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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Hier wird grenzenlos gespielt

06.09.2019

Dietrichsfeld Während andere Mauern bauen wollen, geht es hier darum, Schwellen besonders niedrig zu halten: „Grenzenlos spielen“ war den Sommer über das Motto in den Stadtteiltreffs Dietrichsfeld und Kreyenbrück. Das Spielmobil der gemeinnützigen Organisation „Spielefant“ rollte regelmäßig an, um Kinder verschiedener Nationen und Kulturen beim Spiel zusammenzubringen.

Jetzt war der letzte Termin in Dietrichsfeld, am Donnerstag, 12. September, ist Finale in Kreyenbrück (von 15 bis 18 Uhr auf dem Spielplatz Sperberweg). Zeit also für eine Bilanz. Dutzende Kinder spielten am Mittwoch in Dietrichsfeld mit, erst im Garten des Stadtteiltreffs, wegen des Regens dann drinnen. Der Spaß blieb ungetrübt. Hier malten die Kinder Bilder und setzten ihre Gesellschaftsspiele zusammen mit den Betreuerinnen fort.

Anke Möhlmann, pädagogische Leiterin des Spielmobils, erklärt: „Das Projekt ist Teil der Initiative ‚Spielmobile an Flüchtlingsunterkünften‘ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.“ In Oldenburg habe man es in ‚Grenzenlos spielen‘ umbenannt, weil das den Sinn besser wiedergebe. Gefördert durch das Ministerium hat das Spielmobil seit dem Jahr 2016 Flüchtlingsunterkünfte besucht. „Dieses Jahr sind wir Teil der zweiten Förderperiode und fahren jetzt auch die Stadtteile an“, sagt Möhlmann. Viele Asylbewerber seien mittlerweile aus den Unterkünften ausgezogen. Dietrichsfeld und Kreyenbrück seien Ziele des Spielmobils, da der Anteil an Geflüchteten dort hoch sei.

Meike Plewa, stellvertretende Leiterin des Stadtteiltreffs, erklärt, der Treff biete Programme für jedes Alter an. Der Mittwochnachmittag aber sei Kinderangeboten vorbehalten. „Da bietet es sich doch an, mit dem Spielmobil zusammen zu arbeiten.“ Belul (6) nickt schüchtern und sagt: „Ich habe hier sehr viel Spaß, mir gefällt eigentlich alles.“

„Wir möchten den Kindern einfach wieder die Möglichkeit geben zu spielen“, betont Anke Möhlmann. Viele Kinder hätten dazu während ihrer Flucht nach Deutschland keine Chance gehabt. Die Arbeit des Spielefanten helfe, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und Barrieren abzubauen. Möhlmann: „Jeder kann mit jedem spielen, Sprache ist dazu nicht zwingend notwendig.“ Dies sorge dafür, dass sich die Kinder aus den Stadtteilen an die Hinzugezogenen gewöhnen könnten. Und spielend lerne man ganz nebenbei neue Worte. Auch den Eltern gebe man so die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu knüpfen. Ziel sei es, dass die nach Beendigung des Projekts weiter bestehen.

Avin (8) sagt: „Ich bin total gerne hier. Ich spiele gerne mit meinen neuen Freunden.“ Am besten gefalle ihr der Kuchen, den es nachmittags immer gebe. Ihre Mutter, Khada Kheder Faro, freut sich ebenfalls über das Angebot. Auf die Frage, ob auch sie im Stadtteiltreff neue Freundschaften geschlossen habe, lächelt sie und sagt: „Ja, Mareike, Lea und viele weitere“, während sie auf einige Mütter und Betreuerinnen zeigt.


  www.spielefant.de 
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