden. Ein Getränkegroßhändler gab den beiden dann den entscheidenden Tipp: „Schaut Euch mal in Ganderkesee den Schützenhof an.“ „Diese Gaststätte hat uns auf Anhieb gefallen!“, verrät Markus. Dann ging alles ganz schnell und seit dem 10. Juli 2014 läuft das Ganderkeseer Traditionslokal nun unter der Leitung von Michaela und Markus. Von Woche zu Woche stieg die Anzahl der Gäste, denn alle merkten schnell, dass die beiden neuen Inhaber mit Leib und Seele dabei sind.

In einem hat sich Markus Hansen aber gewaltig getäuscht: Vor dem Umzug nach Bremen verkaufte er alle seine Requisiten, die irgendetwas mit Karneval oder Fasching zu tun hatten. „Die da oben in Norddeutschland wissen gar nicht was das ist!“, war sich Markus ganz sicher. „Ich war total überrascht, wie groß hier Fasching gefeiert wird. Hätte ich meine Sachen nur nicht verkauft.“

Wie mir Markus versicherte, haben er und Michaela zu keiner Sekunde bereut, den Schützenhof übernommen zu haben. „Wir haben genau das gefunden, was wir schon immer gesucht haben. Wir sind angekommen!“

Markus Hansen,Wirt des Ganderkeseer Schützenhofs

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