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125 Jahre VfB Oldenburg Wichtig is’ auf’m Platz - wo auch immer der ist

Der VfB Oldenburg erlebte in den 50er Jahren seine fußballerisch größten Zeiten in der höchsten deutschen Spielklasse.

Der VfB Oldenburg erlebte in den 50er Jahren seine fußballerisch größten Zeiten in der höchsten deutschen Spielklasse.

Oldenburger Medienarchiv/Werkstattfilm/Artur Kast

Oldenburg - Die fußballerisch größte Zeit erlebte der VfB Oldenburg nach dem Zweiten Weltkrieg – auch wenn der VfB in der Saison 91/92 an der Tür zur Ersten Liga kratzte. Der Aufstieg misslang, St. Pauli hätte gegen Uerdingen gewinnen müssen, spielte aber unentschieden und so blieb der VfB Zweitligist, stieg mit einer heillos zerstrittenen Truppe ein Jahr später sogar ab. Doch um 1950 herum befanden sich die Blau-Weißen mit den großen norddeutschen Clubs, Werder Bremer Hamburger SV oder St. Pauli, in der damaligen Oberliga Nord auf Augenhöhe. Am 9. Januar 1955 spielte der VfB vor 22.000 Zuschauern in Donnerschwee gegen den HSV – und verlor 0:1. Es war die größte dort jemals gezählte Zuschauerzahl. Spötter behaupten, die Menschen seien damals eben deutlich schlanker gewesen.

Platzfrage gelöst

Die Platzfrage war schon gut zwei Jahrzehnte zuvor für lange Zeit gelöst worden. Durch Sammlungen, Spenden von privaten Geldgebern und der Ausgabe von Schuldscheinen hatte der Verein die „Radrennbahn“ an der Ecke Donnerschweer Straße/Wehdestraße neben der Brauerei gekauft und zu einem Stadion ausgebaut. 1922 spielte der VfB erstmals in den Farben Blau und Weiß, schreibt der vor drei Jahren verstorbene Autor Matthias Schachtschneider in der Vereinschronik.

Tribünen verheizt

Der Siegeszug des Fußballs zur Mannschaftssportart Nummer 1 in Deutschland war nicht mehr aufzuhalten. Aus der anfänglichen „Fußrüpelei“ hatte sich ein Spiel entwickelt, das Tausende in den Bann zog. Fußball boomte und so pachtete und kaufte der Verein in den Jahren 1933 bis 1937 Grundstücksflächen, die an das Stadion grenzten, hinzu und errichtete zwei weitere Sportplätze. Mit der Einführung des Wehrsports stand der Club vollständig in der Tradition der Oldenburger Vereine. 1942 entstanden Lager für ausländische Zwangsarbeiter. 1945 wurde das Stadion von den Briten beschlagnahmt und weiter genutzt.

In den Notzeiten nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die hölzernen Tribünen auseinandergebaut und verschwanden in den Öfen der Nachbarschaft. Als die Briten den VfB-Platz wieder freigaben, musste das Stadion von 1947 bis 1949 wieder aufgebaut werden. Am 7. August 1949 wurde es vor 10.000 Besuchern als reines Fußballstadion feierlich eröffnet. 1958 erhielt das Stadion eine Sitzplatztribüne, 1961 wurden weitere drei Plätze am Otterweg eingeweiht, sowie 1966 eine Flutlichtanlage installiert.

Doch dann, mit Einführung der Bundesliga im Jahre 1963, verlor der VfB den Kontakt zur höchsten Spielklasse und es fehlten wichtige Einnahmequellen. Die finanzielle Grundlage fehlte und der Verein begann sich zu verschulden. Der Schuldenberg wuchs von 200 000 DM im Jahr 1966 auf über 1,3 Millionen DM (650 000 Euro) im Jahr 1990 an. Aus heutiger Sicht ein geradezu lächerlicher Betrag. Mehrere Versuche, das Stadion zu verkaufen, scheiterten, bis im Februar 1990 der Verkauf des Stadions Donnerschwee beschlossen wurde. Die Stadt baute das Marschweg-Stadion zur zentralen Sportstätte für die Leichtathletik und den Fußball aus.

Nach vielen Aufs und Abs befindet sich der VfB nun rechtzeitig zum Jubiläum an diesem Montag, 17. Oktober, wieder in der Erfolgsspur – in der Dritten (Profi-)Liga mischt er durchaus erfolgreich mit.

Die Frage nach der Spielstätte zieht sich unterdessen wie ein roter Faden durch die Geschichte des Vereins und ist bis heute für die Fußballfans unbefriedigend gelöst. Sehnsuchtsort bleibt Donnerschwee. Bei einem erneuten Umzug in den Stadtteil in einen Neubau neben der Weser-Ems-Halle könnte sich der Nachfolger des legendären Rundfunkreporters, Günter Grotemeyer, wie folgt melden: „Ich befinde mich hier am Oldenburger Donnerschwee, wo der VfB Oldenburg ...“

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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