Bürgerfelde/Donnerschwee - Seit vier Jahren Baulärm, Staub und Dreck – Angela und Thomas Klee sind es leid. Vor zehn Jahren haben sie sich ein schönes Haus an der Schäferstraße gekauft, saniert und renoviert, geschmackvoll eingerichtet, ein hübscher gar nicht mal so kleiner Garten gehört dazu. Der grenzt an das Gelände der ehemaligen Berufsbildenden Schulen III an der Willersstraße/Ecke Lindenstraße – und damit begann das Problem für sie.
Stadt verkaufte Bauland
Denn die Stadt hat das Grundstück verkauft und zur Bebauung freigegeben, die Schule zog an die Maastrichter Straße. Den Zuschlag erhielt das Unternehmen Antharis, das die Gebrüder Neumann mit ins Boot holte. 2015 wurden die Bebauungspläne genehmigt, der Kaufvertrag am 18. Dezember des Jahres geschlossen. Während der ehemalige Schulhof neu bebaut und ein Komplex am südlichen Rand des Geländes abgerissen wurde, ist das Schulgebäude an der Lindenstraße erhalten geblieben, sollte saniert und von einer Genossenschaft mit ca. 35 Wohnungen genutzt werden – von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Antharis stieg aus
Antharis, dessen Geschäftsführer mittlerweile verstorben ist, stieg im Dezember 2016 aus, die bis dato zu 49 Prozent beteiligte Projektgesellschaft rund um die Gebrüder Neumann Bauunternehmung (Emden) übernahm und hält seitdem 100 Prozent des Projekts – ohne das Schulgebäude. „Neben einer längeren Planungszeit sowie einer recht späten Erteilung der Baugenehmigung, kamen auch regelmäßige ,Störfeuer’ durch den direkten Nachbarn, den Bauverein OlaVie, hinzu, der zum Beispiel Widerspruch gegen die Baugenehmigung einlegte. Wir haben der Stadt seinerzeit gegenüber zugesagt, dass wir im ersten Quartal 2021 fertig werden und das werden wir auch halten“, so Geschäftsführer Jan Neumann. Die Abrissarbeiten hatten allerdings schon 2016 begonnen, dann wurden die Arbeiten eingestellt.
Das Genossenschaftsmodell, an dem die Gebrüder Neumann nicht beteiligt waren und sind, platzte. Das ehemalige Schulgebäude an der Lindenstraße ist mittlerweile im Besitz von Immobilien Brand. Geschäftsführer Lars Martens erklärte gegenüber unserer Redaktion, das Gebäude sanieren zu wollen, die alten Planungen würden übernommen. Das bedeutet, dass eine Kindertagesstätte eingerichtet wird und auch Wohnungen entstehen, die von Menschen mit Beeinträchtigungen genutzt werden könnten. Die Genossenschaft spielt in diesen Planungen allerdings keine Rolle mehr. Brand-Geschäftsführer Lars Martens: „Die Genossenschaft hat das Grundstück an uns verkauft und ist nicht mehr beteiligt.“
Neubauten bald fertig
Doch zurück zu den Neubauten: Bis zum 31. Januar sollen die Bauarbeiter abgerückt sein. Dann beginnen aller Voraussicht nach die Sanierung und der Umbau des ehemaligen Schulgebäudes. Ein Ende der Lärm- und Schmutzbelästigungen ist für die Nachbarn damit noch nicht in Sicht.
