Oldenburg - Unter dem Motto „Spes concordiae“ fand im Schlosssaal ein Barockkonzert mit sieben Werken vornehmlich aus der Zeit zwischen dem Abschluss des Westfälischen Friedens und der Belagerung der Türken von Wien statt. Der Komponist Georg Muffat (1653-1704), mit zwei Werken vertreten, war so etwas wie der musikalische Anker des Abends.
Aus dem Vorwort Muffats zu seiner Werksammlung „Florilegium I“ stammt aber auch die Beschwörung, nach dem verheerenden Waffengang des Dreißigjährigen Krieges die der Musik eigene Harmonie für den „geliebten Frieden“ zu nutzen. Die im Muffat-Text genannte Verbindung von deutschen, französischen und italienischen Melodien erweitert er selbst in nach der Konzertpause gespielten Suite um die ursprünglich aus Spanien stammende Sarabande und die irisch-englische Gigue (Jig).
Das programmatisch den Völkerfrieden und die befriedende Macht der Musik beschwörende Programm kam aber gar nicht ideologisch-blutleer und pädagogisch daher. Die acht wirklich sehr gut eingespielten und miteinander harmonierenden Musiker – Veronika Skuplik und Claudia Schmid-Heise an den Geigen, Chenxi Zheng und Florian Schulte an den Bratschen, Fabian Boreck am Cello, Jochen Zillessen am Kontrabass, Andreas Arend an der Laute und Jörg Jacobi an Cembalo und Orgel – betonten in ihren Interpretationen der höfischen Tanzsatzfolgen das Rhythmische, Vitale und Expressive. So nahm sich das Ensemble für das Largo aus Antonio Vivaldis Concerto g-Moll RV 157 sehr viel Zeit für ein kantables und ausdrucksvolles Spiel, um dann im abschließenden Allegro so energisch und mit geradezu furiosem Tempo zur Sache zu gehen, dass es selbst heute noch in den Beinen zuckte.
Aber auch der einfach nur tief beseelte, elegische Klageton der Sonata Nr. 6 in g-Moll von Henry Purcell gelang den engagiert und immer auch emotional aufspielenden Musikern vortrefflich. Das bunte, aber vor allem durch die gemeinsame Entstehungszeit der Werke des mittleren Barocks sehr geschlossen wirkende Programm brachte wenig gehörte Einzelwerke zu Gehör, die sich sehr gut ergänzten.
Der gewissen Eintönigkeit der Werke, die allesamt dem einen höfischen Zeitgeschmack entsprachen, beugten die Musiker durch die durchgehende lebendige und rhythmisch akzentuierende Spielweise vor, die es vermochte, den zeitlichen Abstand von etwa 350 Jahren zu überbrücken und das zahlreiche Publikum ganz direkt durch die Melodien, Rhythmen und Harmonien positiv anzusprechen. Nach der abschließenden Wiedergabe einer weiteren Tanzsatzfolge in g-Moll, der „Ouverture Nr. 6“ des aus Ostfriesland stammenden Philipp Heinrich Erlebach, applaudierte das sehr zufriedene Auditorium dankbar und mit Ausdauer.
