Kaum aus dem benachbarten Hotel im Modehaus angekommen, nehmen sich Ana Ivanovic und Bastian Schweinsteiger vor der Abendveranstaltung im Modehaus Leffers noch Zeit für ein Gespräch mit der Nordwest-Zeitung. Die Themen liegen dabei natürlich auf der Hand.
Es gibt kaum noch einen Fußballer, der in der Öffentlichkeit nicht auch Wert auf ein auffälliges oder extravagantes Äußeres legt. Sind Mode und Fußball oder Sport im Allgemeinen gar nicht mehr zu trennen?
Bastian SchweinsteigerJa, das gehört heute zusammen, wobei ich sagen muss: Schon früher gab es Leute wie Günter Netzer, die sich sehr für Mode interessiert haben. Heute ist das durch die Präsenz auf Social Media nochmal deutlich verstärkt. Zu meiner Zeit waren es vor allem noch die italienischen Mitspieler, dieda extrem viel Wert drauf gelegt haben. Ansonsten war das damals zumindest beim FC Bayern noch nicht so der Fall. Ich finde das aber gut, wenn sich Leute Gedanken machen, was sie anziehen.
Wenn ich Bastian Schweinsteiger und Oldenburg bei Google eingebe, erhalte ich exakt ein Ergebnis, bei dem Sie als Ehrenmitglied eines Basketball-Fanclubs geehrt werden – nach einem Spiel des FC Bayern gegen Oldenburg. Hand aufs Herz: Hatten Sie bis heute irgendeine Verbindung zu unserer Stadt?
SchweinsteigerNein, nicht wirklich. Ich kann mich aber erinnern, dass das Logo damals auf den Getränke-Dosen abgedruckt war, als der VfB in der zweiten Liga gespielt hat. Daher kenne ich den Verein. Durch meinen Bruder habe ich eine relativ frische Erinnerung: Sein erstes Spiel als Trainer des VfL Osnabrück war gegen Oldenburg. Das habe ich mir bis zur 70. Minute angeguckt, da lag Osnabrück 3:1 vorn und ich dachte, der Deckel ist drauf, das reicht. Und dann gewinnt Oldenburg noch 4:3… Ich habe mir heute aber mal die Stadt angeguckt und war ein bisschen in den kleinen Gassen unterwegs. Sehr schöne Innenstadt und freundliche Leute.
Oldenburg ist eine echte Fußball-Stadt, auch wenn es gerade nicht mal für den Profifußball reicht. Und jetzt kommt einer der bekanntesten Fußballer des Landes zu einem Mode-Event. Sind Sie des Sportes langsam etwas überdrüssig oder was fasziniert sie wirklich an Mode?
Bastian SchweinsteigerMode verändert sich. Plötzlich kommt nach 15 Jahren ein Trend zurück, der eigentlich out war. Finde ich cool. Durch meine Zusammenarbeit mit Brax lerne ich auch dazu und entwickle ein Auge für Mode und mache mir Gedanken, was zueinander passt. Das ist doch spannend.
Frau Ivanovic, wann und warum hat sich ihr Fokus vom Sport in Richtung Mode verschoben? Erst mit dem Ende der aktiven Karriere oder schon zuvor?
Ana IvanovicUm ehrlich zu sein: Als Frau habe ich mich schon immer für Mode interessiert. Ich hatte als aktiver Profi nur ein Problem: Ich war immer unterwegs und habe aus dem Koffer gelebt, in den nicht viel passt. Also habe ich Sachen ausgesucht, die einfach zu kombinieren sind. Das hat sich mittlerweile geändert und ich habe eine größere Auswahl, was mir mehr Möglichkeiten zum Variieren einräumt.
Jetzt mal ehrlich: welches ist Ihr ältestes Kleidungsstück, dass sie immer noch gerne tragen?
IvanovicIch habe einige Klamotten in der Tat schon sehr, sehr lange. Aber es gibt eine Leggings, die ich häufig trage, weil sie zu so vielen Outfits passt, ich kann sie schick stylen und gemütlich tragen.
Und noch eine klassische Modefrage: Worauf werden Sie im kommenden Winter Wert legen?
IvanovicIch freue mich auf den Winter und mag es, mich in mehreren Schichten zu kleiden. Das erlaubt einem, mit verschiedenen Outfits gleichzeitig zu spielen, mal einen Rollkragen, mal ein Shirt, darüber dann ein Mantel. Ich liebe Mäntel, die sind immer ein tolles Accessoire. Die können – genauso wie Stiefel übrigens - jedes Outfit nochmal ergänzen oder komplett verändern.
