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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Grundschüler Helfen Flüchtlingen: So geht kindliche Willkommenskultur

15.07.2015

Kreyenbrück „Chinesisch ist schon etwas schwerer, aber sonst verstehen wir uns ganz gut“, sagt Leonie. Die Zehnjährige hat gerade ihr mehrsprachiges Vorlesebuch „Otto – die kleine Spinne“ zugeklappt und schaut dann kurz um die Ecke, wie es ihrer Freundin Chayenne beim Kartenspiel wohl ergehen mag. Offenbar deutlich besser als ihren jüngeren Gegenspielern, die sich ein bisschen über die nächste Pleite ärgern. „Doof!“, ruft da einer der Jungs aus. Nun ja, Schimpfwörter sollen sie hier eigentlich nicht lernen. Aber gemeinsame Lesungen, Karten- und Dominospiele helfen ihnen allemal dabei, die deutsche Sprache leichter zu begreifen und sie zu verwenden.

Chayenne besucht die Klasse 4a der Grundschule Klingenbergstraße. Und ebenda ließ sie auch ihre Idee reifen, Flüchtlingskindern zu helfen, ihnen das Ankommen und Zurechtfinden in Deutschland zu erleichtern. Schnell hatte sie auch ihre Freundinnen und Mitschülerinnen Carla, Leonie und Mia dafür begeistert – aber auch Claudia Theis, Lehrerin der Sprachlernklasse an der Grundschule Kreyenbrück.

Denn ursprünglich sollte das Projekt in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umgesetzt werden, doch wegen organisatorischer Probleme sind die jungen Damen nun in Theis’ Klasse aktiv, wo der Fluchtstatus nicht allein im Vordergrund steht. Ukrainisch, Kurdisch, Pakistanisch, Albanisch, Persisch, Slowakisch, Polnisch – und Chinesisch. Reichlich Sprachenwirrwarr, mit dem die Viertklässlerinnen zurecht kommen müssen. Oder vielmehr: bestens zurecht kommen. Denn „Amtssprache“ hier ist Deutsch – und das lässt sich mit Händen, Blicken auf Augenhöhe und wortwörtlich spielerisch wohl am besten vermitteln.

Jeden Montag in der dritten und vierten Stunde machen sich die Mädchen seit über einem Monat eigenständig auf den Weg von ihrer Schule, die sie toll in der Projektarbeit unterstützt, in eine der beiden Sprachlernklassen. Dort kümmern sie sich geduldig, rührend und ohne Vorurteile um die Kleingruppen. Und nicht nur das. Dank eines Antrags bei „Jugend hilft!“ hatten sie sich 650 Euro für den Anschub ihres Projekts gesichert, von dem Geld sofort mehrsprachige Bücher, Spiele, Schreibmaterialien und einschlägige Grundschullehrwerke gekauft. Mit denen arbeiten sie nun hier. Und haben dafür mehr als einmal jede Menge Applaus der so unterstützten Kinder und herzliche Empfänge erhalten.

Lehrerin Claudia Theis findet das Engagement der Gäste „großartig“, wie sie sagt. Und denen gefällt es auch: „Wir lernen ja selbst dadurch“, sagt Initiatorin Chayenne, „auch wenn ich jetzt gar nicht weiß, welche Sprachen ich da eigentlich lerne – es ist ja alles total gemischt...“

Nach den Sommerferien besuchen die vier Viertklässlerinnen dann weiterführende Schulen, Leonie zieht zudem fort. Fortsetzen wollen sie ihr Projekt eigentlich alle – fraglich bleibt, ob und wie sie es dann noch dürfen und können. Ganz egal, diese Erfahrung nimmt ihnen keiner mehr. Und auch nicht „ihren“ Sprachlernschülern.

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Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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