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Wohnpark Wardenburg 96-Jährige kümmert sich um Pflanzen und Tiere

Im Alter von 96 Jahren noch sehr aktiv: Erna Arlt, die im Awo-Wohnpark Wardenburg lebt, kümmert sich um Pflanzen und Tiere.

Im Alter von 96 Jahren noch sehr aktiv: Erna Arlt, die im Awo-Wohnpark Wardenburg lebt, kümmert sich um Pflanzen und Tiere.

Lorena Scheuffgen

Wardenburg - Nicht nur um die Blumen am Parkplatz vom Altenheim, die sie selbst gepflanzt hat, kümmert sie sich – auch für die tierischen Besucher hat sie stets etwas zu essen dabei: Im Alter von 96 Jahren ist Erna Arlt, Bewohnerin des Awo-Wohnparks Wardenburg, noch sehr aktiv. 

Aus Schlesien geflohen

Geboren wurde Arlt 1926 in Hammer, das damals zu Schlesien gehörte, seit Ende des Zweiten Weltkriegs in Polen liegt und heute Młoty heißt. Ihre Eltern waren Bauern; so lernte sie von klein auf die landwirtschaftliche Arbeit kennen. Arlts Vater starb, als sie acht Jahre alt war. Ihr Bruder übernahm die Wirtschaft, zog aber 1939 in den Krieg und fiel 1943.

„Dann war ich mit meiner Mutter allein“, erzählt sie. Zu Fuß mussten sie nach Kriegsende fliehen und sind nach mehreren Stationen schließlich auf dem Hof einer Familie in Turnow (Brandenburg) untergekommen. „Wir haben auf dem Boden geschlafen, weil kaum Platz war“, so Arlt, „aber es ging alles“. Auf dem Hof konnte Arlt gemeinsam mit ihrer Mutter arbeiten; sie haben mit der Sense das Getreide gemäht und sich um die Kühe gekümmert.

1946, als sie 20 Jahre alt war, zog sie mit ihrem Mann nach Schöppenstedt. „Da haben wir 44 Jahre gewohnt, bis mein Mann starb.“ Sie verkaufte ihr Haus und zog zu ihrem Sohn nach Achternmeer, wo sie 24 Jahre lebte. 2014 zog Arlt dann nach Wardenburg in das Hedwig-Weide-Haus, eine Unterkunft für Senioren. Dort lebte sie sechs Jahre, bis sie 2020 schließlich in den Wohnpark Wardenburg kam. „Hier fühle ich mich sehr wohl“, sagt sie. Besonders gut gefalle ihr der Blick aus ihrem Fenster. „Die Sonne scheint in mein Zimmer und auf dem Parkplatz ist immer was los.“

Viele Stunden draußen

So entdeckte die 96-Jährige auch den Grünstreifen neben dem Parkplatz. „Da dachte ich: Es wäre doch schön, wenn da Blumen wachsen“, und so fing sie an, Krokusse zu pflanzen. „Dann wurde es immer mehr, weil die Leute mir Blumensamen schenkten.“ Mittlerweile blühen auf dem Grünstreifen der Gemeinde Tulpen, Osterglocken, Narzissen, Schneeglöckchen, Dahlien, Kornblumen und Hornveilchen, um die sich die Seniorin täglich kümmert.

„Ich komme immer nach dem Mittagessen hierher und bleibe ein paar Stunden.“ In der Zeit kümmert sie sich nicht nur um die Blumen, sondern füttert auch die Vögel und die vorbeikommenden Hunde. „Die Hunde haben hier quasi einen festen Termin“, so Thomas Mettke, Hausmeister des Wohnparks, der die 96-Jährige in ihrem Tun unterstützt, „und auch die Besitzer freuen sich immer, Frau Arlt zu sehen.“

So wie ihre Familie: Ihren Sohn, der in Achternmeer lebt, sehe sie relativ regelmäßig und auch ihre vier Urenkel. Außerdem bekomme sie, so oft es geht, Besuch von ihrem Neffen aus Wolfenbüttel: „Er ist auch wie ein Sohn für mich.“

Lorena Scheuffgen
Lorena Scheuffgen Kanalmanagement, Online-Redaktion
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