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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Stadterkundung: Auf dem Schulweg von Ulrike Meinhof

24.08.2013

Oldenburg Zugegeben, ein bisschen seltsam kommt man sich vor, so mitten am Tag mit gemütlichen, schwarzen Kopfhörern durch die belebte Katharinenstraße zu schlendern und einem Hörspiel zu lauschen. Was man am Startpunkt, dem Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, das dieses Projekt mit der Landesbibliothek präsentiert, noch nicht weiß: Die nächsten 20 Minuten werden unter die Haut gehen, die Stimmen der Schauspieler Klaas Schramm, Anne Eversbusch und Elske Burkert sich ins Gedächtnis brennen. Nie wieder wird man hier entlang gehen können, ohne an die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof zu denken, deren Schulweg die Katharinenstraße womöglich war.

Erzählt werden Fragmente aus dem früheren und späteren Leben von Ulrike Marie Meinhof, die 1934 in Oldenburg geboren wurde und später die Liebfrauenschule besuchte, die man am Ende der Katharinenstraße erblickt. Ein Beispiel: „Stell dir vor, unter dieser Kastanie könnte ein Mädchen gestanden, den Wind in den Blättern gehört haben“, sagt die männliche Erzählerstimme sanft. „Sentimentale Scheiße“, unterbricht eine Frauenstimme barsch: „Hier in der Frauenpsychiatrie der JVA Köln ist nichts als Weiß, nur zermürbende Isolation.“

Anderthalb Jahre hat der Oldenburger Klang- und Medienkünstler Christian Gude an seinen Hörgängen gearbeitet, von denen der erste nun vorgestellt wurde und vier weitere in den nächsten Monaten folgen sollen. „Ein Hörspiel für jedermann, jederzeit“, wollte er schaffen und dabei die Stadt mit neuen Augen sehen. Jede der fünf Episoden ist in sich geschlossen und „nicht als Audioführer zu verstehen“, betont Gude.

Vielmehr soll der Hörer in der Katharinenstraße (beginnend beim Edith-Ruß-Haus), und künftig auch im PFL, im Alten Rathaus, am Pferdemarkt und in der Lambertikirche kurze Hörinstallationen erleben, die den jeweiligen Ort neu erfahrbar machen. Akustische Folien wechseln ebenso wie zeitliche Ebenen und verschiedene Realitäten. „Ausgehend von dokumentierten Ereignissen, habe ich die Geschichte fiktiv erweitert“, erläutert Christian Gude, der auch schon „Die Hölle von Donnerschwee“ zum Klingen brachte.

Zwar hat Gude seine Hörgänge von den Zwängen des Mediums weitgehend befreit – man muss nicht vor dem Radio sitzen – aber einen MP3-Player oder sein Smartphone braucht man schon. MP3-Player können im Edith-Ruß-Haus ausgeliehen werden, ebenso Kopfhörer. Künftig sind die Player auch an anderen Orten erhältlich unweit der weiteren Hörgänge.

Wer kleine Ohrstöpsel bevorzugt, möge eigene mitbringen. Ein so genannter QR-Code hängt beim jeweiligen Ausgangspunkt. In der Katharinenstraße ist dies der Schaukasten des Edith-Ruß-Hauses. Den Code scannt man mit dem Handy und kann dann das Hörspiel herunterladen oder einfach abspielen. Und nun los, es lohnt sich!


Mehr Infos unter   http://oldenburg.hoergaenge.net/ 
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