Oldenburg - Weil die Technik streikte, war OTeV-Sportleiter Daniel Greulich nicht ganz auf Ballhöhe, als seine Mannschaft auf der Tennis-Anlage am Johann-Justus-Weg miteinander und mit den Fans das finale 5:4 im Derbykrimi gegen den Bremer TC von 1912 feierte. Der Live-Ticker im Internet hatte beim Saisonauftakt der Oldenburger in der 2. Bundesliga Nord zwischenzeitlich einen Aussetzer gehabt, so dass der erkrankt zu Hause mitfiebernde Greulich erst mit etwas Verspätung mitbekam, dass der Tennis-Krimi am Johann-Justus-Weg keinen finalen Höhepunkt mehr liefern würde, sondern für seine Schützlinge schon der Feier-Abspann lief.
Fehler beim Live-Ticker
„Lief ja mit Tickaroo. Egal. Glückwunsch“, textete Greulich aus der Distanz, als er wieder auf Ballhöhe war, und feierte das siegbringende 7:6, 7:5 des britischen OTeV-Debütanten Jack Findel-Hawkins an der Seite von Lasse Muscheites gegen Aleksandre Metreveli (Georgien) und Pedro Vives Marcos (Spanien). Der Ticker hatte einen Punkt der Oldenburger im ersten Satz nicht registriert, so dass sich hier erst am Ende auflöste, dass der Durchgang im Tiebreak an die Gastgeber gegangen war.
Einzel-Niederlage und Doppel-Sieg: Lasse Muscheites holte mit...
... dem Briten Jack Findel-Hawkins den finalen OTeV-Siegpunkt.
Niederlage beim Debüt
Zuvor waren die Gäste im Einzel rasch 2:0 in Front gegangen. Dabei hatte sich Findel-Hawkins sein OTeV-Debüt gegen Pol Toledo Bague (Spanien) sicher anders vorgestellt (1:6, 1:6). Der Brite sollte aber wie Muscheites (3:6, 2:6 gegen Alberto Barroso-Campos/ebenfalls Spanien) ja noch die Chance erhalten, den Frust in riesige Freude umzuwandeln. Der seit Wochen in bestechender Form spielende Alexander Meyer holte mit einem 7:5, 6:2 gegen Nick van der Meer (Niederlande) den ersten Oldenburger Zähler, ehe Spielertrainer Michel Dornbusch in der zweiten Einzelrunde ebenfalls punktete: 6:1, 6:4 Vives Marcos, dem dritten Spanier im nur aus Ausländern bestehenden BTC-Team. „Als wir die Aufstellung sahen, waren wir nicht unbedingt favorisiert“, meinte Dornbusch. Wieder habe sich aber gezeigt, wie viel mit Teamgeist und Fan-Unterstützung möglich sei.
Sieg beim Comeback
Für die erste Führung der Gastgeber sorgte der Franzose Gleb Sakharov (6:3, 6:4 gegen den Georgier Aleksandre Metreveli) bei seinem OTeV-Comeback. Die frühere 153 der Welt hatte 2014 in der ersten Zweitliga-Saison der Oldenburger hier aufgeschlagen. Florian Barth musste sich dagegen Jürgen Zopp (Estland) knapp geschlagen geben (4:6, 5:7). „Wenn Flo es in den Match-Tie-Break geschafft hätte, hätte er das Spiel auch für sich entschieden“, meinte der am Ticker zitternde Greulich, zeigte sich aufgrund der Doppel-Stärke seiner Schützlinge aber optimistisch: „Nun tut sich eine wirklich tolle Chance auf. Daumen drücken.“
Erfolg beim Wiedersehen
Dornbusch und Barth bezwangen Zopp und van der Meer sicher mit 6:2, 7:5, ehe Sakharov und Mattis Wetzel nach einem überraschend klaren 3:6, 2:6 Toledo Bague und Barroso-Campos gratulieren mussten. Im Duell von vier Spielern, die ihre Einzel zuvor allesamt verloren hatten, behielten Findel-Hawkins und Muscheites gegen Metreveli und Vives Marcos die Nerven. Das OTeV-Duo, das bereits zu College-Zeiten überaus erfolgreich in den USA zusammengespielt hatte, triumphierte in zwei überaus spannenden Sätzen – und mit etwas Verspätung jubelte auch Greulich in den heimischen vier Wänden.
