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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Leidenschaft lehren nach allen Regeln der Kunst

01.02.2014

Oldenburg „Kalt? Ich kenne Winter mit minus 50 Grad.“ Die kleine, blonde Frau öffnet die Tür. Drinnen ist es warm und hell. Auf dem Holzboden stehen stirnrunzelnde Köpfe mit riesigen Knollennasen, Schlappohren und breiten Mäulern. Aus Ton. „Daran arbeiten meine Schüler grad’ – Blumentöpfe und Schuhe“, sagt sie.

50 kreative Kinder, Studenten, Hausfrauen, Beamte und Rentner unterrichtet Natalia Gebertsbauer in ihrer Kunstschule. Sieben Tage die Woche – rechnet sie die Workshops mit. Seit 1995 lebt die gebürtige Russin in Deutschland. Dass sie weiter lehren wollte, war der Diplom Kunstpädagogin von Anfang an klar: „Das ist mein Leben – zu sehen, wie meine Schüler besser werden, wie Bilder und Objekte entstehen. Davon tanke ich all meine Kraft“, sagt die 42-Jährige. Begonnen hat sie das Unterrichten in Oldenburg im heimischen Wohnzimmer. Doch das war bald zu eng für all die Nachfragen. Mittlerweile hat sie in der Lambertistraße mehr Platz für Leinwände, Staffeleien, Farbtöpfe, Zeichenblöcke und Ideen.

In der ersten schwierigen Zeit im Ausland, als sie noch kein Wort Deutsch konnte, habe sie gelaubt, mit etwas anderem Geld verdienen zu müssen. Dann aber sei ihr klar geworden, nur das gut machen zu können, woran ihr Herz hängt. Inzwischen nennt sie Oldenburg ihre Heimat. Der schönste Ort: „Die Amalienbrücke – da ist alles in Bewegung – die Menschen, das Wasser, die Schiffe und Autos. Wie im Leben“, sagt Natalia Gebertsbauer.

In den seltenen Stunden ihrer Freizeit zieht sie mit Staffelei oder Skizzenblock durch die Stadt, manchmal an die Nordsee zum Zeichnen und Malen. „Die alten Villen um den Schlossgarten gefallen mir“, sagt sie. In Kasachstan hat sie klassische Malerei studiert: altmeisterliche Kunst – wie im Mittelalter – ist ihr Spezialgebiet. Ganz oben im Regal ihres Büros steht ein Ölgemälde von Jesus – der ist von der 17-jährigen Natalia Gebertsbauer. Ringsherum reihen sich Bildbände von Künstlern jeder Epoche. Einen Liebling hat die 42-Jährige nicht. In ihren Unterricht fließen alle Stile mit ein.

Auf die Frage, was sie selbst gern für ein Kunstwerk wäre, hat die Oldenburgerin eine schnelle Antwort: „Keins. Ich möchte in den Köpfen und Erinnerungen der Menschen leben – nicht als Statue“. Auf Leinwand ist sie dennoch verewigt – von einem befreundeten Maler aus der Ukraine. Mit Visionen und Träumen experimentiert Natalia Gebertsbauer nicht: „Alles muss realistisch bleiben“, sagt die Künstlerin, „ich will einfach, dass diese warme Atmosphäre hier bleibt und meine Schüler sich wohlfühlen.“ Heimweh habe sie selten, manchmal fehlt ihr die Familie. Ganz sicher aber nicht das Wetter.


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Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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