Oldenburg/Hohenfels - Es ist ein scheinbares Idyll im oberpfälzischen Hohenfels, irgendwo zwischen Nürnberg und Regensburg. Die leicht bergige Landschaft ist größtenteils bewaldet, eine dünne Schneedecke überzieht den Boden. Alles ist ruhig. Dann knallt es.
Von rechts rollt ein Kampfpanzer an. Aus der Deckung heraus formiert sich ein Trupp Soldaten, nimmt ihn mit einer Panzerfaust ins Visier. Sie wollen ihren Bataillonsgefechtsstand verteidigen, wo alle taktischen Fäden für ihren Einsatz zusammenlaufen. Rauchbomben fliegen und vernebeln die klare Bergluft. Ein paar hundert Meter weiter stehen sich weitere Panzer gegenüber. Es ist ein Szenario, dass niemand erleben möchte. Die gute Nachricht ist: Hier stirbt heute niemand. Es ist alles nur eine Übung, das Knallen stammt von Platzpatronen.
US-Verpflegung
Der simulierte Kampf spielt sich auf dem riesigen Truppenübungsgelände JMRC der US-Armee statt, die auch Stützpunkte auf deutschem Boden betreibt. Auf dem Flugfeld stehen Chinook- und Apache-Hubschrauber. Statt der von der Bundeswehr bekannten Einmann-Packung EPa kommen MREs (Meals Ready-to-Eat) ins Marschgepäck. In der Basis gibt es einen eigenen Burger King. Wer auf dem Gelände zurechtkommen möchte, sollte Englisch sprechen.
Bei der Übung „Allied Spirit“, die regelmäßig durchgeführt wird, üben rund 6000 Soldatinnen und Soldaten auf dem Truppenübungsplatz in Hohenfels. Neben der Bundeswehr sind Militärangehörige unter anderem aus den Niederlanden, Lettland, Italien, den USA, Großbritannien und Polen mit dabei. Insgesamt beteiligen sich mehr als zehn Nationen.
Auf 163 Quadratkilometern Übungsfläche trainieren Panzer- und Helikopterbesatzungen sowie Infanterieeinheiten den Kampf in einem simulierten Gefecht.
Das JMRC (Joint Multinational Readiness Center) in Hohenfels wird von der US-Armee geführt. Sowohl die eigenen Soldaten als auch die der europäischen Verbündeten werden hier für Kampfeinsätze vorbereitet. Auf dem Areal gibt es ein 319 Kilometer langes Straßennetz sowie Dörfer mit 1345 Gebäuden. Ein eigenes Flugfeld lässt es zu, Helikopter und Luftstreitkräfte in die Übungseinsätze mit einzubinden.
Auf dem Übungsplatz sind neben den Amerikanern selbst regelmäßig Truppen von Verbündeten aus ganz Europa zu Gast. Derzeit findet noch bis zum Wochenende die mehrwöchige Großübung „Allied Spirit“ statt. Unter der Führung der 1. Panzerdivision der Bundeswehr, deren Stab in Oldenburg beheimatet ist, trainieren mehr als 6000 Soldatinnen und Soldaten aus mehr als zehn Nationen für den Fall, dass etwa von der Nato der Bündnisverteidigungsfall ausgerufen wird und internationale Truppen gemeinsam einem Feind gegenüberstehen.
Zum Beispiel Russland? Der Konflikt um die Ukraine im Osten Europas ist selbstverständlich präsent. Von außen bekommen die Soldaten immer wieder die Frage gestellt, ob die Übung in der jetzigen Lage eine besondere Relevanz erhält. Das wird weder bejaht noch verneint. Man müsse grundsätzlich einsatzbereit sein, heißt es.
Fakt ist: Bei „Allied Spirit“ geht es nicht darum, in der aktuellen Lage die Muskeln spielen zu lassen. Die Planungen für die regelmäßig durchgeführte Großübung laufen bereits seit mehr als eineinhalb Jahren.
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick Buck
Die Bundeswehr und internationale Verbündete übten bei "Allied Spirit" in Hohenfels für den Einsatz.
Patrick BuckLob fürs Umfeld
Brigadegeneral Heico Hübner, Kommandeur der 1. Panzerdivision, hebt daher den Wert der Übung unabhängig von der politischen Lage hervor. Zudem lobt er das Umfeld, das die Amerikaner zur Verfügung gestellt haben. „Das JMRC bietet hervorragende Übungsmöglichkeiten, um das Zusammenwirken von Aufklärung, Kampftruppe, Kampfunterstützung und Logistik in einem realitätsnahen Szenario ganz praktisch auf Divisionsebene zu üben“, sagt er. Dann muss er zurück aufs Übungsgelände. Dort ist es ruhig. Aber es kann jederzeit knallen.
