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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Plädoyer für stabile Schulstruktur

07.06.2018

Oldenburg Die Gutachten für die Entwicklung der Oldenburger Schullandschaft für Grundschulen und für weiterführende Schulen stehen – zusammen etwa 400 Seiten stark. Entstanden sind sie mit einer Beteiligung von Vertretern von Schulleitungen, Lehrkräften, Eltern, Schülern, Stadt und Politik, wie sie „deutschlandweit sehr besonders ist“, sagte der Gutachter Dr. Heinfried Habeck am Dienstag im Schulausschuss. Habeck fasste die Gutachten, die einstimmig zur Kenntnis genommen wurden, noch einmal in ihren zentralen Empfehlungen zusammen. Über die einzelnen Empfehlungen will die Politik dann aber in den kommenden Monaten erst noch beraten und abstimmen.

Die zentralen Empfehlungen nach Schulformen:

Grundschulen

Habeck empfiehlt, alle Grundschulen in der Stadt weiterhin zu erhalten, auch einzügige Grundschulen. Für den neuen Stadtteil Fliegerhorst wäre eine neue Grundschule zu gründen. Empfohlen wird für die Planbarkeit auch, eine Zügigkeit für alle Grundschulen festzulegen und die Schulbezirke zu erhalten, im besonderen Fall aber auch mal anzupassen.

kommentar

Nicht

zündeln!

Als die Politik der Verwaltung den Auftrag gab, einen Schulentwicklungsplan zu erstellen, gab es dafür vermutlich unterschiedliche Motive – von einer besseren Planbarkeit bis zu einem Hebel für strukturelle Veränderungen.

Gerade für das letztere Motiv steht Gutachter Dr. Heinfried Habeck mit seiner Analyse, Prognosen und Empfehlungen aber nicht bereit. Im Gegenteil: Habeck, der inzwischen einen besseren Überblick über alle Oldenburger Schulen hat als jeder andere, sagt: „Finger weg von strukturellen Veränderungen!“ Die – von ihm mitgetragene und von den Zahlen gestützte – Botschaft der Schulen laute eher: „Wir haben jetzt eine gemeinsame Basis und einen guten Schulfrieden. Lasst uns in der Schulstruktur in Ruhe, und stärkt uns stattdessen im System!“ Wer meint, den Hebel jetzt trotzdem ansetzen zu müssen, um die bestehende Schulstruktur aufzubrechen und etwa eine vierte IGS zu fordern, weil es im Bereich der mittleren und schwächeren Leistungsgruppen insgesamt 125 Ablehnungen gegeben hat, gefährdet die attraktive Zusammensetzung der bestehenden IGSen, er dünnt die Oberschulen weiter aus, und er bereitet im Ergebnis den Boden für ein sechstes städtisches Gymnasium. Zumal die Gymnasien, die ihren Schülerinnen und Schülern nun auch wieder 13 Jahre Zeit geben, einen der bisherigen Vorteile der IGSen ausgeglichen haben. Das zeigt sich schon jetzt am Rückgang der Anmeldungen aus der Leistungsgruppe 1 (stärkste Schüler) an den Gesamtschulen. Also: Finger weg von solchen Ideen – und alle Kraft und Weisheit für eine Stärkung des bestehenden Systems.

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Förderschulen

Das Gutachten empfiehlt – neben dem auch vom Land vorgesehenen Erhalt der Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Körperliche und motorische Entwicklung, Sprache, Geistige Entwicklung und Emotionale und soziale Entwicklung – den „Erhalt der besonderen, wertvollen Angebote der Förderschule Lernen – unabhängig von der Schulform und räumlichen Zuordnung“. Will heißen: Auch wenn die Förderschule Lernen nach dem Willen der politischen Mehrheit in Oldenburg vorzeitig ausläuft, sollten die besonderen Qualitäten dieser Schule – etwa die Arbeit in den Schülerfirmen und Werkstätten – auch gewährleistet werden, wenn die künftigen Förderschüler dann eine Schule wie die Oberschule oder die IGS besuchen. Habeck: „Das sind vorbildliche Angebote, die weiter vorgehalten werden müssen.“

Oberschulen

Den Oberschulen bescheinigte Habeck im Schulausschuss „eine hervorragende Arbeit“. Damit die Schulform sich „in Ruhe entwickeln kann, braucht sie Stärkung“, so der Gutachter. Hier müsse die Politik aktiv werden.

Insgesamt sollten die Oberschulen „nicht zu klein und nicht zu groß sein“, so Habeck – was auch im Sinne der von der Stadt gewünschten Dreizügigkeit aller vier städtischen Oberschulen interpretiert werden könnte.

Gesamtschulen

Die drei Oldenburger Gesamtschulen sind „besonders ausgestattet“, sehr beliebt und die besondere Zusammensetzung ihrer Schüler als Abbild der normalen Zusammensetzung der Leistungsgruppen an den Grundschulen „ein hohes Gut, das es so nur in Oldenburg gibt, das unterstützt und erhalten werden muss“.

Gymnasien

Auch die sechs städtischen Gymnasien sollten erhalten werden. Der anhaltende und sich eher noch verstärkende Ansturm spreche für sich. Nötig seien aber einige Veränderungen und Erweiterungen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Hier sei – wie in den Oberschulen – zu wenig passiert.

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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Förderschule Lernen | IGS

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