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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Flinke Forscher am Experimentiertisch

01.08.2016

Oldenburg Chromatographie was? Schwefelsulfid wie? Die Forschungssprache der Erwachsenen hört sich ja immer sehr schlau an. Es kann auch ganz einfach sein. Plankton kneten, Fische versenken und Bakterien zählen: Im knallgelben Forschungslabor am Hafen macht das Experimentieren Spaß.

Studenten vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg zeigen Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren, wonach Meeresforscher so den ganzen Tag forschen. Zwei Wochen steht der Container bereits am Hafen. Mikroskopieren, pipettieren, puzzeln und malen rund um das Thema Meer und seine Tiere begeistert nicht nur die jungen Entdecker.

Die Ausstellung findet im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2016/2017“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) statt. Innerhalb des Wissenschaftsjahres werden für die Zukunft wichtige Forschungsthemen in die Öffentlichkeit gebracht, in diesem Jahr das Meer. Mit der Aktion „Mein mobiles Küstenlabor“ möchte das BMBF jungen Menschen die Meeresbiologie näher bringen. Deshalb verteilt es allein in Oldenburg Hundert Jutebeutel mit Kescher und Becherlupe – ein Starterpaket für kleine Forscher sozusagen.

Warum stinkt das Watt und wie kommt der Müll ins Meer? Die Umweltforschung, mit der sich die Studenten des ICBM beschäftigen, hat viel zu bieten. „Wir sind quasi wie geschaffen dafür, bei der Aktion des BMBF mitzumachen“, sagt Organisatorin Franzi Frank. „Als Meeresinstitut wollen wir den Leuten zeigen, was wir machen. Und das ist wirklich spannend“, sagt Christina Kieserg. Beide studieren Marine- und Umweltwissenschaften.

Mithilfe von Chromatographie kann man herausfinden, was für Stoffe in einer Flüssigkeit sind, zum Beispiel in Farbe. Frank weiß, wie sie die Kinder motivieren kann: „Wollen wir ein bisschen malen?“ Gleich greifen sie nach den Filzstiften, zeichnen blaue Punkte und rote Linien auf einen Kaffeefilter. Jetzt den bemalten Kaffeefilter in ein Reagenzglas schieben und abwarten. Langsam zieht sich Wasser am Filter hoch und ein Wettlauf der Farben beginnt. „Die Farben rennen unterschiedlich weit“ erklärt Frank, „so wie Läufer bei einem Wettrennen.“ Mit dieser Methode untersuchen Biologen den Meeresboden.

Der „Lern-Container“ sieht aus wie eine sogenannte Dauermessstation, die im Wattenmeer steht. Darin misst das Institut Temperaturen von Wasser und Luft, den Salzgehalt und die Strömungsgeschwindigkeit. „Um das Meer zu beobachten“, sagt Kieserg.

In einem weiteren Experiment zeigt Frank den Kindern, warum das Watt schwarz ist. Dazu braucht es lediglich Wasser und die richtige Chemikalie. „Deswegen stinkt das Watt“, erklärt sie, „es lebt von Schwefelsulfid.“

Während dessen versenkt Kieserg bunte Papierfische in einem Aquarium: „Ratet mal, welche Fische man im Meer gar nicht sieht.“ Blau gefärbtes Wasser simuliert eine Meerestiefe von fünf Metern. Sie tippt einen der Fische an. Nichts rührt sich, jedoch nur vermeintlich. „Rot ist die Tarnfarbe im Meer. Dann sieht euch keiner“, sagt die Studentin. Zum Beispiel, wenn man als Riesenkalmar oder Seestern tief genug im Meer unterwegs ist.

Zum Schluss dürfen die Kinder Algen aus der Hunte fangen. Dafür schöpfen sie etwas Wasser in einen Becher. Mit einer Pipette saugen Jannik und Jonas Pöttker die grüne Flüssigkeit auf. Gekonnt stellt Jonas das Mikroskop scharf. „Da ist ja richtig was los“, staunt Frank. Weil den Brüdern das Experimentieren so viel Spaß gemacht hat, wollen sie vielleicht einmal das „Lernlabor Wattenmeer“ besuchen. Das ist ein Angebot des ICBM für Schulklassen.

Die letzte Gelegenheit, den Container am Hafen zu besichtigen, gibt es am Freitag und Sonnabend, 5. und 6. August, zwischen 12 und 18 Uhr. Danach geht es nach Wilhelmshaven, zu den Würmern, Schnecken und Muscheln. „Das wird noch einmal richtig spannend“, freut sich Frank.

Nina Janssen
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
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