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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Eltern sorgen sich um Betreuung an Grundschulen

06.04.2017

Oldenburg „Hat Herr Welp noch genügend Papier?“ Diese Frage des Schulausschuss-Vorsitzenden Bernhard Ellberg (SPD) sprach Bände. Denn neben ihm kam Schulamtsleiter Matthias Welp am Dienstagabend aus dem Notieren von Fragen nicht mehr heraus. Nicht weniger als 27 Bürgerinnen und Bürger meldeten sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort – vorwiegend waren das beim Verein für Kinder oder beim Kindertagesstätten- und Betreuungsverband (KiB) beschäftigte pädagogische Mitarbeiter und Erzieher, die im Ganztagsbereich von Grundschulen eingesetzt sind, aber auch Mütter und Väter.

Hintergrund ist die Absicht der Stadtverwaltung, aufgrund eines von der Landesschulbehörde ausgesprochenen „Kooperationsverbotes“ die bisherigen „trilateralen“ Verträge zwischen Stadt, Schulen und Jugendhilfeträgern nicht über das kommende Schuljahr hinaus abzuschließen und ab 2018/2019 ein neues Konzept in der Ganztagsbildung umzusetzen. Das sorgt für große Verunsicherung bei Beschäftigten, die um ihre Jobs fürchten, und Eltern, die die Betreuungsqualität gefährdet sehen.

Unverständnis

Auch der Grund für den Handlungsbedarf wollte vielen nicht einleuchten – Betroffenen wie auch Ausschussmitgliedern: Lehrervertreter Diethelm Freytag berichtete nach Rücksprache mit dem Kultusministerium, dass dort Unverständnis darüber herrscht, wieso Oldenburg derart vorgeprescht ist. „Warum das eigentlich alles?“ – diese Frage blieb für Manfred Klöpper (Linke) auch nach einem Gespräch mit der Landesschulbehörde offen. Änderungen an den bisher geltenden Regelungen seien nicht geplant, habe er erfahren, so Klöpper.

kommentar

Langer Weg

zum Konsens

Die Neukonzeption der Ganztagsbildung an Grundschulen bleibt nebulös. Auch die erneute Diskussion im Schulausschuss hat keine Klarheit gebracht.

Inwieweit ist die Notwendigkeit, eine Änderung herbeizuführen, tatsächlich auf eine Intervention der Landesschulbehörde zurückzuführen? Ist dieses ominöse Kooperationsverbot zwischen Schulen und Trägern der Jugendhilfe wirklich bindend? Wenn ja, wieso kann dann vier Grundschulen, die die Kooperation so wie bisher fortsetzen wollen, eine Art Bestandsschutz gewährt werden, während für alle anderen und künftigen Ganztagsgrundschulen ein neues Modell gelten soll? Und wie positioniert sich dazu das Kultusministerium, das 2015 noch eine Rahmenvereinbarung zur Verzahnung von Grundschulen und Jugendhilfe begrüßt hatte? Fragen über Fragen.

Um die umfassend zu beantworten, sind belastbarere Informationen und verbindlichere Aussagen nötig. Die Budgethöhe für Schulen und die künftige Qualität der Betreuung – zwei wichtige Aspekte – wurden bisher öffentlich außen vor gelassen. Angesichts der Fülle von Unsicherheiten wirkt ein Ratsbeschluss im August übereilt. Bis zu einem Konsens ist es noch ein langer Weg.

Allein die Ankündigung der Verwaltung, in der Sitzung einen Sachstandsbericht zu geben, lockte rund 140 Zuhörer an. Der Andrang in der Aula der BBS Wechloy war so groß, dass vorsichtshalber Sicherheitskräfte des Bürger- und Ordnungsamtes angefordert wurden. Bis auf lautstarke Beifallsbekundungen, mit denen Kritik an den Verwaltungsplänen und eigene Forderungen bedacht wurden, verlief die Sitzung aber in geordneten Bahnen.

Für Eltern beitragsfrei

Schulamtsleiter Matthias Welp stellte Überlegungen für das neue Konzept vor, das folgendermaßen aussehen soll: Der Ganztagsbereich solle auf fünf Tage ausdehnt werden, müsse aber nicht zwingend gebucht werden. Vormittags gelte die „verlässliche Grundschule“, ab mittags soll es ein (außer-)schulisches Angebot geben, das entweder in offener oder (teil-)gebundener Form in Verantwortung der Schulen und für die Eltern beitragsfrei organisiert werden soll. Dieses Angebot soll mindestens zwei, maximal drei Stunden am Tag umfassen. Die Schule erhalte ein Budget auf der Grundlage der teilnehmenden Kinder, um Stellen für Fachkräfte als Landesbeschäftigte zu finanzieren. Ob eine weitere Stunde als Spätbetreuung angeboten werden kann, werde noch geklärt.

„Positive Wendung“

Dieses Modell kommt der Leiterin der Ganztagsgrundschule Donnerschwee, Grit Bornemann-Bratz, entgegen. Sie stellte exemplarisch dar, woher der Veränderungsbedarf aus Schulsicht rührt: „Wir können die Kooperation mit den Jugendhilfeträgern nicht mehr so umsetzen wie ursprünglich geplant.“ Sie zitierte aus Protokollen von Terminen mit der Landesschulbehörde, in denen „direkte Absprachen“ und der pädagogische Austausch zwischen Mitarbeitern und Lehrkräften für „unzulässig“ erklärt werden.

Cordula Seeber, Leiterin der Ganztagsgrundschule Krusenbusch, warb stellvertretend für die Grundschulen Kreyenbrück, Bümmerstede und Heiligengeisttor dafür, die „gelungene und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schul- und Freizeitpädagogik fortsetzen zu dürfen: „Never change a winning team.“

Welp sagte zu, in der Neuausrichtung „so etwas wie Bestandsschutz“ abbilden zu wollen. Nicole Piechotta (SPD) sah darin eine „positive Wendung“. Welp hält indes eine „Harmonisierung“ der finanziellen Beteiligung der Eltern für notwendig.

Rita Schilling (Grüne) forderte „hier und heute“ Bestandsschutz für die vier von Cordula Seeber vertretenen Grundschulen ohne „Wenn und Aber“. Genauso wie Manfred Klöpper (Linke) sieht sie das von der Verwaltung gesteckte Ziel, im August den Rat über das neue Ganztagsbildungskonzept beschließen zu lassen, skeptisch.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
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Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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