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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Jugendgewalt: Auch im Knast zum Sohn gehalten

13.05.2014

Oldenburg Mit einem Aufruf in der NWZ  ließ Undine Schulz im August 2007 die Zeit des Versteckens hinter sich. Damals saß ihr Sohn Dennis im Jugendknast, und sie wollte anderen Eltern Mut machen, sich nicht zu schämen, sich nicht zu verstecken, sondern sich gegenseitig in einer Selbsthilfegruppe zu unterstützen. Am Sonntagabend saß die 54-Jährige gemeinsam mit ihrem Sohn Dennis in den roten Ledersesseln im Berliner Gasometer in der Talkshow bei Günther Jauch. Diskutiert wurde über das Thema Jugendgewalt. Vorausgegangen war ein „Tatort“ aus Köln zu eben diesem Thema, bei dem es auch um die Hilflosigkeit der Eltern ging.

Undine Schulz wollte lange nicht wahrhaben, dass – so sagte die Mutter von drei Kindern 2007 im Gespräch mit der NWZ  – aus dem süßen Fratz, der eben noch in Pampers durch die Wohnung krabbelte, längst ein Dieb und Schläger geworden war. Mit 14 schmiss er die Schule und machte für diese Probleme seine Mutter verantwortlich. Sie wiederum lebte zwischen der Angst, dass die Polizei mit Dennis in Handschellen vor der Tür stand, und der Überforderung, den Jungen zu erziehen.

Als sie 2007 vom Überfall auf einen Imbiss las, fiel ihr nicht im Traum ein, dass es ihr Sohn gewesen sein könnte. Doch so war es. Für den Raub mit einer Gaspistole schickte der Richter den damals 17-Jährigen für drei Jahre und neun Monate in den Knast.

Wie wurde aus dem „lieben Kind“, das die gebürtige Niederländerin Undine Schulz seit 1992 allein erzogen hatte, ein Gewalttäter? Das ist eine jener Fragen, die auch Jauch Sonntagabend Dennis Schulz stellte. Der ist seit 2011 wieder auf freiem Fuß, arbeitete als Maler und Lackierer und ist in der Gesellschaft wieder angekommen. Rückblickend erklärt er: „In mir habe ich immer eine Aggressivität gespürt und wusste nicht, wohin damit.“ Er habe keine Ahnung gehabt, wie er seine Energie hätte umleiten können, etwa in einen Verein.

Seine Mutter Undine und auch die beiden Schwestern hielten während der gesamten Zeit zu ihm. Sie besuchten ihn auch regelmäßig, als er in den Justizvollzugsanstalten Hameln und Vechta saß.

Und obwohl Dennis Schulz hinter Gittern seinen Schulabschluss nachgemacht hat, erklärt er diese Jahre „als verlorene Zeit“. Dort kämen zu viele Kriminelle zusammen, das würde nicht viel bringen. Dennis Schulz meint, dass man ihn hätte früher härter bestrafen sollen, damit er eher aufgewacht wäre.

Auch wünscht er sich mehr Angebote für Jugendliche und nennt als gutes Beispiel in Oldenburg die HipHop-Gruppe „261Support“. Undine Schulz ist froh, dass sie ein Tabu gebrochen und die „Kinder im Knast“-Selbsthilfegruppe (Kimka) gegründet hat. So konnte sie vielen Eltern straffälliger Jugendlicher helfen.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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