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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

„Erziehung an beiden Enden der Leine“

14.03.2013

Oldenburg Wie reagiert der Hund, wenn ein Regenschirm abrupt aufgespannt wird? Das sei ein mögliches Szenario des Praxistests beim Hundeführerschein, berichtet Tierarzt Dr. Andreas Biermann. Er ist zugleich Vorsitzender des Oldenburger Tierschutzvereins „Arche Noah“.

Ab dem 1. Juli ist ein so genannter Hundeführerschein Pflicht. Tierhalter müssen ihre Sachkunde nachweisen. „Den Nachweis erwirbt man durch das erfolgreiche Ablegen einer theoretischen und praktischen Sachkundeprüfung“, erklärt Andreas van Hooven, Pressesprecher der Stadt. Bei der theoretischen Prüfung müssen Herrchen oder Frauchen unter anderem das Sozialverhalten von Hunden und deren rassespezifische Eigenschaften kennen und Gefahrensituationen mit Hunden richtig einschätzen können. Zudem werden auch rechtliche Kenntnisse vorausgesetzt.

Die Angaben zum Praxistest sind noch nicht so üppig: „Auf Durchführungsbestimmungen des Ministeriums warten wir noch“, so van Hooven. Tierarzt Biermann empfiehlt: „Es wäre sinnvoll, auch die Reaktion auf andere Hunde zu testen – denn das könnte jeden Tag passieren. Grundsätzlich gilt: Erziehung findet an beiden Enden der Leine statt.“

Susanne Mönkemeier, Vorsitzende des Hundesportvereins Oldenburg Wildenloh, erklärt: „Nicht alle unserer 200 Mitglieder haben ihren Hund schon länger als zwei Jahre. Der Bedarf ist relativ groß. Wir hatten schon verschiedene Anfragen zum Hundeführerschein.“

Doch welche bereits geleisteten Prüfungen der Halter werden anerkannt? Auf den Prüfer kommt es an, teilt das Landesministerium mit: „Sofern der Prüfer qualifiziert und von der zuständigen Behörde anerkannt ist, entsprechen auch seine momentan und in der Vergangenheit abgenommenen Prüfungen den Anforderungen“.

Dominic Tombergs, Geschäftsführer des Oldenburger Tierheims, gibt zu bedenken: „Fraglich ist jedoch, ob die Anzahl und Höhe der Gebühren und Kosten für Vorbereitungskurse, Prüfung und neuerdings auch noch der Eintrag in das kostenpflichtige Hunderegister nicht eher abschreckend wirken. Zeit, Tierliebe und Verantwortungsbewusstsein sowie die nötige Bereitschaft, auf die Bedürfnisse des Tieres einzugehen, stehen bei uns für eine nachhaltige Tiervermittlung im Vordergrund.“

Doch wie streng wird das Vorliegen eines Hundeführerscheins überhaupt kontrolliert? „Geplant sind zunächst stichprobenweise Überprüfungen, insbesondere jedoch, wenn etwa Beißvorfälle oder Verstöße gegen Anleinpflichten oder Ähnliches registriert wurden“, so Stadtsprecher van Hooven. Tierarzt Biermann sieht in der Zertifizierung auch einen Vorteil: „Es gibt viele Tierpsychologen auf dem Markt, objektive Kriterien für die Abnahme der Prüfung schaden nicht.“

Doch wer darf die Prüfung abnehmen? Diese Sachkundeprüfungen werden von Personen oder Stellen abgenommen, die von der Fachbehörde anerkannt wurden.

Automatisch zertifiziert sind Tierärzte und Tierärztinnen mit entsprechender Fachausbildung (zum Beispiel Verhaltenstherapie, Tierverhalten, Tierschutzkunde), ebenso zertifizierte Leistungsrichter sind anerkannte Hundesportverbände.

Wer muss Diesen Führerschein Ablegen?

6000 Hunde sind in Oldenburg gemeldet. Wer innerhalb der letzten zwei Jahre bereits einen Hund gehalten hat, gilt als sachkundig. Dasselbe gilt für Halter, die innerhalb der letzten zehn Jahre – über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren – ununterbrochen einen Hund gehalten haben. In jedem Fall betroffen sind Herrchen , die mit der Hundehaltung beginnen. Die theoretische Prüfung muss vor Anschaffung des Hundes, die praktische Prüfung während des ersten Jahres der Hundehaltung abgelegt werden. Vorbereitende Kurse können freiwillig belegt werden.

Der Schwerpunkt der niedersächsischen Prüfung liegt nicht auf der Überprüfung des Ausbildungsstandes des Hundes, sondern auf der Überprüfung der Sachkunde des Halters.

Hintergrund des Hundeführerscheins ist das neue Hundegesetz, das die niedersächsische Landesregierung im Mai 2011 verabschiedet hat. Neben dem Hundeführerschein gab es zwei weitere Änderungen, die bereits seit Juli 2011 gelten. Jeder Hundehalter braucht seitdem eine Haftpflichtversicherung und einen Kennzeichnungschip für sein Tier.

Die genauen Kosten für Hundeführerschein sind noch nicht bekannt. Ein vergleichbarer D.O.Q.-Test kostet 134,50 Euro. Mehr Informationen unter

   

   http://bit.ly/13xhzj0


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/stadt-oldenburg 
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