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Reitsport Dieses Duo setzt zum großen Sprung an

Sönke Spille

Wüsting/Ganderkesee - Welch ein erfolgreicher Abschluss des achten Reitturnier-Wochenendes der Wüstinger Urban ClassX. In der Springprüfung Kl. M* setzt sich Nora Herrmann (RV Ganderkesee) auf Someone like you gegen die Konkurrenz durch.

„Es hat einfach alles gepasst“, strahlt die Siegerin über ihren ersten Erfolg in einem M-Springen überhaupt. „Mein Pferd war schon den gesamten Tag sehr gut drauf. Nach den mittelmäßigen Ergebnissen bisher hatte ich mir eigentlich kein Ziel gesetzt, wollte nur eine schöne Runde mitnehmen und Spaß haben.“ Und das gelingt besser als gedacht: Ohne Fehler und in einer Zeit von 59.47 Sekunden schafft es Nora Herrmann auf „Sally“, wie sie ihren 13-Jährigen Wallach nennt, durch den Parcours. „An Sprung zwei hat die Stange ein wenig geklappert, aber wir haben es konzentriert zu Ende gebracht“, sagt die Ganderkeseerin. Bereits am Freitag ist die 22-Jährige mit Someone like you in einer M*-Springprüfung an den Start gegangen, leistete sich am vierten Hindernis aber einen Abwurf und verpasste eine Platzierung. Die NWZ hat sie an diesem Tag begleitet.

Der Karrierestart

Freitagmittag kurz nach 13 Uhr auf dem Freigelände vor der Reithalle: Mit ihrer orangenen Jacke ist Nora Herrmann bereits von weitem zu sehen. Sie ist gerade auf dem Turniergelände an der Holler Landstraße angekommen, auf dem sie sich bereits bestens auskennt. Schließlich ist sie Stammgast der Turnierserie. Ihre Begeisterung fürs Reiten besteht seit über 15 Jahren. „Schon im Kindergarten hatte ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich ein eigenes Pferd haben möchte“, erinnert sich die Ganderkeseerin. Erst voltigiert sie, mit sieben Jahren erfüllen ihre Eltern den großen Wunsch von einem eigenen Pony. „Auf dem habe ich Reiten gelernt.“ Seitdem verbringt die Jura-Studentin ihre Zeit am liebsten auf dem Rücken der Pferde – mit vielen bleibenden Erinnerungen.

Die ersten Erfolge

„Toll fand ich es, bei der Goldenen Schärpe zu starten, weil es ein bundesweites Turnier ist“, erzählt Nora Herrmann. In Bergedorf feiert sie während ihrer Jugendzeit dazu einen Kreismeistertitel, seit zwei Jahren tritt sie in der M-Dressur und im M-Springen an. „Man tastet sich langsam heran“, sagt die Ganderkeseerin, die bereits ihre ersten Platzierungen geschafft hat. Und das, obwohl aufgrund von Corona viele Turniere abgesagt wurden. „Umso schöner ist es, dass die Turnierserie in Wüsting stattfindet. Für mich sind es von Zuhause nur zehn Minuten bis hierher. Diese Möglichkeit nutze ich natürlich.“

Es ist für Herrmann eine zusätzliche Chance, an sich zu arbeiten. Unter der Woche trainiert sie drei- bis viermal und ist auch an den übrigen Tagen bei ihren beiden Pferden im Stall. „Man verbringt schon viel Zeit mit seinen Pferden. Aber es macht Spaß, und gerade in Zeiten wie diesen weiß man es besonders zu schätzen, dass man viel Zeit an der frischen Luft verbringen kann“, findet die Studentin.

Als Ziel hat sie sich am Freitag vorgenommen, möglichst fehlerfrei zu bleiben. „Bei der starken Konkurrenz wird es mit Sicherheit schwer, sich zu platzieren“, so die 22-Jährige, ehe sie sich kurz darauf auf den Weg in Richtung Reithalle macht, um den Parcours für die Springprüfung der Klasse M* unter die Lupe zu nehmen.

Im Parcours

„Der Parcours ist anspruchsvoll, es ist aber nichts, was nicht zu schaffen wäre“, lautet ihr Kommentar. Die neuralgischen Punkte hat sie bereits ausgemacht. „Mein Pferd hat am Wassergraben hin und wieder Probleme, da werde ich besonders aufpassen müssen“, sagt sie. Dazu sei das vierte Hindernis etwas schmaler als die anderen.

Um 15.27 Uhr ist es soweit: Auf „Sally“ beginnt für Nora Herrmann der gut 75-sekündige Ritt. „Ich habe Sally jetzt schon seit neun Jahren. Da kennt man sich und seine Macken und kann auch auf sein Verhalten gut reagieren“, sagt die Ganderkeseerin. Die ersten drei Hindernissen bewältigt das Duo mit Bravour, am vierten müssen sie den Abwurf verkraften, den einzigen.

Selbstkritik

Am Hallenausgang fällt das erste Resümee kritisch aus. „Die Fehlerpunkte sind ärgerlich“, sagt Nora Herrmann – die diese fünf Fehlerpunkte, einer davon für Zeitüberschreitung, auf ihre Kappe nimmt. Der Abwurf an Hindernis vier ist ein Folgefehler gewesen, erklärt sie. „Ich hätte Sally etwas weiter weghalten müssen vom Hindernis.“ Noch mehr schmerze aber der Fehler für Zeitüberschreitung. „Ich habe die enge Wendung verpasst, weil ich das nächste Hindernis nicht gesehen habe. Das ist mir noch nie passiert“, erzählt Herrmann, ehe sie ihr Pferd lobt. „Sally hat das toll gemacht. Wir sind auf einem guten Weg.“ Dass dieser so schnell im Erfolg von Sonntag münden würde, damit hatte Nora Herrmann zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch nicht ernsthaft gerechnet…

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