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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Bibliothek aus Cambridge sucht Heimat

21.02.2015

Oldenburg Dr. John Goodyear sitzt vor einer meterlangen Bücherwand in der „Academy of English“ am Alten Postweg in Kreyenbrück in seinem Büro. In den anderen Räumen brummen die Kurse, doch der Studiendirektor und Chef der Academy will mehr: „Ich wünsche mir für Oldenburg einen neuen Ort der Begegnung der Kulturen und eine Forschungsstelle, in der die verbindende Kraft der Sprachen die Hauptrolle spielt.“

Das muss kein Traum bleiben. Goodyear und seine Leitungskollegin Ina Gean suchen zurzeit einen Raum für eine Fremdsprachen-Didaktik-Bibliothek, die in Europa einen hallenden Ruf besitzt und zum Kristallisationspunkt des Zentrums werden könnte. Es handelt sich um die 3500 Bände umfassende Sammlung „Centre for Information on Language Teaching and Research“ (CILT), die der Nestor der europäischen Sprachforschung, John Grim, hinterlassen hat.

Der Sprachwissenschaftler, der unter anderem die Sprachniveaus definiert hat, die in ganz Europa bei Prüfungen und Zertifikaten anerkannt sind, baute in London eine Fachbibliothek auf, die von Forschern als Hort linguistischen Wissens betrachtet wird. „Nach seinem Tod“, berichtet Goodyear, „wurde sie nach Cambridge gebracht“. Doch die weltberühmte Uni möchte die Sammlung loswerden – und würde sie kostenlos abgeben.

Goodyear erfuhr davon von der Sprachwissenschaftlerin Bernadette Holmes, die die Sammlung erbte und in England die Regierung in Sachen Fremdsprachen berät. Mit wenig Erfolg: Die Engländer zeigen sich zunehmend europaskeptisch und viele sind der Meinung, dass man mit Englisch ohnehin überall in der Welt verstanden wird. Good-year würde gern zugreifen: „Mit der Sammlung als Kernstück könnten wir mit der Academy of English in die Forschung und die Aus- und Weiterbildung einsteigen – und Oldenburg auf die linguistische Landkarte setzen.“

Oldenburg als Stadt, die sich auch international definiert, könnte Zeichen setzen für die Bedeutung von Sprache für die Integration, meinen Gean und Goodyear. Das sei auch für die Eingliederung von Flüchtlingen extrem wichtig. Die Bibliothek sei ein Quell des Wissens für Menschen, die ihre Sprachkenntnisse mit Fachdidaktik unterfüttern wollen, die unverzichtbar für die Vermittlung sind. Die Bände befassen sich mit Deutsch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch und Portugiesisch.

Für Forschung und Weiterbildung kann sich Goodyear auch eine Zusammenarbeit mit der Uni vorstellen. Dabei könnte es auch um interkulturelle Begegnungen, die Bedeutung von Sprache in der Entwicklungspolitik gehen – und um die Vermittlung von Praktika deutscher Studierender in englischen Schulen – dafür sind die Hürden zurzeit unüberwindbar hoch. Auch Sommercamps seien denkbar.

Zunächst geht es darum, einen Raum – „besser ein Haus“ – zu finden. Und Unterstützer für die Transportkosten. Dazu laufen Gespräche mit der Stadt. In dem Haus könnte auch eine Stätte der Begegnung Platz finden.
Goodyear, der auch zweiter Vorsitzender der Deutsch-Britischen Gesellschaft ist, verspricht sich davon auch einen Schub für deren und die Arbeit anderer Gesellschaften in der Stadt.


     www.englisch-oldenburg.de 
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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