Oldenburg - 4500 Jugendliche sind in diesen Tagen in die Messehalle der Weser-Ems–Hallen geströmt, um mit mehr als 100 ausstellenden Ausbildungsbetrieben, Hochschulen, Fachschulen und Institutionen in den direkten Kontakt zu treten. Dort fanden an zwei Tagen die Ausbildungsmesse Vocatium statt. Von den Veranstaltern, dem IfT – Institut für Talententwicklung – wurde ein Konzept erarbeitet, das die Schüler vorbereitet eintreffen lässt: Diese haben sich im Vorfeld unterschiedliche Berufe ausgesucht und bei den jeweiligen Ausstellern Termine für ein Gespräch gemacht, welches oftmals schon zu einem kleinen Vorstellungsgespräch führt. Maximal vier Gesprächstermine konnten sie wahrnehmen. Zusätzlich gibt es ein ausführliches Messehandbuch mit QR-Codes, die sie zu noch mehr Informationen weiterleiten. Im Vorfeld wurden zudem Workshops angeboten, um die Vorbereitung im Unterricht anzuleiten.
Präsenz zieht
Projektleiterin Franziska Nölting stellte klar, dass es sich bei der „Vocatium als Präsenzmesse keineswegs um ein Auslaufmodell handelt“. Obwohl die Annahme vorherrsche, dass Schüler sich vermehrt online informieren würden, zeige der Ansturm hier ein anderes Bild.
Weitere Eindrücke von der Vocatium 2023.
Torsten von Reeken
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Torsten von Reeken
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Torsten von Reeken
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Torsten von Reeken
Am „Round Table“ tauschten sich Vertreter von Schulen und Arbeitgebern aus.
Christine KellerDie Zielgruppe äußerte sich auf der Messe ebenfalls zufrieden: Oberstufenschülerin Nina hat sich nur einen Termin gemacht, schaut sich sonst bei den Ständen um, stellt dort Fragen und sammelt fleißig Flyer. Die beiden Schülerinnen Vanessa und Janne sind ganz ohne feste Termine gekommen. Sie hatten aber vorher die Aufgabe, sich mit den verschiedenen Ausstellern in Kontakt zu setzen und kündigten so ihr Interesse an. Lehrer Jürgen Steffens vom Ahlhorner Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium freut sich über das ausführliche Programm. Dieses helfe sowohl der Mittelstufe als auch der Oberstufe bei der Praktikumssuche.
Ein anderer Lehrer von der KGS Rastede bereitete seine Schüler mit präzisen Fragen auf die Gespräche mit den Ausstellern vor. In der Vergangenheit hätten schon mehrere Schüler den Kontakt nach der Messe vertieft.
Praktika als Einstieg
Der Veranstalter hatte außerdem zum sogenannten „Round Table“ eingeladen. Hier kamen Vertreter der verschiedenen schulischen Einrichtungen sowie ausstellender Unternehmen und Institutionen miteinander ins Gespräch. Dabei stand das Thema „Digital vs. Real? – Herausforderung Ausbildungsmarketing zwischen Internet, Social Media und persönlichem Gespräch“ im Mittelpunkt. Die Runde war sich einig, dass der „Kontakt auf Augenhöhe“, wie Cathleen Schmidt von EWE Netz es beschreibt, und das persönliche Gespräch eine wichtige Zugangsmöglichkeit zu jungen Menschen während der Berufsfindung darstellt. Und Nico Huestedde (Cewe Stiftung), Christian Dierks (Öffentliche Versicherung Oldenburg) sowie Manuel Schicke (LzO) stellten fest, dass der Nachwuchs in den Unternehmen vor allem durch Praktika angeworben werde. Dies spreche für den großen Einfluss durch das Knüpfen von Beziehungen und eines persönlichen Einblicks in einen Beruf. Die sozialen Medien dienen eher als „Informationsquelle“ für bereits Interessierte, so Dierks.
Aus schulischer Sicht werde „ein nachhaltiges Interesse bei den Schülern durch den Kontakt und die Begegnung“ mit potenziellen Ausbildern geweckt, sagte auch Tanja Herbst vom Gymnasium Antonianum Vechta. Patrick Nebert von der BBS Wesermarsch bezeichnete die Vocatium als einen „Ort der Kommunikation, in dem Schüler Schwellenängste überwinden“.
Man sollte zudem laut Dr. Sören Sundermann (IBS IT & Business School) „die verschiedenen Kanäle sinnvoll miteinander verbinden, um einen Mehrwert daraus zu erhalten“.
