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50 Jahre Trakehnenstraße in Oldenburg Vom ersten Telefonanschluss bis zum „weißen Haus“

Ein Luftbild der Trakehnenstraße aus den 1980ern. Zu sehen ist das Haus von Uta Pille und der Wendeplatz.

Ein Luftbild der Trakehnenstraße aus den 1980ern. Zu sehen ist das Haus von Uta Pille und der Wendeplatz.

Privat

Oldenburg - Die Häuser haben sich verändert, die Straße ist dieselbe geblieben: Seit 50 Jahren gibt es die Trakehnenstraße in Dietrichsfeld. Und nahezu ebenso lange kommen die Bewohnerinnen und Bewohner jeden Sommer zu ihrem Straßenfest zusammen. In diesem besonderen Jahr haben sie über die vergangenen 50 Jahre reflektiert.

Uta Pille gehört zu den ersten Bewohnern der Trakehnenstraße. Sie hatte damals den ersten Telefonanschluss und initiierte auch das Straßenfest. „Mein Mann meinte, ob das nicht zu viel Arbeit sei, aber es hat sich immer so gelohnt“, beschreibt sie. Man könne sich nicht mehr vorstellen, ohne die Festlichkeit zu leben.

50 Jahre rote Rosen

Walburga und Heinz-Peter Hahn zogen als dritte Mieter 1990 in eines der Häuser der Straße, das sie mittlerweile ihr Eigen nennen können. „Wir mieteten von einem älteren Ehepaar, das im Garten Rosen angepflanzt hatte“, sagt Walburga Hahn. Diese blühen heute noch.

Ihre Kinder wuchsen gemeinsam in der Trakehnenstraße auf (v.l.) Uta Pille, Walburga und Heinz-Peter Hahn

Ihre Kinder wuchsen gemeinsam in der Trakehnenstraße auf (v.l.) Uta Pille, Walburga und Heinz-Peter Hahn

Sie berichtet von einer Geschichte, die im Gedächtnis geblieben ist. „Als unsere Kinder noch klein waren, hörten wir plötzlich Utas Stimme durch das Babyfon“, sagt Hahn. Pille habe ihren Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen, die auch die Kinder von Hahn in den Schlaf wiegten. Offenbar waren die Babyfone bei beiden Nachbarinnen auf dieselbe Frequenz eingestellt. „Eigentlich ganz schön“, erinnert sich Hahn.

Bobbycar-Karawane

In der Trakehnenstraße sind mehrere Generationen großgeworden. Treffpunkt für alle Kinder war dabei immer der Wendeplatz am Ende der Straße. Dort wird bis heute gespielt, Einrad-Fahren geübt oder in einer Bobbycar-Karawane an den Häusern vorbeigezogen. Mittlerweile sind es die Enkel der ersten Bewohner, die in die Straße ziehen

Dazu gehört auch Sebastian Prömmel. Als Kind hat er viel Zeit bei seinen Großeltern in der Trakehnenstraße verbracht. In den letzten Jahren übernahm er das Haus. Nun lebt er mit seiner Lebensgefährtin Jennifer Buß und ihren vier Kindern dort. „Ich habe im Tante-Emma-Laden, der damals noch in der Straße war, immer Süßigkeiten für mich und eine ganze Stange Zigaretten für Oma geholt“, sagt er.

Das „weiße Haus“

Auch die Trakehnenstraße, in der größtenteils Eigenheimen stehen, ist die Nachverdichtung zu spüren. Das „weiße Haus“, wie Prömmel das mehrstöckige Wohngebäude nennt, ragt zwischen anderen Häusern hervor. Einige Nachbarn hätten noch versucht, das alte Haus, das nach einem Todesfall leer stand, zu kaufen. Auf dem Bietermarkt hätten sie jedoch keine Chance gehabt. „Vorher stand dort ein Flachdachhaus mit vielen Bäumen drum herum“, erinnert sich Hahn.

Jennifer Buß und Sebastian Prömmel bezogen vor kurzer Zeit das Haus seiner Großeltern

Jennifer Buß und Sebastian Prömmel bezogen vor kurzer Zeit das Haus seiner Großeltern

Was wünschen sich die Nachbarn für die Zukunft ihrer Straße? „Das sie eine ökologisch-vertretbare und nachhaltige Straße wird“, antwortet Pille direkt. Sie selbst habe kürzlich erst eine Photovoltaik-Anlage für ihr Dach geholt. „Ich hoffe, dass die alten Häuser weiterhin Familien finden, die diese übernehmen und aufwerten“, fügt Hahn hinzu. Eines steht fest: Die enge Bindung in der Nachbarschaft, bei der jeden auf jeden achtet, wird wohl noch viele weitere Jahre bestehen bleiben.

Sabrina Holthaus
Sabrina Holthaus Volontärin, 1. Ausbildungsjahr
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