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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Vortrag: Lernerfolg hängt stark von Lehrerpersönlichkeit ab

14.11.2013

Oldenburg Der Neuseeländer John Hattie hat vor vier Jahren eine Riesenstudie vorgelegt – ihr deutscher Titel: „Lernen sichtbar machen“. Es geht um die Kriterien für erfolgreiches Lernen in der Schule, als Auswertung von zahllosen Einzel- und Metaanalysen aus dem englischsprachigen Raum. Ihr Übersetzer: der Oldenburger Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Zierer.

Der stand nun am Montagabend vor über 260 angehenden Lehrern und vielen anderen Interessierten in der Aula der BBS Wechloy, um zu zeigen, wo man aus dieser Studie Honig saugen kann – und wo nicht. Eingeladen hatten ihn das Studienseminar für BBS und das Oldenburger Fortbildungszentrum OFZ.

Die Antwort kurz gefasst: „Wenn es um einen objektiven Zugang zu der Frage geht: Was ist effektive Schule, wie kann ich Lernen optimieren und Lernleistungen erhöhen, ist Hattie eine Fundgrube“, sagte Zierer. „Was fehlt, ist das Subjektive, die Achtung auf Interessen und Bedürfnisse und die Frage: Was ist eine freudvolle Schule?“

Als Negativbeispiel berichtete Zierer von seinen jüngsten Schulbesuchen in Shanghai: „Das ist ,drilling and killing’, Superleistungen, aber kein Leben und keine Leidenschaft, in diese Schulen will keiner von Ihnen gehen“. Shanghai habe die höchste Selbstmordrate von Grundschülern. Zierer: „Mir als Humanist ist wichtig: Schule muss erfüllte Lebenszeit sein und Freude bereiten. Sie ist mehr als Optimierung und Effektivität.“

Auf der anderen Seite biete Hattie viele Impulse, um innerhalb dieser Pole zu Verbesserungen des Unterrichtserfolgs zu kommen.

Einer der zentralen Begriffe sei die „Evidenzbasierung“, bei der es um die Frage gehe: „Wie wirksam bin ich als Lehrer; habe ich das, was ich wollte, erreicht?“ Wichtiger Punkt sei eine Feedback-Kultur: Hat der Schüler den Inhalt verstanden, konnte er mit den Medien arbeiten, hat er das Lernziel erreicht? Auch ein sehr offener Austausch der Lehrer über ihren Unterricht, die Probleme und Erfolge, könne zu einem großen Gewinn führen. Damit täten sich aber viele noch schwer.

Einige als wichtig eingeschätzte Faktoren wirkten weniger stark als gedacht. Dies gelte etwa für die Fachkompetenz, wenn die didaktische und pädagogische Kompetenz gleichzeitig schwach seien: „Eine hohe Fachkompetenz hat keinen Effekt auf die Lernleistung, wenn man die Sprache der Schüler nicht spricht und keine Beziehung zu ihnen aufbauen kann.“ Hier müsse sich die universitäre Ausbildung hinterfragen lassen.

Überschätzt würden auch Hausaufgaben in der Grundschule. Da sie aber an weiterführenden Schulen einen größeren Effekt hätten, sei es zumindest gut, schon mal „das Hausaufgaben machen zu lernen, auch Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl“.

Die Vorerfahrungen des Lernenden, die stark mit dem Elternhaus zusammenhingen, seien eine wichtige Größe für den Lernerfolg. Hattie habe gezeigt, „dass Kinder, die häufig viel fernsehen, schlechtere Leistungen haben“, was ebenfalls mit dem häuslichen Umfeld zusammenhänge.

Zur Inklusion gebe es nur sehr wenige und dazu alte Studien. Die Wissenschaft stehe hier am Anfang: „Da müssen wir schon jetzt über etwas reden, was wir noch gar nicht genau erforscht haben.“

Völlig überbewertet seien im Blick auf den Lernerfolg „die Strukturdebatten“. Das liege auch daran, dass Ganztags- und Gesamtschulen stark von bildungsnahen Schichten genutzt würden.

Worauf es dagegen massiv ankomme, seien die Lehrpersonen selbst. Viele Dinge seien nicht zu ändern (wie Intelligenz oder Elternjob), wohl aber „der Unterricht und meine Persönlichkeit“.

Die Lehrperson müsse „eher als Regisseur denn als Moderator auftreten und sich klar sein über ihre Ziele, Inhalte, Methoden und Medien“. Es gehe um eine Lehrer-Schüler-Beziehung, die fordern dürfe, aber auch eine Atmosphäre der Geborgenheit und des Fehler-machen-dürfens schaffe. Dazu gehörten der Dialog mit den Schülern, Offenheit und die Bereitschaft, selbst Lernende zu bleiben.

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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