Oldenburg - Auf einen Gegner, der bei ihr ganz spezielle, aber für das Team insgesamt nicht ganz so schöne Erinnerungen weckt, trifft Maira Völker vom VfL II an diesem Wochenende in der 3. Handball-Liga. Gegen die HSG Mönkeberg/Schönkirchen (23:11 Punkte), die am Samstag ab 16.30 Uhr in der Sporthalle Wechloy dem Juniorteam (18:16, 8. Rang) gegenübersteht und als Tabellenvierter sogar noch minimal von der Meisterschaft träumen darf, haben die Oldenburgerinnen im Hinspiel im November ein 25:34 kassiert.
Die Energie
„Es geht um wichtige Punkte für beide Teams, deshalb erwarte ich ein hart umkämpftes Spiel mit voller Konzentration, Leidenschaft und Teamgeist“, sagt Völker, die mit ihrem Team um Platz sechs und damit den sicheren Klassenerhalt kämpft. Dass sie starke Gegner in die Knie zwingen kann, hat die VfL-Reserve zuletzt beim 25:21-Heimsieg gegen Primus Henstedt-Ulzburg eindrucksvoll bewiesen. „Wir wollen an die Leistung anknüpfen, die positive Energie und den Kampfgeist mitnehmen und alles geben, um die zwei Punkte zu Hause zu behalten“, betont Völker.
Die Chemie
„Gegen Mönkeberg war mein erstes Spiel in der 3. Liga. Ich konnte sogar mein erstes Tor werfen“, blickt die 18-Jährige auf die Partie beim Team aus dem Kreis Plön unweit der Kieler Förde zurück. „Es war nicht das schönste Spiel, weil wir leider einen recht kleinen Kader mit einigen angeschlagenen und verletzten Spielerinnen hatten – aber trotzdem war es natürlich eine große Ehre, mitspielen zu dürfen“, sagt die Rückraumspielerin, die seit dem zweiten C-Jugend-Jahr für den VfL aktiv ist: „Wir waren da ein mehr oder weniger bunt zusammengewürfelter Haufen, der sich erst einmal kennenlernen musste. Das ging aber ganz schnell. Die Chemie hat gestimmt – seitdem durchlaufen wir die Jugendmannschaften des VfL zusammen.“
Die Pandemie
In der B-Jugend qualifizierte sich das Team in den vergangenen beiden Jahren für die Deutschen Meisterschaften, 2020 sogar als Niedersachsenmeister, dem bisher größten sportlichen Erfolg in Völkers Karriere. Nur mit der DM-Teilnahme wurde es nichts, da die Pandemie einen Strich durch die Rechnung machte. Erst in dieser Saison durfte sich Völker mit der A-Jugend wie mit dem Drittliga-Team auf höchstem Niveau messen. Nachdem es für die VfL-Talente in der Jugend-Bundesliga diesmal in der Vor- wie der folgenden Pokalrunde eher durchwachsen lief, möchte die 18-Jährige mit dem Nachwuchsteam in der neuen Saison die Qualifikation schaffen und dann möglichst mehr erreichen.
Die Euphorie
Zunächst geht es aber um den Klassenerhalt in der 3. Liga. Zudem könnte in der A-Jugend-Oberliga ein weiterer Niedersachsentitel die Handball-Euphorie noch steigern. „Langfristig gesehen möchte ich auf jeden Fall den Spaß behalten, eventuell Fuß in der 3. Liga fassen und vor allem verletzungsfrei bleiben“, sagt Völker: „Ich möchte mich natürlich auch weiterentwickeln – und dann werden wir sehen, wohin mich der Weg führt.“
Beim Handball war Maira Völker vor rund neun Jahren im Ammerland gelandet, als sie eine Freundin zum E-Jugend-Training beim SVE Wiefelstede begleitete und eigentlich zuschauen wollte. „Bei dem damaligen Trainer gab es kein Zugucken, nur Mitmachen – ich war sofort Feuer und Flamme“, erzählt die 18-Jährige, die auch gern beim Kinderturnen, kurz beim Rope Skipping sowie beim Trampolinturnen aktiv war. „Aber alles war eben kein Handball und somit nicht von Dauer“, erzählt die Rückraumspielerin lachend.
