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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Jubiläum: Cäci macht seit 150 Jahren Schule

06.05.2017

Oldenburg Die Pauke schlägt pünktlich um 11.30 Uhr. Sie wird begleitet von den Streichern und Bläsern des Schulorchesters und erobert umgehend die vollbesetzte Aula. Vier Minuten lang lauschen Schüler, Ehemalige, Ehrengäste und die „Pauker“ andächtig der Ouvertüre aus Händels Feuerwehrmusik, die den Festakt in der Aula anlässlich des 150. Geburtstags der Cäcilienschule eröffnet. Und so mancher Lehrer wünschte sich wohl eine solch andächtige Ruhe in den Bänken auch in den Unterrichtsstunden.

Cäcilie von Schweden nahm – die Namensgeberin der Schule wurde verkörpert von Zwölftklässlerin Hilde Gerold – die Zuschauer am Freitag mit auf die Reise von 1867 bis heute. Damals gab es beispielsweise keinen Kunstunterricht, stattdessen Handarbeitsstunden. Dank „ungenügender Handschrift“ wurde diesen jedoch eine Wochenstunde zugunsten von Schönschreiben abgeknipst.

Grundsätzlich sei die Cäcilienschule als Mädchenschule ihrer Zeit jedoch voraus gewesen, blickte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann zurück. Neben der Cäcilienschule erhielt 1867 nämlich auch die Oldenburgische Eisenbahn Einzug: „Da zuckelten wir noch etwas hinterher – anders bei der Bildung.“ Und die „Cäci“ (Krogmann: „Ich kenne die Schule nur unter ,Cäci’.“) bringe heute wie damals selbstbewusste Damen hervor – auch seine zwei Töchter haben hier Abi gemacht.

Bildung für alle

Schon die Gründung am 6. Mai 1867 geschah „aus fortschrittlichem Geist, nicht aus Mangel“, sagte Schulleiter Franz Held. Und diesen will er erhalten. Sein bei Schülern berühmtes Motto: „Wenn schon Schule – dann richtig.“

Doch nicht alles war fortschrittlich, wusste Jörg Heinemann vom Schulelternrat: „Früher fiel manchmal monatelang die Schule aus, weil die Heizung nicht ging.“ Und es war nicht immer alles rosig. Das machte Cäcilie deutlich, indem sie Themen von Aufsätzen während der Weltkriege rezitierte: „Auch Krieg hat sein Gutes“, „Wie können Frauen dem Vaterland dienen“, oder „Was mir die Stricknadel erzählt“.

Die zweite Hälfte der Cäci aber sei in Frieden verlaufen – und darüber könne man sich glücklich schätzen, sagte Minister a.D. Walter Hirche, Vorsitzender des Fachausschusses Bildung der Deutschen Unesco-Kommission. „Erziehung, Bildung und Kultur ist eine Aufgabe zur Friedenswahrung“, hob Hirche zentrale Aspekte der Schule hervor. Er resümierte außerdem, inwiefern Schule heute anders ist als früher: „Die kulturelle Herkunft ist nicht mehr so homogen, Unterricht nicht mehr ausschließlich frontal, und die Fähigkeit, lange still zu sitzen, ist auch eine andere.“ Das Gegenteil bewiesen die anwesenden, die 90 Minuten (eine Doppelstunde ohne kleine Pause) den Gratulanten und Musikanten zuhörten.

Ein großer Umbruch folgte im Jahr 1976: Jungs besuchten den Unterricht. Kurzbesuche habe es vorher nur informell gegeben, erzählte Cäcilie: „Schüler der Hindenburgschule haben Boote gekapert und sind über Mauern geklettert, um bei der Turnstunde der Cäci zuzuschauen.“

Mehr als nur Schule

Dass die Cäci mal ein Mädchengymnasium war, merke man heute kaum noch, sind sich die meisten Schüler einig. Einzig im Orchester spielten nur Mädchen, fiel Jürgen Westphal von der Landesschulbehörde auf: „Das Schulorchester ist ein gutes Aushängeschild – wir müssen nur noch ein paar Jungs aktivieren.“ Schließlich sei die Cäci (Westphal: „Ich kenne die Schule nur unter ,Cäci’.“) keine Mädchenschule mehr.

Inzwischen dürfen sie sich über Vielfalt freuen, sagte Schülersprecherin Marie Mokros. Das Jubiläum sei für alle Schüler etwas Besonderes: „Schließlich ist es das einzige, das wir hier erleben.“ Außerdem betonte sie den vielschichtigen Charakter der Cäci: „Die Schüler leben den Gedanken: Schule ist mehr als nur Schule.“

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Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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