Selbstverständlich darf so etwas nicht sein, wenn die Organisation grundsätzlich die Sonntags- und Feiertagsarbeit verurteilt. Was mich allerdings an Ihrer Berichterstattung irritiert, ist die meines Erachtens nach unterschwellige Unterstellung, die Erklärung des Herrn Hinrichs sei möglicherweise nicht der Wahrheit entsprechend („Kommunikationsprobleme sollen es gewesen sein“). Ich kenne Herrn Hinrichs nicht, aber: Warum kann man so eine Erklärung nicht einfach einmal akzeptieren – mit etwas Vertrauen in eine Organisation bzw. einen Menschen und mit einer fehlerfreundlichen Haltung anderen gegenüber? (...)
Meiner Meinung nach brauchen wir alle in diesem Leben und in jeder Gesellschaft Vertrauen untereinander. Mit Vertrauen können wir konstruktiv handeln und gegenseitig unterstützen. Eine fehlerfreundliche Haltung lässt Vertrauen wachsen. Daher würde ich es begrüßen, in so einem Fall wie diesem „in dubio pro reo“ gelten zu lassen und auf vermeintlich aufklärend-kritische Kommentare zu verzichten.
Eine Kommunikationspanne soll der Grund gewesen sein (...). Ich vermute, das Problem liegt tiefer! Hat sich Verdi mal gefragt, warum den Arbeitern die veranschlagte Zeit für den Auftrag offensichtlich nicht ausgereicht hat? Trotz aller Kritik, die Verdi öffentlich an prekären Arbeitsverhältnissen äußert, auch Verdi hat bei der Vergabe von Aufträgen die Kosten im Blick!
Und so bekommt der günstigste Bieter den Auftrag, ohne zu überlegen, zu wessen Lasten das geht! Das ist der Nährboden für schlechte Bezahlung, viel zu enger Zeitkalkulation und letztlich für viele prekären Arbeitsverhältnissen! Der letzte in der Kette ist der Schwächste! (...) Liebe Verdi, neben den Fenstern gibt es auch vor der eigenen Tür wohl einiges zu putzen!
