Ein Urlaub auf einer traumhaften Insel mit Palmen, Sand und türkisblauen Buchten ist der Traum vieler Menschen – insbesondere zur Ferienzeit. Wer die lange Anreise scheut oder sein Geld lieber für andere Dinge ausgibt, hat jetzt die Chance, den Urlaub zu sich kommen zu lassen. Denn der Comedian, Bauchredner und Puppenspieler Sascha Grammel ist für zwei Auftritte im Nordwesten. Dabei präsentiert er sein aktuelles Programm „Fast fertig“ und nimmt seine Zuschauer mit nach „Grammel Island“. Im Interview mit unserer Redaktion berichtet der Künstler, warum er sein Programm auf einer Insel spielen lässt, welchen Zuwachs sein Puppen-Ensemble bekommen hat und warum ihn Oldenburg an eine zerbrochene Scheibe erinnert.

Herr Grammel, war es für Sie und Ihre Puppen an der Zeit für einen Urlaub oder gibt es einen anderen Grund für den Ausflug nach Grammel Island?

Zur Person

Sascha Grammel ist Comedian, Bauchredner und Puppenspieler.

Er wurde 1974 in Berlin geboren und hat eine Ausbildung zum Zahntechniker abgeschlossen.

Über Auftritte als Zauberer erlangte er erste Berühmtheit.

Den Durchbruch hatte der heute 48-Jährige mit seinem Programm „Hetz mich nicht“, das auch im Fernsehen übertragen worden ist.

Weitere Programme veröffentlichte er unter den Titeln „Keine Ahnung“ (2013), „Ich find´s lustig“ (2016) und „Fast fertig“ (2019).

Im Nordwesten tritt er in Oldenburg (20. August, EWE Arena) und Emden (21. August, Nordseehalle) auf.

Tickets gibt es im Online-Vorverkauf unter:

Sascha GrammelEs gibt mehrere Gründe für den Abstecher auf die Trauminsel. Zum einen wollte ich aus meiner gewohnten Umgebung ausbrechen. Das letzte Programm hat in meiner Heimat, im Berliner Bezirk Spandau, gespielt. Es war der richtige Zeitpunkt, um etwas Neues zu machen. Und ja, es war für mich und meine Puppen auch Zeit für einen Urlaub. Allerdings hat das, was auf der Insel passiert, weniger mit Urlaub und Entspannung zu tun, dafür umso mehr mit jeder Menge Spaß und guter Laune.

Werden dabei die altbekannten Figuren wie Frederic Freiherr von Furchensumpf oder Schildkröte Josie eine Rolle spielen oder gibt es neue Charaktere?

GrammelDie bekannten Figuren sind natürlich dabei. Es gibt aber auch neue Charaktere. Zum Beispiel den sprechende Berg Wolfgang oder meine bisher größte Puppe „Achim Spironsik“, ein Känguru, das mich auf seinem Rücken trägt und eine große Herausforderung ist, zu spielen.

Was ist denn an dieser Känguru-Puppe so besonders herausfordernd?

GrammelDie Puppe ist sehr komplex. Zum einen, weil sie so groß ist. Aber auch, weil man für die Steuerung der Gesichtsmimik viel Übung braucht. Es ist ein bisschen wie Saxofon spielen. Jeder meiner Finger kann im Innern des Kopfes einen Hebel bedienen und jeder Hebel hat zwei Funktionen. Ich kann das schon ganz gut, lerne aber immer noch dazu. Und das ist noch nicht alles, denn jede Figur muss einen Charakter und einzigartige Merkmale haben, die ich mir überlege und spielen muss. Achim zum Beispiel hat einen ganz anderen Sprechrhythmus als ich und seine Stimme klingt wie eine Ente im Stimmbruch.

Diese Weiterentwicklung der Charaktere ist wahrscheinlich ein Prozess, den man nie abschließen kann?

GrammelDeshalb heißt das Programm ja auch „FAST FERTIG“. Es entstehen immer neue Ideen – auch spontan, die ich dann in das Programm integriere. Das bedeutet, dass sich das Programm weiterentwickelt und nach drei Jahren nicht mehr genau so ist, wie ursprünglich konzipiert.

In Ihren Programmen nimmt das Bauchreden eine große Rolle ein. Welche Relevanz hat diese Fertigkeit heute noch, wo man auch mit digitalen Effekten arbeiten könnte?

GrammelDas Bauchreden ist eine Live-Kunst, die von der audio-visuellen Täuschung lebt. Auch muss man spontan sein und mit dem Publikum interagieren. Das kann man nicht durch digitale Effekte ersetzen. Viel wichtiger als das Bauchreden ist aber die Geschichte, die man erzählt. Nur wenn die gut ist, kommt das Gesamtpaket an.

Nutzen Sie Ihre Bauchredner-Fähigkeit auch im Privatleben?

GrammelNein, das ist für mich zwar eine große Leidenschaft und ich beschäftige mich täglich viele Stunden damit. Aber wenn ich „Feierabend“ habe, ist das kein Thema mehr.

Apropos Feierabend: Haben Sie Zeit, sich rund um Ihre Auftritte die Städte anzuschauen, in denen Sie spielen?

GrammelDas ist unterschiedlich. Es gibt neben den Auftritten viel zu organisieren. Wenn sich dann noch Zeit findet, gehe ich manchmal joggen oder spazieren und schaue mir auch die Städte an. Als ich vor einigen Jahren in Oldenburg war, war ich nach meinem Auftritt noch mit meiner Crew etwas trinken. Das werde ich zum Beispiel nie vergessen.

Warum nicht?

GrammelWeil unser Fahrer später beim Zurücksetzen die Heckscheibe unseres Tourbusses zerstört hat. Das passiert nicht alle Tage.

Sie kommen aber trotzdem gerne zurück, oder?

GrammelAuf jeden Fall! Nur parken wir dieses Mal woanders (lacht). Ich freue mich schon sehr auf die Auftritte in Oldenburg und einen Tag später in Emden. Ich hoffe, dass viele Menschen kommen, mit mir zusammen mal eine Pause vom Alltag machen und etwas vom Urlaubsfeeling auf Grammel Island mit nach Hause nehmen.