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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Sport: Beim Fechten eigene Grenzen überwinden

24.02.2016

Oldenburg Dass es den Fechtclub zu Oldenburg (FCO) gibt, ist den meisten Bürgern der Stadt leider unbekannt. Dabei ist Fechten keine Elitesportart, sondern eine zugegebenermaßen ungewöhnliche Alternative zu klassischen Sportarten wie Fußball. Und es ist eine Sportart für jedermann, denn Fechten stellt vielseitige Anforderungen an die Sportler. Neben Schnelligkeit, Ausdauer und sehr hoher Spannung ist vor allem eine hohe Konzentrations- sowie Reaktionsfähigkeit gefragt.

Gefechte finden heutzutage auf einer Bahn im Zweikampf statt, die Teilnehmer bewegen sich dabei vor und zurück und versuchen, auf dem Gegner Treffer anzubringen. Beide Fechter sind dafür per Kabel an einen elektrischen Melder angeschlossen. Berührt ein Fechter mit seiner Waffe die Trefferfläche des Gegners, wird ein Stromkreis geschlossen und der Melder gibt ein Signal. Gefochten wird mit drei verschiedenen Waffenarten, dem Florett, dem Degen und dem Säbel. Im Gefecht geht es darum, die Aktionen des Gegners zu erkennen und darauf schnell und präzise zu reagieren.

Sieg bei Paralympics

Deshalb werden Anfänger nicht sofort in Freigefechte geschickt. Denn die Bewegungen, unterteilt in Bein- und Armarbeit, sind hochkomplex und müssen vorher langsam erlernt werden. Das Training ist daher in die Aufwärmübungen, die Beinarbeit, Partnerübungen und Lektionen beim Trainer unterteilt. Im FCO leitet Wilfried Lipinski das Training, unterstützt wird er von Übungsleiter Achim Uhrbach. Obwohl er seit einem Unfall im Alter von 19 Jahren querschnittsgelähmt ist, absolvierte er die Akademie der Fechtkunst und wurde Fechtmeister. Als Rollstuhlfechter fuhr er zu den Paralympics und sammelte dort eifrig Medaillen.

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Dank der langjährigen Erfahrung weiß er heute, worauf bei der Ausbildung der jungen Fechter besonders Wert zu legen ist. So gestaltet er schon das Aufwärmtraining kreativ: Neben Ausdauer- und Krafttraining werden Fertigkeiten erlernt, die ebenso im Alltag anwendbar sind, wie beispielsweise Atemübungen. Denn obwohl man natürlich mit einer ungeheuren Spannung ins Gefecht geht, sollte man trotzdem nicht allzu aufgeregt sein. Je nervöser man ist, desto mehr Fehler passieren einem, so Lipinski.

Der humorvolle und im Verein sehr beliebte Trainer hat immer einen Spruch auf Lager. „Die Lust am Gewinnen muss größer als die Angst vorm Verlieren sein“, betont er beispielsweise häufig. Und obwohl er auch gern und oft lobt, treibt er die jungen Sportler regelmäßig an, über sich selbst hinauszuwachsen. „Man wird nur besser, wenn man seine Grenzen überwindet. Wenn man glaubt, dass man nicht mehr kann, und dann noch einen Schritt weiter geht“, betont er.

Das zweistündige Training ist oft ermüdend und strapaziös, belohnt wird man dafür mit dem Adrenalinschub im Gefecht, der einen alle Anstrengung vergessen lässt und mit der erhebenden Euphorie bei einem Sieg. Das ist das Faszinierende und Verlockende der Kampfsportart: Früher ging es um Leben und Tod, ein Abglanz davon ist in vielen Gefechten heute noch zu spüren. „Man braucht den Willen, seinen Gegner fertigzumachen“, sagt Lipinski.

Hohe Sicherheit

Im Gegensatz zu manchen Befürchtungen ist Fechten dabei weder gefährlich noch verletzungsträchtig. Denn durch die bis zu vier Schichten dicke Kleidung, die modernen Sicherheitsstandards entspricht, vor allem durch die mit bis zu 2000 Newton belastbare Maske, ist der heutige Fechter gegen alle möglichen Blessuren gefeit. Natürlich kann es hin und wieder zu blauen Flecken kommen, diese werden jedoch gern in Kauf genommen.

Im Moment ist der Verein auf der Suche nach Nachwuchs. Fechten ist für jeden etwas, egal ob jung oder alt, groß oder klein, weiblich oder männlich. Für alle Interessierten veranstaltet der Fechtclub zu Oldenburg auch dieses Jahr wieder einen Tag der offenen Tür, aber wer die Sportart ausprobieren möchte, der ist zu jedem Training eingeladen.

Viel Spaß brachte im vergangenen Jahr ebenfalls ein Freundschaftsturnier mit regionalen Vereinen, bei dem unerfahrene Fechter in einer familiären Atmosphäre erste Turniererfahrungen sammeln konnten. Für Jugendliche, die erst später einstiegen, bestand hier die Möglichkeit, sich unabhängig von großen Meisterschaften mit Gleichaltrigen zu messen und nebenbei den Ablauf eines Turniers kennenzulernen. Aufgrund der positiven Rückmeldungen ist die Veranstaltung für dieses Jahr erneut geplant.

Doch vielen Fechtern im Verein geht es nicht nur um Leistung, sondern auch um Spaß und um einen Ausgleich zum Alltag, den man bei dieser Sportart auf jeden Fall findet.

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