Oldenburg - Die Berichterstattung über die Positionierung der EWE Baskets Oldenburg gegen den Bau eines Fußballstadions an der Maastrichter Straße in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrer Spielstätte hat am Wochenende große Wellen geschlagen. In den sozialen Medien wurde das Schreiben der Baskets heiß diskutiert. Auf Unverständnis stößt bei vielen, dass die Baskets-Geschäftsführung erst jetzt kurz vor der Ratsentscheidung am 27. Februar zum Bau oder Nicht-Bau eines Stadions den Standort infrage stellt. Die Idee, das Stadion an der Maastrichter Straße zu bauen, stammt aus dem Jahr 2014.
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Das Schreiben der EWE Baskets Oldenburg im Original
Die Baskets haben (wie kurz berichtet) am Freitagabend mit einer Stellungsnahme reagiert und rudern darin zurück. „Grundsätzlich ist festzuhalten: Die EWE Baskets sind nicht per se gegen einen Stadionneubau – auch nicht auf dem Gelände der Weser-Ems-Hallen. Allerdings hätten wir bei einem Stadionneubau auf dem WEH-Gelände starke Bedenken, weil sich uns – trotz der angeführten Machbarkeitsstudie - nicht erschließt, wie mehrere Parallelveranstaltungen problemlos und ohne gravierende Nachteile für alle durchgeführt werden können.“ Und weiter: „Dieser Brief war von der Geschäftsführung des Clubs ausschließlich an den OB und die Fraktionsvorsitzenden gerichtet worden, um in einen Dialog zu kommen. Dennoch hat dieser Brief den Weg in die Medien gefunden und wird nun – teils sehr emotional – diskutiert.“
Stärker im Fokus
Aufgrund der beiden Infoveranstaltungen der Stadt Oldenburg am vergangenen Dienstag und Mittwoch sei das Thema Stadionneubau noch stärker in den Fokus gerückt. Aus diesem Grund hätten sich die EWE Baskets direkt an den Oberbürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden gewandt, um ihre Bedenken zu äußern. Die Förderung von (Spitzen-)Sport sei ihnen ein Anliegen. „Daher streben wir einen bilateralen Austausch mit dem Oberbürgermeister und dem Rat der Stadt Oldenburg an. Denn unser Anliegen ist es nicht, andere in ihrem Schaffen zu behindern, sondern in dieser Diskussion lediglich auf unsere Probleme aufmerksam zu machen“, teilt Baskets-Pressesprecher Roland Schekelinski in seiner Pressemitteilung mit.
Negative Auswirkungen
Die Baskets hatten in ihrem Schreiben an den OB und die Fraktionsvorsitzenden auf die direkten negativen Auswirkungen eines Baus an der Maastrichter Straße auf ihre wirtschaftliche Situation hingewiesen. Aus Sicht der Baskets sei es nicht nachvollziehbar, dass aufgrund zahlreicher Infrastruktur-Probleme Alternativen zu einem Stadionneubau auf dem WEH-Gelände nicht ausreichend und ernsthaft in Betracht gezogen würden. Es stünde zu befürchten, dass die Infrastruktur des Areals rund um den Hauptbahnhof und insbesondere des WEH-Geländes zwei oder auch drei sportliche Großveranstaltungen nicht leisten könne.
Jetzt lesen: Stellungnahme der Stadt zum Schreiben der EWE Baskets Oldenburg
Selbst wenn der VfB kein Heimspiel haben sollte, müssten die EWE Baskets mit zusätzlichen Parallelveranstaltungen in einem Stadionneubau rechnen, die zur Finanzierung des Stadions noch hinzukommen sollen. „. In den Fällen, wo der VfB am selben Tag einen Spielbeginn vor den EWE Baskets hätte, stünden keine Parkflächen für unsere Fans und Sponsoren zur Verfügung“, heißt es in dem Schreiben an die Fraktionen.
Die Stadt hatte in einer Stellungnahme am Freitag auf Machbarkeitsstudien verwiesen, die zu dem Ergebnis kamen, dass ein Stadionneubau am Stadtrand viele Nachteile mit sich bringen würde und nicht empfehlenswert sei.
Die ungekürzte Stellungnahme der Stadt und Pressemitteilung der Baskets als Stellungnahme in voller Länge finden Sie unter
