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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Freundschaft trotzt weltpolitischen Krisen

06.05.2017

Oldenburg /Nowosibirsk 4600 Kilometer liegen zwischen Oldenburg und Nowosibirsk. Gefühlt ist die Distanz zu den sibirischen Weiten jenseits des Urals für viele Oldenburger noch größer. Nicht für Hans Kaminski. Der emeritierte Professor für Ökonomische Bildung an der Carl von Ossietzky Universität und Direktor des dortigen An-Instituts für Ökonomische Bildung unterhält enge Beziehungen zu Nowosibirsk.

Über die weiten Entfernungen, Sprachbarrieren und Kulturunterschiede hinweg, arbeitet Kaminskis Institut eng mit der Universität der Stadt zusammen. Jüngstes Projekt: ein Lehrbuch für ökonomische Bildung, das in Schulklassen 7 bis 9 der Stadt und Region genutzt wird. Ein deutsch-russisches Autorenteam habe die Texte entwickelt. „Unser Ziel ist es, jungen Menschen ein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu geben“, betont der 76-Jährige. Kernelement sind Grundkenntnisse in der Sozialen Marktwirtschaft – für Kaminski ein Pfeiler der ökonomischen Bildung.

Aktuell arbeitet das Institut mit den Partnern in Nowosibirsk an der Digitalisierung der Lerninhalte. „Wir wollen neue Formate zur Förderung von Lernprozessen für junge Leute nutzbar machen“, fasst Kaminski das Ziel zusammen – ein Ziel, das auch etlichen Schulen in Deutschland gut zu Gesicht stehen würde.

Reise Ende Mai

In Nowosibirsk, einer Stadt mit 1,6 Millionen Einwohnern, stoßen die Angebote aus dem fernen Oldenburg auf interessierte, offene Ohren; gerade jetzt und ungeachtet der politischen Großwetterlage. „Wir hören immer wieder von unseren Partnern die Bitte, die Zusammenarbeit fortzusetzen“, berichtet Kaminski, der Ende vergangenen Jahres die Region bereist hat und sich Ende Mai erneut in Nowosibirsk aufhält. Das was in den vergangenen 20 Jahren mühsam aufgebaut worden sei, dürfe jetzt nicht verloren gehen, warnten seine Gesprächspartner, berichtet Kaminski. Der Wirtschaftsprofessor misst internationalen Beziehungen eine zentrale Rolle zu: Sie seien nicht nur für Forschung und Wissenschaft produktiv, sondern für das bessere Verständnis von Kultur und anderen Lebensbereichen zwingend nötig.

Sibirien, eine einsame Region weitab vom Schuss, rückständig und arm? Der Wirtschaftsprofessor räumt mit Vorurteilen, die ihm bei westlichen Gesprächspartnern gern begegnen, gründlich auf. Die Universität von Nowosibirsk sei nicht nur eines der wissenschaftlichen Zentren Russlands. Auch international spiele die Akademgorodok („Akademisches Städtchen“) – so heißt der 1957 errichtete Stadtteil von Nowosibirsk – in der Ersten Liga. Das Internet und moderne Kommunikationsmittel seien sowohl in der Stadt als auch in der Region Nowosibirsk weit verbreitet. Das Netz sei zum Teil schneller und engmaschiger als in manchen Teilen Deutschlands.

Anfänge 1989

Die Zusammenarbeit läuft so gut, dass Kaminski eine Ausweitung über Nowosibirsk angestoßen hat. Auch Schulen der Region Krasnojarsk – ein Gebiet so groß wie Deutschland – sollen von der Oldenburger Initiative profitieren.

Die Anfänge der Zusammenarbeit gehen auf 1989 zurück. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches habe die Universität Oldenburg, ebenso wie viele andere Städte und Universitäten, Kontakte nach Russland und zu den früheren Trabantenstaaten aufgenommen.

„Ich war damals Vize-Präsident der Universität, und Delegationsreisen fielen in meinen Bereich“, berichtet der Emeritus. Die Besuche seien auf sehr fruchtbaren Boden gefallen. „Hans, was du machts, das brauchen wir!“, hätten seine russischen Gesprächspartner bekundet. In zahlreichen Besuchen und Gegenbesuchen sei die Zusammenarbeit intensiviert worden.

Russisch spreche er nicht, bekennt Kaminski, „aber verstehen kann ich nach den vielen Jahren einiges“. Die Kommunikation läuft über Dolmetscher und über russischsprachige Mitarbeiter in Oldenburg – so wie Sulfia Weustenfeld, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin des IÖB. Die gebürtige Tartarin hat einen Ostfriesen geheiratet und lebt seit einigen Jahren in Oldenburg. Auch diese Beziehung zeigt, wie nahe sich Oldenburg und Nowosibirsk gekommen sind.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
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Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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