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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Wehe, wenn die Erdung falsch ist

18.01.2019

Wüsting In der Gemeinde Hude und Umgebung wird zurzeit viel gebaut. Ludwig Triphaus, Elektro-Sachverständiger der Handwerkskammer Oldenburg, weist darauf hin, dass Neubauten mit Fundamenten teilweise nicht richtig geerdet werden. Dies kann bei modernen Elektrotechnikgeräten und empfindlichen Elektroniken fatale Folgen haben.

„Wenn ein neues Haus nicht richtig geerdet wird, werden elektrische Geräte bei einer Unterbrechung des Nullleiters im Stromnetz mit 400 Volt Spannung versorgt“, erklärt Triphaus, der mit seinem Fachbetrieb in Wüsting ansässig ist. Dies bedeutet, dass Geräte, die sonst mit 230 Volt Spannung versorgt werden, zerstört werden können.

Der Nullleiter dient im Drehstromnetz zum Ausgleich der unterschiedlichen Ströme in den Außenleitern. Dadurch bleiben die Spannungen von 230 Volt überall gleich. Deshalb ist es wichtig, dass der Nullleiter in jedem Gebäude mit dem Fundamenterder, Ringerder und der Potenzialsteuerung verbunden wird. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben.

Die Folgen nicht geerdeter Elektroanlagen können sich fatal entwickeln: „Alle am Stromkreislauf angeschlossenen elektronischen Geräte können sofort kaputt gehen und anfangen zu brennen“, sagt Triphaus.

Gerade die sensible Elek­tronik, die in den modernen Geräten verbaut ist, würde innerhalb von Millisekunden kaputtgehen. Die Schäden wären bei einem Firmengebäude mit mehreren hundert PCs immens. Weiteres Risiko sind Blitzeinschläge: „Wenn Gebäude nicht richtig geerdet sind, können sich die Ströme des Blitzes nicht verteilen und Menschen oder Tiere bekommen möglicherweise tödliche Stromschläge“, führt Triphaus aus. Bei einem landwirtschaftlichen Betrieb kann der Schaden in dramatische Höhen steigen.

Wichtig sei laut Triphaus, dass die Erdung auch wirklich mit der Erde verbunden sei und den Strom dorthin leiten könne. Was selbstverständlich klingt, sei mit den Baumaterialien, die heute beim Bau von Fundamenten verwendet werden, schwierig. „Glasschaum, wasserundurchlässiger Beton und Kunststofffolien isolieren. Wenn der Erder dann im Fundament platziert ist, hat er keine Funktion mehr“, erklärt Triphaus. Nur Ersatzmaßnahmen könnten diesen Baumangel mildern, nicht jedoch vollständig beseitigen. Ein Ringerder aus Edelstahl V4A, der außerhalb des Fundamentes verlegt wird, wäre solch eine Maßnahme. Der Ring müsste einmal um das gesamte Gebäudefundament gezogen werden. Die Normung 18014 des Deutschen Instituts für Normung (DIN) beschreibt, wie Fundamenterder, Ringerder und Potenzialsteuerung eingebaut werden müssen.

Doch auch wenn das eigene Haus richtig geerdet ist: „Erst die Summe aller Fundamenterder bringt Sicherheit, auch die Gebäude in der Nachbarschaft müssen richtig geerdet sein“, betont Triphaus. Denn sonst würden überschüssige Teilströme des Nachbarhauses durch das Stromnetz zum korrekt geerdeten Haus umgeleitet.

Schon bei Planung und Beginn eines Bauvorhabens sei es daher wichtig, auf die richtige Erdung zu achten: „Wenn der Fundamenterder nicht richtig eingebaut worden ist, ist dieser Baumangel nicht mehr heilbar“, warnt Triphaus.

Nils Coordes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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