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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

15.000 Besucher Bei Polizei-Tag In Oldenburg: Wow!

08.05.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-05-08T05:11:55Z 280 158

15.000 Besucher Bei Polizei-Tag In Oldenburg:
Wow!

Oldenburg/Ammerland Zwei Jahrhunderte Polizei im Oldenburger Land – das ist eine hochbeachtliche Zahl und steht für noch beachtlichere Geschichte(n). Doch dann kommt da plötzlich dieses Jahr 2017 daher und pulverisiert nahezu alles, was Rekorde und Erwartungen der Behörde bislang so hergegeben hatten. Doch der Reihe nach.

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Balsam in diesen Zeiten

Ob sie der Begeisterung – all dem Beifall und dem ganz offensichtlichen Interesse – selbst wohl trauen konnten? In Zeiten, da mit Vorliebe Einsatzkräfte und insbesondere Polizistinnen nicht nur belächelt, sondern auch massiv beschimpft und angegangen werden, war solch eine Veranstaltung Balsam für die Seele. „Was mich in der ersten Zeit draußen am meisten schockiert hat, ist das Verhalten mancher Bürger gegenüber der Polizei“, hat ein junger Kommissar kürzlich im NWZ-Interview berichtet, „ich bin ja mit der Intention zur Polizei gegangen, das Gesetz zu schützen und Menschen zu helfen – und trotzdem wird man beleidigt und beschimpft.“

Am Sonntag war alles anders. Uniformierte und Zivile kamen in einen ungewohnten Austausch, lachten, plauderten, informierten sich gegenseitig über Freud’, Leid und Vorstellungen wie Erwartungen. Plötzlich saß Oma Leefke hinterm Steuer eines historischen Polizeiautos, auf einmal schüttelte Thies jenen, denen er sonst aus dem Weg ging, die Hände. Aha, Polizisten sind also auch nur Menschen? Nette sogar?! Diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber dass sie ab und an aufgefrischt werden sollte, scheint nun klar. Gern wieder, Herr Präsident! Aber nicht erst in 18 Jahren...

Mehr als 15.000 Besucher, gefühlte 20 Grad Außentemperatur und die volle Sonntagssonnenstundenzahl: „Schauen Sie hinter die Kulissen! Sprechen Sie uns an!“, jubiliert da selbst Polizeipräsident Johann Kühme in seiner Eröffnungsrede morgens um elf – zu diesem Zeitpunkt drängeln sich bereits mehr als 2000 Besucher über das mit Ausstellungen und Aktionen vollgepackte Gelände am Friedhofsweg.

Gerade einmal ein Stündchen später sind es schon handgezählte 6000, um halb eins dann mehr als bei der letzten Auflage ähnlichen Kalibers (7000 Besucher im Jahr 1999).

Während angesichts des Andrangs, der Temperaturen und der eigenen historischen Polizei-Kostümierungen manche der Einsatzkräfte mächtig ins Schwitzen kommen, hat ein anderer plötzlich die Ruhe weg: Polizei-Sprecher Stephan Klatte – Chefplaner dieser Großveranstaltung – kann nach durchwachter Nacht und monatelanger Vorbereitung endlich einen Schlusspunkt unter dieses Ereignis setzen und das große Ganze einfach nur genießen. Auch dank der Unterstützung zahlreicher Kollegen aus Direktion, Inspektion wie vieler anderer Einheiten und Gruppen.

Alles fließt. Die Referenten referieren, die Reiterstaffel reitet, der Auktionator versteigert, der Überschlagsimulator simuliert, das Popcorn poppt und Polizeichef Eckhard Wache wacht. Über allem. Lächelnd. Und augenscheinlich hochzufrieden mit seiner Truppe.

Tage wie dieser seien der Lohn für all die harte Arbeit, sagt da Staatssekretär Stephan Manke, „und eine ganz bedeutende Chance, das Vertrauensverhältnis zwischen Polizei und Bürgern weiter zu stärken“. Gerade hier und heute, da mehr als 300 Einsatzkräfte den Friedhofsweg zum gefühlt sichersten Ort der Welt machen. Kinder sitzen in mitgebrachten Polizeikostümen auf Motorrädern und in Streifenwagen probe, während sich die Eltern Fingerabdrücke nehmen lassen und deren Eltern wiederum im Takt der Big-Band-Rhythmen mit den Füßen wippen.

Das hier ist kein bloßer Einblick in eine nüchterne, allzu fremde Behörde. Das hier ist ein Volksfest.

Polizeihubschrauber fliegen immer wieder röhrend übers Gelände und sorgen für Begeisterung bei den Besuchern wie Herzflimmern bei Beamten: „Ach, dieses Rotorengeräusch ist so markant, einfach geil...!“, meint Frank Vehren strahlend und vergisst für einen kurzen Moment des Genusses, den nächsten tausend Gästen einen Wegweiser übers Gelände in die Hand zu drücken. Dabei brauchen die gar keinen – denn ausprobiert wird hier einfach alles, sogar ein Smalltalk mit „echten Polizisten!“ Wahnsinn. Allein dafür hat sich dieser Tag schon gelohnt. Für beide Seiten...

Lesen Sie hier eine umfangreiche Multimedia-Dokumentation über Oldenburgs Polizeitaucher.

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