Oldenburg - Nach der großen Hürde ist vor der großen Hürde: Nachdem die Tennis-Asse vom Oldenburger TeV am Freitag im ersten Auswärtsspiel der Sommersaison in der 2. Bundesliga Nord ein klares 1:8 bei TP Versmold kassiert haben, geht es nur rund 40 Stunden später schon weiter. Ebenfalls in Nordrhein-Westfalen – aber gut 200 Kilometer südwestlich – tritt der OTeV am Sonntag um 11 Uhr bei BW Aachen an. In der Zwischenzeit nimmt das Team um Michel Dornbusch in Düsseldorf Quartier, um die Anfahrt auf 80 Kilometer zu verkürzen.
Verschlafen: „Wenn wir sonntags nach Aachen anreisen würden, müssten wir mitten in der Nacht los, was nicht unbedingt leistungsfördernd wäre“, betont Spielertrainer Dornbusch. Um beim Spitzenteam, das zum Auftakt in Köln das Meisterfavoriten-Duell 4:5 verloren hatte, etwas mitzunehmen, müssen die OTeVer 100 Prozent abrufen. Die Anfahrtszeit zu minimieren und nicht verschlafen anzukommen, dürfte ein paar mehr Körner für die Kräftemessen auf dem Platz bringen.
Verzweifeln: In Versmold trafen die Oldenburger auf aufgeweckte und sehr starke Gegner. In Einzelrunde eins verloren der Brite Jack Findel-Hawkins (0:6, 3:6 gegen Daniel Masur), Lasse Muscheites (3:6, 3:6 gegen Louis Weßels) und Alexander Meyer (2:6, 2:6 gegen den Spanier Steven Diez) im Eiltempo. Auch danach lief’s zum Verzweifeln. Michel Dornbusch musste beim Stand von 3:6 gegen den Niederländer Jelle Sels verletzungsbedingt aufgeben. „Nichts Dramatisches – eher vorsorglich, um die nächsten Spiele nicht zu gefährden“, gibt OTeV-Sportwart Sebastian Strehle leichte Entwarnung.
Verloren: Nach einem 1:6, 0:6 des Franzosen Gleb Sakharov gegen den Bulgaren Dimitar Kuzmanov stand der Gesamtsieg für Versmold schon nach deutlich weniger als drei Stunden fest. Nur Florian Barth (6:4, 6:4 gegen den Franzosen Calvin Hemery) sorgte für OTeV-Freude. „Überragender Ehrenpunkt gegen die 305 der Weltrangliste“, meint Strehle. Im Doppel feierte Marlon Wilken sein Zweitliga-Debüt und agierte statt Dornbusch an der Seite Sakharovs (3:6, 0:6 gegen Sels/Kuzmanov). Zudem spielten Barth und Muscheites (4:6, 3:6 gegen Masur und den Österreicher David Pichler) sowie Findel-Hawkins und Meyer (4:6, 4:6 gegen Weßels und Marvin Netuschil) zusammen.
Verschonen: Während Versmold einen Europa-Mix aufbot, setzt der Gegner vom Sonntag schon seit Jahren vor allem auf Spieler aus Belgien und den Niederlanden. Von kurzfristigen Spieler-Absagen, wie sie aufgrund der vielen Flug-Ausfälle wohl einige Vereine befürchten müssen, bleibt Aachen aufgrund der Lage im Dreiländereck eher verschont. „Manch einer der Belgier hat wahrscheinlich kürzere Anfahrten als unsere Spieler zu den Heimspielen“, sagt Dornbusch zum Beispiel mit Blick auf Barth, der in Hamburg eine Tennisschule betreibt.
Verschollen: Der Spielertrainer des OTeV kann auch von Akteuren berichten, die sich vor einem Match Schläger ausleihen mussten, weil das Gepäck bei der Anreise mit dem Flugzeug verschollen blieb. „Das kann schon einen Unterschied machen, wenn man nicht mit seinem gewohnten Material spielen kann“, betont Dornbusch, der mit seinem Team durch die Zwischenstation in Düsseldorf aber keine unliebsamen Flug-Überraschungen erleben wird.
