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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Halbe Sachen im Ganztagsbereich

16.03.2017

Oldenburg Einen schweren Stand hatte die Stadtverwaltung am Dienstagabend im Schulausschuss: Rund 80 Interessierte – vorwiegend Mitarbeiter der Träger der freien Jugendhilfe sowie Eltern und Lehrkräfte aus Grundschulen – drängten sich in die Aula der Paulus-Schule, um Neues zu den geplanten Änderungen im Ganztagsschulbereich zu erfahren.

Wie berichtet, will die Stadt die „trilateralen“ Verträge zwischen ihr, den Schulen und den Jugendhilfe-Trägern nicht über das Schuljahr 2017/2018 hinaus fortführen. Hintergrund ist nach Angaben der Verwaltung ein Veto der Landesschulbehörde, die das konzeptionelle und inhaltliche Mitwirken von Mitarbeitern der Jugendhilfe-Träger untersagt hat. Durch die Abkehr vom bisherigen Dreier-Modell sehen die schulischen Kooperationspartner – in Oldenburg sind dies der Kindertagesstätten- und Beratungsverband (KiB), der Verein für Kinder sowie das DRK – 200 Stellen als gefährdet an.

Ausbau bleibt Ziel

Angesichts des Unverständnisses unter Betroffenen, das bereits in der Einwohnerfragestunde zum Ausdruck kam, war die Stadtverwaltung bemüht, die Wogen zu glätten. „Wir haben kein fertiges Konzept“, sagte Schulamtsleiter Matthias Welp. Der Ausbau des Ganztagsangebotes an Grundschulen sei weiter das Ziel, betonte Schuldezernentin Dagmar Sachse. „Von diesem Pfad weichen wir nicht ab.“ Welp verwies auf einen Sitzungsmarathon, in dem nach Lösungen gesucht werden soll. Eine Arbeitsgruppe mit den Schulen tage am 16. März, am 21. März sei ein „Abstimmungsgespräch“ mit Jugendhilfe-Trägern geplant. Am 27. März werde in großer Runde mit Schulen, Jugendhilfe-Trägern und Fachämtern Zwischenbericht erstattet, am 4. April dann der Schulausschuss über Ergebnisse informiert.

Deutlich wurden in der Sitzung am Dienstagabend die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Verwaltung und freien Trägern. Während Welp und Sachse die Vorgaben des Landes dafür verantwortlich machten, dass die Ganztagskonzeption neu überdacht werden müsse, verwies KiB-Vorstand Eltje Jahnke darauf, dass die bisherige Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit vom Kultusministerium genehmigt worden sei und es „nie Einwände der Landesschulbehörde“ gegeben habe. Welps Beispiel für die „zwei Systeme“ an Schulen („Schulen und Jugendhilfe-Träger haben jeweils ein Memory-Spiel“) ließ Jahnke nicht gelten: „Das ist falsch.“

Tabula rasa befürchtet

Welps Einschätzung, bis zum Sommer 2018 werde sich an den Schulen nichts verändern, teilte Schulelternratsvorsitzender Arne Kaiser nicht: „In wenigen Wochen wird Tabula rasa gemacht.“

Eltje Jahnke befürchtet, dass sich viele der Fachkräfte, die mindestens 20 Stunden in der Woche beschäftigt sind, schon vor dem 1. August 2018 anderweitig bewerben werden. Sie stimmte Schuldezernentin Dagmar Sachse zu, dass mit Blick auf die lange Liste der Grundschulen, die noch zu Ganztagsschulen umgewandelt werden sollen, künftig sogar mehr Personal benötigt werden wird. „Allerdings werden das dann bei Arbeitsverträgen mit vier bis zwölf Stunden pro Woche keine Fachkräfte mehr sein“, unkte Jahnke.

In Reihen der Politik blieben Fragezeichen: Die Gründe seien nicht nachvollziehbar, befanden Esther Niewerth-Baumann (CDU) und Roland Zielke (FDP) unisono. Die CDU-Fraktionschefin argwöhnte finanzielle Gründe für die Wende, was die Schuldezernentin verneinte: „Die erste Frage ist nicht das Geld“, so Sachse. Manfred Klöpper (Linke) kündigte einen Antrag an, die Entscheidung um ein Schuljahr hinauszuschieben, um einen vernünftigen Umgang mit den betroffenen Mitarbeitern zu gewährleisten. Ausschussvorsitzender Bernhard Ellberg (SPD) sprach von einer „misslichen Lage“.

Grit Bornemann, die als Leiterin der Grundschule Donnerschwee in der Ganztagsbetreuung mit dem Verein für Kinder zusammenarbeitet, schilderte das pädagogische Dilemma aus ihrer Sicht: „Um gemeinsam ein Haus zu gestalten, müssen wir miteinander sprechen. Das ist so nicht möglich.“ Sie hofft auf Klärung durch das Kultusministerium.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
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Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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