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Bahnübergänge in Oldenburg-Ofenerdiek Gutachten sieht in Unterführung keine Lösung fürs Verkehrsproblem

Jetzt heißt es warten: Am Bahnübergang Am Stadtrand in Ofenerdiek sorgen die heruntergelassenen Bahnschranken regelmäßig für Rückstau.

Jetzt heißt es warten: Am Bahnübergang Am Stadtrand in Ofenerdiek sorgen die heruntergelassenen Bahnschranken regelmäßig für Rückstau.

Sascha Stüber

Oldenburg - Die Verkehrsprobleme an den beiden Bahnübergängen am Karuschenweg und an der Straße Am Stadtrand in Ofenerdiek sind ein ewiges Thema. Eine Unterführung unter der Bahnlinie, so der aktuelle Konsens, soll diese lösen. Weniger Stau, weniger Wartezeit, weniger Abgase in der Luft – das ist die Hoffnung. Die hat nun allerdings durch ein vorgelegtes Gutachten einen Dämpfer bekommen.

Die Planung

Nach langer Diskussion hatte sich die sogenannte Y-Variante an der Bahnquerung Am Stadtrand als Vorzugsplanung herauskristallisiert. Dabei sind auf der Ostseite des Bahnübergangs zwei Zufahrten in die Unterführung vorgesehen: eine auf Höhe des jetzigen Bahnübergangs (Kreuzung Weißenmoorstraße/Bardieksweg), eine weitere nördlich von der Ofenerdieker Straße aus. Auf der Westseite (Edeka Husmann) sieht die Planung eine Zufahrt vor.

Geplant ist dabei ebenfalls, dass der Übergang am Karuschenweg entfernt wird, weil es ein Anliegen der Bahn ist, möglichst viele höhengleiche Bahnübergänge zu beseitigen. Das Unternehmen hatte die Aufhebung als „naheliegend“ bezeichnet, jedoch Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Das Gutachten

Ein Gutachterbüro war beauftragt worden, auf Grundlage der Planung eine verkehrstechnische Untersuchung durchzuführen. Es sollte um die Frage gehen, wie sich der Bau einer Unterführung im Vergleich zur Beibehaltung des Status quo für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger auswirken würde. Die Ergebnisse wurden am Montagabend im Verkehrsausschuss vorgestellt.

Das Gutachten geht von sechs Schrankenschließungen pro Stunde aus. Zudem wird für 2030 eine ähnliche Kfz-Belastung wie in 2021 und eine leichte Erhöhung des Radverkehrs prognostiziert. Davon ausgehend, hat das Büro Reisezeiten zwischen verschiedenen Punkten im Stadtteil und Staulängen berechnet.

Sollten die Prognosen so zutreffen, würden Radfahrer und Fußgänger von einer Unterführung nicht profitieren, sondern vielmehr mit negativen Folgen leben müssen. Durch den Wegfall des Bahnübergangs Karuschenweg würden nämlich vielfach deutliche längere Wege anfallen.

Wer als Radfahrer vom Wohngebiet nordwestlich des Bahnübergangs Am Stadtrand etwa zur Oberschule auf der anderen Seite der Bahnlinie fahren will, würde demnach fünf statt zwei Minuten benötigen. Fußgänger wären sogar mehr als 13 statt fünf Minuten unterwegs. Von 40 Sekunden auf mehr als zwei Minuten würde die Reisezeit für Autofahrer steigen. Erst bei einer Wegstrecke, bei denen die Messpunkte weiter südlich liegen, ergibt sich laut den Berechnungen ein leichter Zeitvorteil für den Kfz-Verkehr.

Keine Verbesserung sieht das Gutachten indes beim Stauproblem. Durch die verschiedenen Ampeln, die nötig wären, würden sich die Staulängen nicht wesentlich reduzieren, sondern sich vielmehr in die Unterführung hinein verlagern, heißt es. Die Empfehlung des Gutachterbüros lautet, die Y-Variante nur umzusetzen, wenn der Bahnübergang Karuschenweg offen bleibt.

Reaktionen

Von einer ernüchternden Erkenntnis sprach CDU-Ratsherr Hendrik Klein-Hennig. „Wir müssen den Plan komplett neu denken. Die Variante ist sehr unattraktiv geworden.“ Für den ADFC-Vertreter Heinrich Book war klar, dass die Unterführung in der Form keinen Vorteil für Fuß- und Radfahrer biete und daher abzulehnen sei.

Anders sieht das Ernst Dickermann, Vorsitzender des Bürgervereins Ofenerdiek (BVO). Auch wenn man die Ergebnisse zunächst detailliert prüfen müsse, hat er in dem Gutachten bereits einige Schwachstellen wahrgenommen. So seien etwa die Fahrbeziehungen, die zugrunde gelegt wurden, zu hinterfragen. Dass der Weg für Schüler länger werden könnte, sei zwar richtig. Aber ob der Zeitnachteil gegenüber der aktuellen Situation so stimmt, zieht Dickermann in Zweifel. „Heute müssen teilweise fünf bis zehn Minuten Wartezeit an den Schranken einkalkuliert werden.“ Wenn der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven weiter ausgelastet wird, werde die Zahl der Züge zudem steigen.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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