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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Wirtschaft

Zwischen Fachwerk und Fensterpuzzle

23.12.2016

Wildeshausen Die Tür schwingt auf, die Füße betreten Sandstein, der Blick fällt auf mächtige, jahrhundertealte Holzbalken – eine ganze Menge Historie kommt zum Vorschein, wenn man das über 200 Jahre alte Gebäude an der Kirchstraße/Ecke Sägekuhle betritt. Das Haus nahe der Alexanderkirche, das alteingesessene Wildeshauser noch als Schulte-Haus kennen, ist kaum wiederzuerkennen: In zweijähriger Arbeit hat Architekt und Eigentümer Stephan Damke dem Fachwerkhaus eine umfassende Gesichtsbehandlung verpasst.

Holzbalken freigelegt

Das Ergebnis: Helle, weiß gestrichene Räume, freigelegte, dunkle Holzbalken, originalgetreue Sprossenfenster, von denen keines eins zu eins dem anderen gleicht, und viel Platz für die neuen Mieter. „Der Denkmalschutz ist mir und meinen Geschwistern in die Wiege gelegt worden“, sagt Stephan Damke, dessen Vater Jürgen Damke seit Jahrzehnten denkmalgeschützte Gebäude restauriert. Im Haus an der Kirchstraße hat er unter anderem in detailverliebter Kleinstarbeit die alten Holzbalken freigelegt, die sich hinter mehreren Schichten Vertäfelung verbargen.

„Diese Sensibilität für die Denkmalpflege ist bei einem solchen Projekt sehr wichtig“, zeigt sich Stefan Effenberger, der beim Landkreis Oldenburg für den Denkmalschutz zuständig ist, zufrieden über die gute Zusammenarbeit mit der Familie Damke. Die Begeisterung für alte Gemäuer machte Stephan Damke auch bei seinen Handwerkern aus: „Die haben sich da voll mit identifiziert und viel Mühe hineingesteckt.“

Das war auch nötig, wie sich am Beispiel der Fenster zeigt: „Jedes Fenster ist anders. Ein altes Gebäude ist natürlich nicht gerade, dementsprechend musste jedes einzelne maßangefertigt werden“, erklärt Damke, der dabei auf die Expertise eines Tischlers aus Lohne setzte, der viel Erfahrung mit denkmalgeschützten Gebäuden hat.

Die Geschichte des Fachwerkhauses von 1779 ist jetzt wieder sichtbar – vor allem in der Maserung der alten Holzbalken, in einem Raum wurde sogar ein Teil einer Wand unverputzt als Raumtrenner herausgearbeitet (kleines Bild). „Es ist gut möglich, dass das Holz, das hier verbaut wurde, sogar noch deutlich älter ist als das Gebäude“, weiß Damke, da damals häufig bereits gebrauchtes Holz wieder verbaut wurde.

Eine gewundene Treppe führt in den ersten Stock, die oberen Räume sind schlicht weiß gehalten. Der Gebäudeteil an der Kirchstraße 8 ist fertig – einziehen wird hier die Anwaltskanzlei Bindt, Stolz und Stromann, die noch an der Kirchstraße 6 zu Hause ist. 270 Quadratmeter stehen der Kanzlei insgesamt auf zwei Etagen zur Verfügung. Der zweite Gebäudeteil – die Adresse lautet hier Sägekuhle 2 – ist „zur Hälfte fertig“, sagt Stephan Damke.

Landkreis fördert

Viel Zeit und Liebe hat die Familie Damke in die Restaurierung des historischen Gebäudes gesteckt – und viel Geld. „Das hat uns so viel gekostet wie ein Neubau, hat aber natürlich den Mehrwert eines Altbaus“, sagt Damke. 5000 Euro Förderung hat es vom Landkreis gegeben. Stefan Effenberger und Peter Nieslony, Leiter des Bauordnungsamtes, sind wie die Bauherren sehr zufrieden „dass alle an einem Strang gezogen haben“. Das neue Gesicht des Hauses an der Kirchstraße fällt auf. So klopfen viele neugierig an die Tür. „Die Reaktionen sind sehr positiv“, freut sich Stephan Damke, dass sein Projekt auch bei den Wildeshausern gut ankommt.

Greta Block Volontärin / NWZ-Redaktion
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