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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Naturschutz: Wo Schwalben noch ein Zuhause haben

21.08.2015

Döhlen Wenn Hans-Hermann Bruns in diesen Tagen den kleinen alten Stall auf seinem Hof in Döhlen betritt, wird er dort nicht nur von den Kälbern begrüßt, die hier ihren Platz haben. Über den Köpfen der Tiere wirbeln die Flügel von zahlreichen Rauchschwalben, die auf der Jagd nach Fliegen sind. Fast jeder kleine Winkel des Stalls ist belegt mit Nestern aus Lehm und Stroh und aus den meisten schauen noch die kleinen Köpfe des Schwalben-Nachwuchses. Sobald sich in der Nähe etwas bewegt, ragen die Köpfe nach oben und die Schnäbel werden weit aufgesperrt.

Der kleine, relativ dunkle Stall ist einer von wenigen übrig gebliebenen Plätzen, an denen die Rauchschwalben optimale Bedingungen für ihren Nachwuchs vorfinden. „Als ich vor 45 Jahren nach Döhlen kam, gab es in der Gegend noch fast 30 kleinere Hofstellen“, erinnert sich Bruns.

Für die „Duldung und Förderung von Schwalbennestern“ gehörte er mit dem Milchviehbetrieb der Familie in diesem Jahr zu den Preisträgern des Umweltschutzpreises der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg. Das war dem Landwirt fast ein wenig unangenehm. Viel tun müsse seine Familie ja nicht für die Schwalben.

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„Die sind einfach da. Natürlich achten wir darauf, die Nester nicht zu beschädigen, wenn wir Spinnweben wegfegen, aber das ist auch schon alles.“ Auch für die Nester der Mehlschwalben, die es heller mögen und unter den Dachüberständen der Hofgebäude brüten, muss Bruns nicht viel tun.

Dass die Vögel ihm trotzdem am Herz liegen, merkt man im weiteren Gespräch. „Es ist schön, wenn die ersten Schwalben auftauchen und wir wissen, dass jetzt endlich der Frühling kommt“, sagt der Landwirt und lächelt. Im Stall hat Bruns einen Draht gespannt, auf dem die erwachsenen Tiere abends in einer langen Reihe sitzen. „60 bis 70 Schwalben können dann hier drin sein“, sagt er. Für die Kälber sind die Schwalben ohnehin ein Segen. Es ist Wahnsinn, wie viele Fliegen die hier wegfangen“, sagt Bruns.

Wie selten gute Brutplätze für die Tiere geworden sind, zeigt sich auch an ihrem Erfindungsreichtum, wenn es darum geht, noch eine Nische für ein Nest zu finden. Im Vorraum des Melkstandes greift Bruns auf ein Regal, und hebt vorsichtig ein Ladegerät mit Akku herunter. Vier winzige Vögel kuscheln sich in dem Nest aneinander, dass die Eltern auf dem Ladegerät gebaut haben. „Den Akku können wir jetzt natürlich nicht benutzen“, sagt Bruns mit einem Lachen.

Im großen Kuhstall nebenan sind nur sehr wenige Schwalben unterwegs, auch Nester sind kaum zu sehen. „Hier ist es zu hell und es gibt zu wenig Nischen, in denen sie bauen können“, sagt Bruns – so wie in den meisten modernen Ställen.

Generell findet Bruns, werde der Beitrag der Landwirtschaft zum Naturschutz unterschätzt. Zudem mache die wirtschaftliche Situation vor allem den kleinen Betrieben wie dem der Familie Bruns zu schaffen – bei den derzeitigen Milchpreisen könne so ein Hof auf Dauer nicht überleben. Das hätte nicht nur Konsequenzen für die Familien und die von der Landwirtschaft abhängigen Branchen – sondern auch für die Artenvielfalt.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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