Oldenburg - Wo fühlen Sie sich in Oldenburg nicht sicher? Wo beschleicht Sie – zumindest subjektiv empfunden – ein komisches Gefühl oder Unwohlsein? In welcher Ecke haben Sie etwas erlebt, dass Ihnen Angst gemacht hat? Und wo sieht das genau anders herum aus: Was sind Wohlfühlorte, die sich besonders sicher anfühlen? Die Stadt Oldenburg will von ihren Bürgerinnen und Bürgern wissen, an welchen Plätzen, in welchen Lokalitäten und bei welchen Gelegenheiten und Veranstaltungen sie Sicherheit oder Unsicherheit empfinden.
Wo häufen sich Belästigungen?
„Oldenburg – ganz sicher“ heißt das Projekt, das der Präventionsrat, der Fachdienst Geoinformation und das Gleichstellungsbüro der Stadt auf den Weg gebracht haben und das zum kommunalen Aktionsplan gegen Gewalt gehört. Die Meldungen sollen über das Online-Portal www.gemeinsam.oldenburg.de gemacht werden. „Uns geht es darum, etwas zu verbessern und dafür muss genau hingeschaut werden. Wir sind uns bewusst, dass wir nicht jede Situation entschärfen können, möchten aber zumindest einen Beitrag dazu leisten, dass sich Frauen und Männer an möglichst vielen Orten in Oldenburg sicher fühlen“, sagt Stadtsprecherin Kim Vredenberg-Fastje auf Nachfrage unserer Redaktion zu dem Aufruf.
Es geht darum, den Wohlfühlfaktor überhaupt erst zu ermitteln und gegebenenfalls zu erhöhen. Gemeldet werden sollen Wege und Plätze, die mehr oder weniger gerne genutzt werden. „Dabei kann es sich sowohl um öffentliche Orte als auch um Busse, Cafés oder Diskotheken handeln“, so die Mitteilung der Verwaltung. „Mit deiner Hilfe möchten wir herausfinden, an welchen Stellen im Stadtgebiet sich Belästigungen oder Unsicherheiten häufen“, so der Aufruf auf „Gemeinsam Oldenburg“.
Ergebnisse im Frühjahr
Dass das Sicherheitsempfinden höchst subjektiv ist, ist den Verantwortlichen bewusst, erklärt Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte. Es könne je nach Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand sehr unterschiedlich sein. „Wir möchten erfahren, wo jemand bereits negative Erfahrungen gemacht hat. Dabei kann es sich auch um vermeintlich harmlose Gegebenheiten handeln, wie beispielsweise anzügliche Bemerkungen“, so Renate Vossler.
Auf dem digitalen Meldeportal können sich Teilnehmer registrieren und einloggen und auf einer Stadtkarte direkt einen Ort suchen. Optional ist es auch möglich, ein Foto hochzuladen. Danach können über ein Freitextfeld Erfahrungen geschildert werden. Bisher sind rund 25 Meldungen eingegangen. Mitlesen, was andere Teilnehmer berichten, können die Nutzer nicht. „Erst im Anschluss an die Umfrage werden die gesammelten und ausgewerteten Informationen für die Öffentlichkeit dargestellt“, so Vredenberg-Fastje.
Im Februar 2024 werden die Meldungen ausgewertet und besonders sichere Orte gesammelt auf einer digitalen Stadtkarte dargestellt. Auch laufend werden Meldungen gesichtet: „Falls ein Handlungsbedarf gesehen wird, wird das Gleichstellungsbüro mit den Zuständigen das Gespräch suchen und idealerweise für Abhilfe sorgen“, so die Stadtsprecherin. Zuständige könnten beispielsweise das Bürger- und Ordnungsamt, die Polizei, das Amt für Verkehr und Straßenbau oder auch der Abfallwirtschaftsbetrieb und das Innenstadtmanagement sein. Mögliche Verbesserungen: die Reparatur kaputter Beleuchtung, das Einrichten von Frauenparkplätzen oder das Entfernen von Müll. Grenzen seien bei baulichen Maßnahmen und bei ordnungsrechtlichen Maßnahmen gesetzt.
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