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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Bambis Rettung kommt per Drohne

20.04.2019

Wohlde /Ganderkesee „Der große Trend wird noch kommen.“ – Stephan Neitzel ist da ganz sicher. Der Einsatz von Drohnen werde die Arbeit in einigen Branchen in Zukunft stark verändern. Zum Beispiel in der Landwirtschaft, durch gezieltes Düngen. In Wohlde stellten der Inhaber der Firma SYSWE (Ganderkesee) und Jens Witte vom Hegering Harpstedt ein anderes, neues Einsatzgebiet vor: die Thermographie-Drohne als Helfer in der Wildtierrettung.

Worum es geht: Jährlich sterben in der Brut- und Setzzeit (1. April bis 15. Juli) abertausende Tiere durch die Mahd. Die Nachkommen von Hase, Reh und Fasan sind betroffen, auch Bodenbrüter wie Kiebitz, Lerche, Ente.

Oft bedeute das instinktive Verhalten für die Tiere das eigene Todesurteil, erklärte Jens Witte, Obmann für Natur-, Umweltschutz und Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Harpstedt. „Das Rehkitz hat in seinen ersten Tagen keine Fluchtreflexe.“ Die Ricke laufe weg, wenn der Mähdrescher kommt, doch das Kitz bleibe, es versuche sich zu ducken.

Um die Tiere zu retten, gibt es mehrere Möglichkeiten. So werden kurz vor der Mahd Knistertüten in der zu mähenden Fläche aufgestellt, laute Geräusche erzeugt, Flächen mit Hunden abgesucht.

Was Neitzel und Witte jetzt auf einem Roggenfeld in Wohlde zeigten, zielt auf eine Rettung aus der Luft. Über dem Getreide ließ SYSWE-Mitarbeiter Johannes Scheel eine Drohne mit zwei Kameras aufsteigen – eine für Lichtbilder, die andere für Wärmebilder. Scheel lenkte den Flugkörper, vor sich einen Monitor mit den übertragenen Aufnahmen.

Möglichst am Morgen

Mit der Thermographie ließen sich Temperaturunterschiede auf dem Boden von 0,1 Grad feststellen, sagte Neitzel – also locker genug, um Rehe oder Hasen zu orten. Allerdings werde der Temperaturunterschied zwischen den Tieren und ihrer Umgebung mit zunehmender Sonneneinstrahlung geringer. Will heißen: Die besten Resultate seien in den Morgen- oder Abendstunden zu erzielen. Neitzel: „Von einer Thermographie in der Mittagszeit würde ich abraten.“

Der fliegende Lebensretter, den Neitzel und Scheel mitgebracht hatten, „kostet komplett etwa 40 000 Euro“. In 100 Meter Höhe überm Roggenfeld „stationiert“, lieferte er Aufnahmen selbst aus Wildeshausen oder Harpstedt.

Aber eine so teure Technik brauche man zur Tierrettung natürlich nicht, stellte Neitzel klar. Sein Unternehmen verleihe kleinere Geräte, „auch europaweit“.

Die Akkuleistung reiche für etwa 15 Minuten. Laien, so schätzt er, könnten in 30 Minuten etwa einen Hektar absuchen, „wir selbst brauchen dafür etwa zwei Minuten“. Die Geräte hätten ein Gewicht von 1,5 Kilo, könnten also nach aktueller Gesetzeslage ohne Drohnenführerschein genutzt werden.

Denkbar sei auch, die Drohnen mit Lautsprechern zum Vergrämen der Wildtiere auszustatten, so ein Hinweis von Neitzel.

Jens Witte berichtete, dass der Hegering Harpstedt sich bereits mit der Frage befasst habe, ob die Anschaffung oder Leihe einer Thermographie-Drohne in Frage komme. „Ich kann mir gut vorstellen, sie einzusetzen.“

Kleine Teams

Die Leih-Kosten, so hieß es, lägen bei 72 Euro am Tag. Es sei zu erwägen, sich mit mehreren Revieren zusammenzutun, empfahl Witte. Für einen Einsatz seien kleine Teams („drei, vier Leute“) von Vorteil. Interessierte könnten sich bei ihm unter Telefon   04244/96 51 28 melden.

Witte bat Landwirte und Lohnunternehmer, sich an die Revier-Jäger zu wenden, wenn die Mahd ansteht.

Übrigens: Für die SYSWE ist der Einsatz von Thermographie-Drohnen ein Teil des Alltagsgeschäftes. Mit den fliegenden Helfern werden zum Beispiel Photovoltaikanlagen überprüft. Ein anderes Einsatzfeld: Windkraftanlagen, bei denen die Infrarotaufnahmen helfen, Schäden an den Blättern zu erkennen.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
Ein Video unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-land 
Video

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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