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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Bunte Kinderschar erobert graues Schiff

06.05.2015

Oldenburg /Wilhelmshaven Bleigrauer Himmel über Wilhelmshaven, graue Schiffe liegen im Marinestützpunkt und auch das Wasser schimmert grau. Doch plötzlich taucht Farbe auf: Rote Jacken, gelbe Jacken, grüne Jacken. Die Kinder der Oldenburger Kita Kurlandallee strömen die Gangway hinauf auf das Deck der Korvette „Oldenburg“, laut und fröhlich und bunt. „Aye, aye Käpt’n!“, ruft ein Junge laut, als Kommandant Thomas Klitzsch sich hinkniet und die Kinder begrüßt. „Worauf freut ihr euch am meisten?“, fragt er. „Fischstäbchen!“, lautet das Echo.

Doch vor dem Mittagessen dürfen sich die Kinder das ganze Schiff ansehen – und das hat einen Grund. Seit Jahren schon gibt es eine enge Beziehung zwischen der Besatzung der Oldenburg und der Kita Kurlandallee, berichtet die Leiterin der städtischen Einrichtung, Bärbel Reisenberger. Mannschaft und Freundeskreis der Korvette stemmen alljährlich gemeinsam einen Glühweinverkauf in der Innenstadt – und die gesammelten Gelder fließen in die Kita. „Die Mannschaft der ,Oldenburg’ hatte vor Jahren bei der Stadt gefragt, wohin sie spenden könne“, erinnert sich Reisenberger. Damals stand in der Kita gerade der Ausbau zur Krippe an – Bedarf gab es also. „Und da die Mannschaft an einer langfristigen Bindung interessiert war, blieb es bei uns“, sagt sie lächelnd.

Auch an diesem Besuchstag gibt es wieder einen Scheck: 2700 Euro übergibt Kommandant Klitzsch an die Kita-Leiterin. „Wir sind gerade dabei, die Werkstatt neu einzurichten. Da kommt uns das Geld sehr gelegen“, sagt Reisenberger. In den Jahren zuvor flossen die Spenden in eine Pumpe auf dem Spielplatz und eine Bücher- und Spielecke, in die sich die Kinder zurückziehen können.

Für die Kinder ist das an diesem Tag Nebensache. Sie stromern durchs Schiff, enge Treppen hoch, enge Treppen runter, erkunden die Kammern (Schlaf- und Wohnzimmer) der Marinesoldaten und erfahren so, dass nur der Kapitän und der erste Offizier eine Einzelkabine haben und andere sich zu viert eine Kammer teilen. Auf der Brücke können sie mal auf dem Chefsessel Platz nehmen und am Steuerruder drehen – und empören sich darüber, dass hier der Rudergänger sitzt und nicht der Kapitän: „Der muss den größten Sessel haben!“, ruft einer der Jungs. Fakt aber ist: Auf dem Schiff hat jeder seine Aufgabe, und der Kapitän ist kein Steuermann. Tief im Bauch des Schiffes geht es dann noch in die Leitstelle; alles voller Computer.

Auch drei Männer vom Vorstand des Korvetten-Freundeskreises sind an Bord: Rolf F. Müller, Werner Plohnke und Gerhard Kindl. 90 Mitglieder hat der Freundeskreis, und diesmal hat er den Bus für die Kinder bezahlt. Rolf F. Müller war selbst einst bei der Marine; in der ersten Hälfte der 1960er Jahre. Sehr viel hierarchischer sei es da zugegangen, erinnert er sich. Der Ton auf der „Oldenburg“ hingegen ist locker. Und die Fröhlichkeit der Kinder steckt auch die Werftarbeiter an, die an der Korvette arbeiten.

Dann schallt der Ruf „Backen und Banken“ durch die Lautsprecheranlage an Bord. Seemännisch für: Jetzt gibt’s Mittag. Fischstäbchen. Kartoffelbrei, Gurkensalat. „War vorher so abgesprochen“, sagt Bärbel Reisenberger. Den Kindern schmeckt’s, der Smut (Schiffskoch) muss nachliefern. Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler dirigiert mit den Kita-Mitarbeiterinnen noch ein Dankeslied der Kinder, dann ist der Besuch vorbei. Und Wilhelmshaven wieder grau.

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102
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