Oldenburg - Eine Live-Schaltung ins Gehirn, die Erforschung von Walgesängen, vermeintlich diktatorische niederländische Kinder und die Funktionsweise des Ohres bei menschlichen und außerirdischen Lebensformen – das waren die Themen des „Science Slam“ am Mittwochabend in der Exerzierhalle am Pferdemarkt.
Vier Nachwuchswissenschaftler stellten dort ihre wissenschaftlichen Arbeiten für Jedermann verständlich und auf unterhaltsame Weise vor. Am Ende wurde der beste Beitrag von einer Zuschauer-Jury mit dem „Goldenen Gehirn“ ausgezeichnet.
Walisch für Anfänger
Den Anfang machte Sebastian Menze vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven mit „Walisch für Anfänger“. Er befasste sich mit der Kommunikation von Walen in der Antarktis. „Da kann man den ganzen Tag zuhören; und das machen wir eigentlich auch“, so der 23-Jährige.
Nichtsdestotrotz müssten viele Daten ausgewertet werden. „Das ist nicht so, dass wir Mundharmonika spielen, da hinfahren und die Wale dann durch Ringe springen“, sagte Menze weiter.
Ihm folgte Sara Jonkers von der Universität Oldenburg. Sie beobachtete niederländische Kinder beim Erlernen der Sprache und stellte fest, dass sie besonders häufig das Wort „moeten“, zu deutsch „müssen“, benutzen. „Daraus könnte man schließen, dass niederländische Kinder kleine Diktatoren sind“, so Jonkers. Tatsächlich habe das Wort aber nur eine deutlich breitere Bedeutung bei Kindern als bei Erwachsenen.
Blick in Hirn und Gehör
Einen Blick ins Gehirn ermöglichte Stefanie Enriquez-Geppert. Ihr ging es um die Leistungssteigerung des Gehirns. „Schlauer, schneller, effektiver. Das hört sich erstmal an wie die akademische Version von ’Germany’s Next Topmodel’“, so die 33-Jährige.
Zuletzt kam Steffen Kortlang aus Oldenburg, der auch das „Goldene Gehirn“ mit nach Hause nehmen konnte. Mit seiner Handpuppe „Hörnichtgut“ vom Planeten „Ohrion“ erläuterte er die Funktionsweise des Ohres und verhalf dem schwerhörigen Alien zu einem besseren Gehör.
Veranstaltet wurde der „Science Slam“ von der Graduiertenschule Naturwissenschaft und Technik. Er sollte aber nicht nur unterhalten. „Ziel ist es die Wissenschaftler aus dem Elfenbeinturm zu holen, andere Menschen für Wissenschaft zu begeistern und zu zeigen, dass Wissenschaft auch Spaß machen kann“, sagte Organisatorin Beate Grünberg.
