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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Große Kunst aus kleinen Händen

27.03.2019

Krusenbusch Sie haben was Bleibendes geschaffen. Etwas, das an sie erinnern wird, auch wenn sie längst nicht mehr zur Grundschule gehen. „Ein Glasbaum für Krusenbusch“ heißt das Projekt, an dem schon seit dem Schuljahresbeginn in der Schule am Dießelweg gearbeitet wird. Kinder der zweiten und dritten Klassen waren daran beteiligt – zusammen mit einem „echten Künstler“, wie sie stolz sagen; mit Gerhard Schmidt (Glasatelier GAOS). Der 85-Jährige gab das Vorbild, der Entwurf einer Achtjährigen setzte sich durch.

Fünf Meter hoch und drei Meter breit ist das Gemeinschaftswerk. Der Glasbaum wird an die Fassade des Neubaus angebracht – und an diesem Freitag gefeiert, mit einem Sponsorenlauf und einem Baumfest von 15 bis 17 Uhr. Aber das ist ja noch Zukunftsmusik.

Erstmal Bürokratie

Und so fing alles an. Die Idee, die große weiße Fläche mit einem Glaskunstwerk zu schmücken, hatte Gerhard Schmidt bereits vor den Sommerferien in einer Dienstbesprechung vorgestellt. Das Kollegium war begeistert. „Das Projekt sollte im neuen Schuljahr starten“, erzählt Konrektorin Maren Cramer-Freede, die die Leitung übernahm. Vor der Kunst stand dann erst einmal die bürokratische Vorarbeit. Formulare ausfüllen, Sicherheitsfragen klären. Dabei half ein Ingenieurbüro. Und die Kosten? Rund 8000 Euro mussten aufgebracht werden. Da halfen auch viele mit; kleine Firmen aus dem Stadtteil, aber auch die LzO-Stiftung und die EWE-Stiftung. Der Förderverein der Schule, der Bürgerverein Krusenbusch und die Kirchengemeinde engagierten sich ebenso wie das Kulturbüro der Stadt.

Für die Kunst aber, waren die Kinder zuständig. Im November ging’s damit los. Gerhard Schmidt und die Klassen 2a und 2c sowie 3a und 3b lernten sich erst einmal kennen – und die Kinder auch noch den Werkstoff Glas. Bisher war das für sie ein unheimliches Material. Weil: An dem kann man sich schneiden. Und es kann leicht kaputt gehen. „Pass’ mit dem Glas auf. Das hatten die Kinder bis dahin oft gehört. Und nun sollten sie damit arbeiten? Wie spannend“, erzählt Maren Cramer-Freede.

Profi Gerhard Schmidt nahm dem Nachwuchs schnell alle Befürchtungen, etwas falsch zu machen. Mit einem eingefärbten Entwurf des Glasbaumes war er zur Schule gekommen. Dort wurde man sich einig, die Kinder die Farbgebung mitbestimmen zu lassen. „Erst dadurch ist eine echte Beteiligung entstanden“, betont Schmidt.

Den Kinder sei „eine Freiheit in Grenzen“ gegeben worden, erklärt er. Sie seien nicht nur an das Gerüst des Baumes gebunden gewesen, sondern auch an Vorgaben wie: maximal zwei Farben auf einer Fläche, keine Neonfarben, etwas muss schraffiert sein, der Baum soll ein Thema haben. Im Kunstunterricht von Maren Cramer-Freede und Ursula Malpricht wurden die Kinder auf diese Aufgabe vorbereitet. Farbenlehre und Maltechniken, aber auch Fantasie- und Ruheübungen gehörten dazu.

Alle hatten die Wahl

Am Ende lagen zwölf Entwürfe auf Papier zur Auswahl vor: drei von jeder Klasse. Eine Woche lang hingen die Zeichnungen in der Aula zur Abstimmung aus. Somit war die ganze Schule an der Entscheidung beteiligt. Die 247 Stimmzettel wurden schließlich von den Klassen 2a und 2c ausgewertet. Das Ergebnis stellten sie professionell dar: in einer Tabelle und einem Balkendiagramm. Klarer Sieger war der Entwurf Nummer 9, der Baum mit dem Titel „Die magische Natur“, entworfen von Malva aus der Klasse 2a.

Während „Die Metaller“ aus Oldenburg den Baumrahmen lieferten und alles für die Befestigung an der Fassade vorbereiteten, gingen die Glaskünstler ans Werk. Die zwölf Schüler, deren Entwürfe in die Auswahl gekommen waren, arbeiteten an den einzelnen Teilen des Baumes. „Zu Beginn durften aber alle Kinder ein Glasstück bemalen“, berichtet die Konrektorin. Die Neugier war geweckt. Später guckten die Klassen öfter im Kunstraum nach, ob der Glasbaum wächst.

Das Thema „Baum“ spielt schon das ganze Schuljahr über eine große Rolle in Krusenbusch. „Was bedeutet der Baum für den Menschen, ist eine Frage, mit der wir uns beschäftigt haben“, erzählt Ursula Malpricht. Dabei sei es um den Baum als Sauerstoffspender gegangen. Aber auch um den Müll im Unterholz. „Und als wir mal einen Baum umarmt haben, wurden die Kinder ganz sentimental und nachdenklich.“

Anpacken hieß es auch im Kunstraum. Aus 20 Glasscheiben in der Größe von 160 mal 60 Zentimeter schnitt Gerhard Schmidt die Teile des Baums. Die 75 Glasflächen wurden dann von der Kinderkünstlergruppe bemalt – mit einer Farbe aus Glaspulver, die mit einer Flüssigkeit angesetzt wird. „Das Übertragen auf das große Stück haben sie spielend gemeistert“, schwärmt der Fachmann. Jede Fläche musste in doppelter Ausführung gefertigt werden, da die Teile nach dem Bemalen übereinander gelegt und im Ofen verschmolzen werden. Jede fertige Glasscheibe ist acht Millimeter dick.

Gerhard Schmidt empfindet die Arbeit mit den Krusenbuschern als „Verjüngungskur“. Es sei ein Freude für ihn gewesen zu sehen, wie aus den Anfängen etwas gewachsen ist. Und die Kinder? „Sie haben eine wichtige Rolle gespielt. So eine Arbeit stärkt sie“, sagen die Lehrerinnen.

Ein starkes Stück Kunst für Krusenbusch ist entstanden. Später können die heutigen Schulkinder dann zu ihren eigenen Kindern sagen: Guck’ mal, die Ecke da habe ich bemalt.“ Die Erinnerung bleibt.

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Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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