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Nachbau eines Klassikers Dieser Mini aus Oldenburg hat keine Türen, aber Korbsitze

Lange haben sie an dem Beach Mini getüftelt: Dierk Mengers (links) und Hans-Sebastian Becker.

Lange haben sie an dem Beach Mini getüftelt: Dierk Mengers (links) und Hans-Sebastian Becker.

Torsten von Reeken

Oldenburg - Vor ein paar Jahren ging Dierk Mengers durch alte Unterlagen und blieb mit dem Blick an ihm hängen: am Beach Mini. 1962 lief der Wagen vom Band des damaligen Herstellers BMC, um als Werbemittel zu dienen. „Diesen Mini hatte ich noch nie gesehen“, sagt er. Es sei der Mini mit der kleinsten Stückzahl im Vergleich zu anderen seiner Art. Gerade mal rund 15 Stück wurden von dem Flitzer gebaut. Schnell war dem Mini-Enthusiasten klar, dass das die nächste Herausforderung für ihn und sein Team von „Mini Mengers Special Cars“ sein würde.

Ohne Türen stabil

Passend zum 60. Geburtstag des Originals ist es geschafft. Der Beach Mini von Mengers ist dem Original detailverliebt nachempfunden und fällt sofort ins Auge. Nicht zuletzt, weil etwas Signifikantes fehlt: Die Türen. Das war eine der Herausforderungen, die der Oldenburger zu bewältigen hatte. Denn bevor es zur Beach-Version wurde, war das Auto ein klassischer Mini aus dem Jahr 1969. Um die fehlende B-Säule, die normalerweise jeweils zwischen Vorder- und Hintertür liegt, auszugleichen, mussten die umliegenden Teile zur Stabilisierung verstärkt werden.

Der Mini wurde in Handarbeit umgestaltet. Der Motor wurde durch einen stärkeren ersetzt. Dadurch kann man auf 130 Kilometer pro Stunde beschleunigen.

Korbsitze

Die größte Herausforderung waren jedoch die Korbsitze, die in der Mengers-Version aus Lloyd Loom bestehen, ein Geflecht, das man heute selten antrifft. „Es war erstmal schwierig, das Material zu bekommen und dann mussten wir herausfinden, wie wir es verarbeiten können“, erläutert Mengers.

Über rund vier Jahre tüfftelte das Team an dem Beach Mini. „Wir sind immer selbst von dem Ergebnis begeistert“, berichtet Mengers. Es sei überraschend, wenn die vielen kleinen Details im fertigen Auto zusammen kommen. Wie Mengers verrät, seien auch bereits ein paar Interessenten auf den türenlosen Flitzer aufmerksam geworden. „Erst sollte er der einzige bleiben“, lacht der Oldenburger mit Blick auf den türkisen Wagen. Doch nun sollen weitere hergestellt werden, personalisiert auf den Kunden. „Niemand hat auf so ein Auto gewartet, aber es ist interessant und macht Spaß“, findet Mengers.

Aus Leidenschaft

Die Leidenschaft für den Mini bestehe bei Mengers schon lange. Er beginnt als Händler für British Leyland in Aschhausen und verkauft neben MG, Triumph, Jaguar und Landrover auch den Mini. Bis zur Katalysatorverordnung im Jahr 1984. Die britischen Autos hatten den nötigen Katalysator nicht und es ging in die Pleite. „Da musste ich wieder von vorne anfangen und an der Tankstelle arbeiten“, sagt Mengers. Den Aufstieg von der Pleite zum internationalen Händler für besondere Minis verdanke er nicht zuletzt dem kleinen Briten.

Sabrina Holthaus
Sabrina Holthaus Volontärin, 1. Ausbildungsjahr
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