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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

„Moritz“ vor ungewisser Zukunft

20.04.2019

Wüsting Noch ist offen, wie es für Maren Brüers (51) weitergeht. Seit November 2006 ist sie Pächterin des Wüstenlander Hofes in Wüsting. Mit ihr kam vor knapp 13 Jahren auch der Name „Moritz“ dazu – ihr Spitzname, wie Brüers erklärt. Zum 1. September 2019 hört sie jedoch auf. Der Gasthof steht zum Verkauf, und ein neuer Pächter wird gesucht. „In der Gastronomie lebt man, um zu arbeiten, und für mich als Einzelperson wird es einfach zu viel“, sagt die 51-Jährige.

Vereine betroffen

Mit ihrer Entscheidung wolle sie offen und ehrlich umgehen. Bereits im März habe sie den Vereinen ihren Entschluss mitgeteilt. Das betrifft nicht nur den Bürgerverein, die Line-Dancer oder den Männergesangsverein, sondern auch den Wüstinger Schützenverein, der seinen Schießstand im Wüstenlander Hof hat. „Das ist schon schade und viele haben Angst, was Ende des Jahres passieren wird“, fasst Brüers die Reaktion ihrer Gäste zusammen. „Wenn es den Gasthof bald nicht mehr geben sollte, wäre das für Wüsting fatal. Er liegt direkt im Ortskern“, sagt sie.

Käufer gesucht

Die Familienfeiern und weitere Veranstaltungen, die in diesem Jahr noch anstehen, wolle sie aber noch durchführen. Auch, wenn sie schon bald keine Pächterin mehr ist. Derzeit kümmere sich ein Immobilienmakler um den Verkauf. 595 000 Euro soll er kosten, wie Brüers sagt. Was passiert, wenn sich kein Käufer für den Wüstenlander Hof findet? „Das kann ich noch gar nicht sagen. Es ist alles offen. Bis dahin ist zum Glück noch ein bisschen Zeit“, sagt sie.

Eines möchte Maren Brüers aber klarmachen: „Dem Moritz geht es nicht schlecht – ganz im Gegenteil.“ Die 51-Jährige zeigt auf die Tische um sie herum. „Die meisten Tische sind reserviert. Jeden Tag ist etwas los. Eigentlich läuft es immer besser und besser“, sagt Brüers. Und auch die Rückmeldungen der Gäste seien „toll“. Doch die Gastronomie sei unberechenbar. 60 bis 80 Arbeitsstunden in der Woche seien ganz normal. „Ich habe meine Entscheidung getroffen, und die muss ich jetzt auch durchziehen“, sagt sie.

Maren Brüers beschäftigt derzeit 27 Angestellte. Ein Großteil würde im Fall des Verkaufs auch weiterhin im „Moritz“ arbeiten wollen. „Ich glaube nicht, dass eine Neuverpachtung ein großes Problem wäre. Interessenten sind da. Aber da der Wüstenlander Hof gleichzeitig auch verkauft werden soll, könnte das schon problematischer werden“, erklärt die 51-Jährige.

Eltern kauften Hof 1970

Errichtet wurde der Wüstenlander Hof 1868 von Landwirt Johann Hinrich Gode und seiner Frau Mette. 1970 kauften Harald und Ruth Brüers aus Munderloh den Hof und waren bis 2006 fast durchgängig auch Pächter, bis Maren Brüers von ihren Eltern die Gastronomie übernahm. Damals entstand auch der Anbau, der zur heutigen Gaststätte wurde. Im ursprünglichen Gebäude ist heute ein Geschäft untergebracht. Betrieben wird es von Marens Schwester Vera Brüers. Daran soll sich auch nach dem Verkauf nichts ändern.

Bloß nicht abreißen

„Es gibt nur eine Sache, die ich nicht möchte. Und zwar, dass der Wüstenlander Hof abgerissen wird“, sagt Brüers. Umbauarbeiten oder sonstige Neuerungen seien für sie in Ordnung – nach dem Verkauf würde diese Entscheidung jedoch nicht bei der 51-Jährigen liegen. Selbstverständlich würde sie nach dem Verkauf/der Verpachtung auch ihre Hilfe anbieten. „Man muss sich in dem Betrieb erstmal zurechtfinden, damit es ohne Probleme nahtlos weitergehen kann“, erklärt sie.

Wie es Ende des Jahres für Maren Brüers weitergeht, ist indes noch offen. „Zuerst kümmere ich mich um den Gasthof. Was danach ist, werde ich sehen“, sagt sie. Die 51-Jährige hofft, dass sich sehr bald ein Käufer findet. Noch habe sie keine konkreten Pläne. Und das sei aus ihrer ganz privaten Sicht auch mal ganz gut so.

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