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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wo Äpfel und Birnen begehrt sind

17.05.2014

Wildeshausen Die grüne Kiste ist voll mit Obst. Elisa Renken öffnet die eingeschweißten Plastikboxen, in denen sich jeweils fünf Abate-Birnen befinden und legt sie ins Regal. Die faulen mustert sie aus. Mit 20 Jahren ist sie mit Abstand die Jüngste, die sich bei der Wildeshauser Tafel engagiert. Die Frauen und Männer, die neben ihr ebenfalls Äpfel sortieren, könnten alle Elisas Omas und Opas sein. Das hat Elisa schon erstaunt. Doch das stört sie nicht. „Ich wollte schon immer mal bei so einer Sache helfen. Doch Schule und Arbeit haben das bislang verhindert. Die Tafel halte ich für sinnvoll“, erzählt sie. „Die Atmosphäre im Team ist gut, die Hilfsbereitschaft groß und die Arbeit abwechslungsreich.“

Vier Monate engagiert sich die Wildeshauserin bei der Tafel. Diese Zeit liegt zwischen ihrem Aufenthalt als Au-Pair-Mädchen im englischen Manchester und dem Beginn ihrer Ausbildung. Ab August lernt Elisa in einem Berliner Hotel den Beruf der Veranstaltungskauffrau.

Bei der Tafel sortiert Elisa aber nicht nur Obst. Sie packt auch Lebensmittelpakete für bedürftige Personen, die nicht mehr den Weg zur Tafel auf dem Gelände der Behinderteneinrichtung Himmelsthür schaffen und die die Pakete nach Hause geliefert bekommen. Die Kunden leben nicht nur aus Wildeshausen, sondern auch aus Dötlingen und Harpstedt.

Aber auch bei der Lebensmittelausgabe hilft sie ab und an, sofern sie nicht Geld verdienen muss. Zwei- bis dreimal pro Woche jobbt sie in einem Baumarkt.

Peter Krönung, der Vorsitzende des Vereins Wildeshauser Tafel, hält es nicht für selbstverständlich, dass eine junge Frau wie Elisa bei der Tafel hilft. „Das kommt selten vor und ist daher umso anerkennenswerter.“ Elisa sei ein Vorbild für andere junge Leute. Krönung: „Schüler könnten sich während der Sommerferien bei der Tafel engagieren.“ Der Zeitaufwand sei nicht übermäßig: einmal pro Woche vormittags für einige Stunden. Es müssten ja auch nicht alle sechs Wochen sein und nicht unbedingt die Tafel. Es gebe auch andere soziale Einrichtungen, die sich über ehrenamtliche Hilfe freuen würden.

In Wildeshausen versorgt die Tafel derzeit 140 Haushalte. Krönung rechnet hier pro Haushalt drei Personen. Die Wildeshauser Tafel ist aber auch in Ahlhorn aktiv. Dort sind es 160 Haushalte mit jeweils vier bis fünf Personen. „Die Lebensmittel entlasten das Budget der Familie, um sich auch mal neue Schuhe oder Kleidung kaufen zu können“, erklärt Krönung ein weiteres Ziel der Tafel.

„Wer hier mal gearbeitet hat, weiß den eigenen, stets gut gefüllten Kühlschrank zu schätzen“, zieht Elisa eine erste Bilanz ihrer Erfahrungen. Sie findet es gut, dass die Märkte viel Obst spenden. „So lernen Kinder bedürftiger Familien auch mal anderes Obst als Äpfel und Birnen kennen.“

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Wildeshauser Tafel | Tafel | Himmelsthür