Oldenburg - Vier Wochen, acht Spiele und zahlreiche Highlight-Duelle: In der für sie an diesem Sonntag (11 Uhr, Anlage Johann-Justus-Weg) mit dem Derby gegen den Bremer TC von 1912 startenden Sommersaison in der 2. Bundesliga Nord treffen die Tennisspieler des Oldenburger TeV auf einige Kontrahenten, die einen großen Teil des Jahres auf der ATP-Tour unterwegs sind, um dort um Weltranglistenpunkte zu spielen. Die Stammkräfte des OTeV verdienen ihr Geld nicht in aller Welt als Profis auf der großen Tour, aber kommen dennoch viel herum.
Auf internationaler Ebene
„Spielerisch bereiten wir uns im Rahmen unserer Möglichkeit auch bestmöglich vor. Dass wir da gegenüber den anderen Profis, die das ganze Jahr von Turnier zu Turnier reisen, einige Nachteile haben, ist uns ganz bewusst. Das machen wir aber mit Einstellung, Teamgeist und Erfahrung wieder wett“, betont Spielertrainer Michel Dornbusch (31), kann aber auch auf Spielpraxis auf internationaler Ebene zurückblicken. So lief er im Frühjahr mit OTeV-Kollege Mattis Wetzel (32) für Loix Tennis Couardais auf. Mit ihrer Hilfe wollte der französische Fünftligist von der vor La Rochelle gelegenen Ile de Ré erstmals in die vierte Liga aufsteigen.
Michel Dornbusch (links) und Mattis Wetzel (rechts) spielten in Frankreich für den Fünftligisten Loix Tennis Couardais.
Mattis Wetzel schlägt in diesem Jahr weiter in seiner Wahl-Heimat für Cumberland LTC in der englischen Liga auf. „Das lief sehr gut. Wir sind in unser Division Vierter geworden und haben das erste Mal seit Jahren die Chance, uns für die UK-Meisterschaften zu qualifizieren“, erzählt der 32-Jährige, der in acht Matches nur bei einem Doppel als Verlierer vom Platz ging. Beim entscheidenden Playoff-Duell in diesem Juli steht er seinem Team aber aufgrund der Zweitliga-Einsätze für den OTeV nicht zur Verfügung. Sollte sein Team gewinnen, wäre er im September beim Top-8-Finale in Bournemouth wieder dabei.
Als Trainingspartner stand Wetzel im Juni Oldenburgs bester Tennisspielerin Vivian Heisen in der Wimbledon-Vorbereitung zur Verfügung. „Das Training war sehr gut. Ich hatte schon vorher einmal auf den Rasenplätzen in Wimbledon gespielt, aber natürlich nicht während des Turniers“, erzählt Wetzel: „Eine unglaubliche Erfahrung, umzingelt von den Besten der Welt zu sein.“ Doppel-Spezialistin Heisen (28) verlor mit der Britin Samantha Murray Sharan (34) in Runde eins gegen Anett Kontaveit (Estland) und Shelby Rogers (USA) 2:6, 4:6.
Auf schöner Atlantikinsel
Zu dem Engagement war es durch Wetzel gekommen, der durch einen französischen Mitspieler an der Hawaii Pacific University, wo er einen Teil seiner Studiumzeit absolviert hatte, Kontakt zum Teammanager hatte. „In Frankreich werden die ersten vier Ligen national gespielt – erst danach auf regionaler Ebene“, erklärt Dornbusch: „Leider war am Ende unser größter Konkurrent, gegen den wir 3:3 gespielt haben, um zwei Spiele besser, so dass es dieses Jahr nicht geklappt hat.“ Der 31-Jährige, der in keinem Match mehr als zwei Spiele abgeben musste, kann sich vorstellen, 2023 zurück auf die Insel vor der Atlantikküste zu kommen: „Es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert, auch wenn es durch die vielen Anreisen etwas stressig war. Die Gegend ist unendlich schön – und die Leute waren alle super nett.“
2021 gewannen Florian Barth (links) und Michel Dornbusch mit dem Give TK die dänische Meisterschaft.
Liga in Dänemark
Während Wetzel in seiner Wahlheimat auch in der englischen Liga aktiv ist (siehe Infobox), ist Dornbusch mit Florian Barth (33) außerdem in Dänemark für den Give TK aktiv. Vor einem Jahr hatte das OTeV-Duo den Club zur dänischen Meisterschaft geführt. „Die Titelverteidigung wird allerdings sehr schwer, dafür ist Kjøbenhavns Boldklub in diesem Jahr einfach zu stark“, erläutert Dornbusch, der in dieser Saison aus familiären Gründen erst einmal für den Tabellenzweiten auflief. Barth hat seine bisher sechs Matches für den Verein aus dem zentral auf dem Festland gelegenen Ort alle gewonnen. Zu den Siegen zählt auch ein Erfolg im Doppel gegen Aarhus, wo er auf Ex-OTeVer Stefan Seifert (37) traf.
Turnier in Pinneberg
Gut läuft es auch für Alexander Meyer. Der 26-Jährige kam bei einem mit 12 000 Euro dotierten DTB-Ranglistenturnier in Pinneberg gerade bis ins Finale. Nachdem der mit einer Wildcard gestartete Oldenburger bis dahin alle seine Duelle souverän dominiert und kaum ein Spiel abgegeben hatte, unterlag er dem Suchsdorfer Lewie Lane mit 4:6, 2:6.
Alexander Meyer erreichte das Finale in Pinneberg.
