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Festival am Schlossplatz Wie Oldenburg „MINT“ sichtbar macht

Jakob Lüers
Beschäftigung mit dem menschlichen Skelett: Taalke (links) und Melina, beide 14 Jahre alt, hatten offensichtliche Spaß an den naturwissenschaftlichen Stationen.

Beschäftigung mit dem menschlichen Skelett: Taalke (links) und Melina, beide 14 Jahre alt, hatten offensichtliche Spaß an den naturwissenschaftlichen Stationen.

Sascha Stüber

Oldenburg - Knapp 40 Stände, leckeres Essen und vor allem eine ganze Menge zu entdecken – das erste „Ahoi Mint“-Festival rund um den Oldenburger Schlossplatz hat am Freitag hunderte Gäste, vor allem Schulklassen aus der Region, in die Innenstadt gezogen, und einen Einblick in das breite Angebot der MINT-Fächer geboten.

Noch Hemmungen

Hinter der Abkürzung „MINT“ verbergen sich die Bereiche der Mathematik, der Informatik sowie der Naturwissenschaften und der Technik, die sicherlich nicht bei jedem Schüler ganz oben stehen, wenn es um die Auswahl der Lieblingsfächer geht. Hannah Krassuski vom Festival-Veranstalter „Ahoi Mint“ bestätigte diesen Eindruck: „Es gibt definitiv noch Hemmungen seitens der Schüler im MINT-Bereich. Vor allem Mädchen und junge Frauen haben mit den Fächern Probleme“.

Dies schlage sich momentan vor allem auf dem Arbeitsmarkt in Form des Fachkräftemangels nieder, so Krassuski weiter. Die 29-Jährige wünscht sich, dass Kinder bereits in der Grundschule verstärkt in Kontakt mit MINT gebracht werden. Der dort angebotene Sachkundeunterricht reiche längst nicht aus, um einen vernünftigen Grundstein zu legen.

Das Angebot des Festivals soll nun dazu dienen, die Vielfalt aufzuzeigen, die MINT bieten kann. Von künstlicher Intelligenz über Geruchsexperimente bis hin zur Gewässeruntersuchung und Apps zum Erhalt von Biodiversität war am Schlossplatz alles dabei. Auch mögliche Berufsperspektiven in den entsprechenden Bereichen kamen zur Sprache.

„Ich freue mich einfach, dass so viele Leute hier sind“, so Nadja Belova aus der Didaktik Chemie der Universität Oldenburg, die an ihrem Stand zum Geruchsexperiment einlädt. „Mir ist wichtig, dass wir MINT sichtbar machen, und zeigen, was alles möglich ist.“ Das Festival sei die ideale Gelegenheit dazu, Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen, wie viel MINT zu bieten habe. Trotz alledem stünde beim ersten „Ahoi Mint“-Festival natürlich der Spaß im Vordergrund.

Belova sieht auch, dass das generelle Interesse in den Schulen steigt: „Die Beliebtheit der Fächer Physik und Chemie nimmt definitiv wieder zu – das war nicht immer so.“ Lars Hüsemann, Vorstand von „Kreativ trifft Technik“, einem Verein, der Kindern und Jugendlichen das Programmieren näher bringt, unterstützte diese These: „Es gibt mehr Zuspruch, wir spüren, dass das Interesse wächst.“

Großer Andrang

Dem Angebot entsprechend groß war der Andrang auf dem Schlossplatz von Schulgruppen und Lehrkräften. Philip Wessel, Jens-Dieter Denkmann und Jörg Scheffer vom Alten Gymnasium Oldenburg besuchten das Festival mit ihren Biologie-Kursen. „Wir sind sehr dankbar, dass die Wahrnehmung der MINT-Fächer so nach außen getragen wird“, freute sich Denkmann. Das Angebot innerhalb der Schule steige ebenso wie die Motivation der Schüler, sich Wissen außerschulisch anzueignen – Philip Wessel sieht darin eine gute Entwicklung für den MINT-Bereich.

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