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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Natur: Wohnen im Wald im Zeichen der Säge

12.03.2011

VOSSBERG Straßennamen wie „Kiefernweg“, „Tannenweg“ und „Birkenweg“ sagen schon viel. Der Vossberg ist in der Gemeinde Dötlingen seit jeher ein Waldgebiet an der Autobahn 1, die Häuser stehen oft fast versteckt auf großen Grundstücken zwischen vielen Bäumen. In diesem Winter ist die Sicht auf so manches Grundstück allerdings wesentlich freier geworden, denn die Motorsäge kreiste in den vergangenen Wochen mehr denn je. Das sorgt für Diskussionen, wie auch Bürgermeister Heino Pauka bestätigt. „Mehrere Bürger haben angerufen“, weiß er um diese Beschwerden, auch wegen der Fällung von Straßenbäumen am Tannenweg.

„Radikal abgeholzt“

Einer der besorgten Vossberger ist Ralf Grössler. „Ich habe Angst, dass der Charme des Waldgebietes zerstört wird“, sagt er und weist auf einige Kahlschläge hin, die sich an verschiedenen Straßen in jüngster Zeit ereignet haben. „Dann ist das hier nicht mehr der Vossberg, sondern der Lehmkuhlenweg“, schüttelt er den Kopf, dass sich das gewachsene Bild des Vossbergs direkt vor den Toren der Stadt Wildeshausen wandeln könnte. In den vergangenen zwei bis drei Jahren gingen viele Eigentümer, oft in den vergangenen Jahren zugezogen, mit der Säge vor. „Da wird nicht ausgelichtet, da wird radikal abgeholzt“, hat Grössler oft kerngesunde Bäume entdeckt, die der Säge zum Opfer gefallen sind.

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„Gartenpflege“ ist das für Dötlingens Bürgermeister Heino Pauka. Auf dem Vossberg gebe es keine festgesetzten Bäume in den Bebauungsplänen. Die Anregung von Grössler, über eine Baumschutzsatzung nachzudenken, hält Pauka für den falschen Weg: „Die Gemeinde hat sich bewusst dagegen entschieden.“ Anderenorts, so in der Stadt Oldenburg, habe in den neunziger Jahren allein die Diskussion darüber ausgereicht, dass mehr Bäume denn je vor dem Erlass der Satzung gefallen seien. „Wir werben um Verständnis“, so Pauka, „ bei diesem emotional besetzten Thema“.

Auch die Gemeinde Dötlingen hat in Vossberg in diesem Winter Bäume gefällt, so 25 Stück in der vergangenen Woche am Tannenweg. „Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht“, so Pauka, der grundsätzlich auf eine Verständigung mit den Anliegern setzt. Im Neerstedter Rathaus gab es Reaktionen von erbosten Bürgern, die dieses Vorgehen kritisierten. „Sehr gut kann ich ihren Unmut über die Baumfällung am Tannenweg verstehen, geht dadurch doch ein Stück Identität mit dem Tannenweg verloren“, heißt es im Brief des Bürgermeisters. Deshalb habe sich die Gemeinde mit der Entscheidung sehr schwer getan. Sie hat eine jahrelange Vorgeschichte, Immer wieder hatten Anwohner am „Tannenweg“ auf kranke Bäume an ihrer Straße hingewiesen. „Mit jedem leichten Sturm liegen abgebrochene Baumkronen, Äste und mehr auf der Straße oder auf den Privatgrundstücken“, weiß Pauka.

Jahrelange Geschichte

Im Sommer 2007 kam der Antrag der Anlieger, die Bäume zu fällen. Letztlich fasste der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss einen Grundsatzbeschluss in dieser Frage (siehe Extrakasten). 2010 erklärten sich dann die Anlieger des Tannenwegs im Abschnitt „Vossberg bis Kuckucksweg“ bereit, wie gefordert die Kosten der Ersatzanpflanzung zu übernehmen.

In Abstimmung mit Revierförster Johannes Steffens entschied sich die Gemeinde schließlich, alle Bäume der Ostseite des Tannenwegs zwischen den Gemeindewegen „Vossberg“ und „Kuckucksweg“ zu fällen, damit sich die Neuanpflanzungen möglichst rasch besser entwickeln können. Dafür gab es auch viel Zuspruch von den unmittelbar Betroffenen, so der Bürgermeister.

Pauka abschließend in dem Brief: „Mittlerweile haben sich weitere Anlieger vom Tannenweg gemeldet, die ,ihre’ Tannen ebenfalls gefällt haben möchten. Dieses haben wir zunächst verneint.“

Für das Fällen von Straßenbäumen hat der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss der Gemeinde Dötlingen nach mehrmaliger Beratung Anfang 2008 einen Grundsatzbeschluss gefällt. Danach stimmt die Gemeinde der Beseitigung von Nadelhölzern beziehungsweise schnell wachsenden Hölzern (heimische Arten) nur zu, wenn drei Punkte erfüllt sind:

  Die Mehrheit der Anlieger ist mit der Beseitigung der Bäume einverstanden. Die Kosten für die komplette Beseitigung (inklusive Wurzelwerk) übernehmen die Antragsteller in vollem Umfang, und die Gemeinde veranlasst oder nimmt die Beseitigung vor. Die Kosten für eine adäquate Ersatzpflanzung – möglichst heimische Laubhölzer – übernehmen die Antragstellern komplett. Die Pflanzung wird von der Gemeinde Dötlingen durchgeführt beziehungsweise veranlasst.

Die Verkehrssicherungspflicht ist stets von der Gemeinde (und jedem Privateigentümer) zu beachten: Droht ein Baum beispielsweise aus Krankheitsgründen zu kippen, zum Beispiel auf Straßen und Wege, ist das rechtzeitig zu verhindern.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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