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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Damit das Leben mit Kindern gelingt

22.02.2019

Oldenburg Wer ein Baby erwartet, auf den prasseln viele Eindrücke ein. Pure Freude auf das, was da kommt. Unsicherheit, verschiedene Sorgen. Im schlimmsten Fall vielleicht sogar große Angst davor, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Um besonders Familien, die letzteres empfinden, schon früh abzuholen und sie zu beraten, gibt es seit 2016 in Oldenburg, Vechta und Cloppenburg das Projekt „Babylotse“. Vorbild ist ein gleichnamiges Projekt aus Hamburg.

Petra Lucassen-Kenkel ist Babylotsin in Oldenburg. Sie hat ihr Büro an der Peterstraße beim Sozialdienst katholischer Frauen und versteht sich vor allem als Netzwerkerin. „Schon bevor das Kind da ist, gilt es, einige Weichen zu stellen“, weiß die Diplom-Pädagogin und Sozialarbeiterin. Deshalb liegen die Flyer für das Babylotsen-Projekt in vielen Oldenburger Arztpraxen und Krankenhäusern aus. „Die Angestellten, vor allem in Frauenarztpraxen, werden dahingehend geschult“, erklärt Lucassen-Kenkel das Konzept. Das Ziel: „Wir wollen versuchen, die Belastung in der Schwangerschaft möglichst gering zu halten und den Frauen individuelle Beratungsangebote zu empfehlen.“ Denn nichts sei schlimmer als eine Mutter mit einem Neugeborenen, die nicht wüsste, wo sie Unterstützung bekommt. Das Babylotsen-Projekt ist kostenlos: „ Wir möchten es so unkompliziert und niederschwellig wie möglich gestalten.“ Lucassen-Kenkel betreut alle Personen, die Unterstützung benötigen – ganz unabhängig von Konfession oder Herkunft.

Wenn sich Hilfesuchende bei Petra Lucassen-Kenkel melden, hat sie immer einige Fragen im Blick: Was kann dieser Frau/Familie am meisten helfen? Gilt es, emotional zu bestärken oder braucht es handfeste Informationen bzw. Hilfe bei Formularen und Anträgen? Denn bei einem ist sich die Sozialarbeiterin sicher: „Eltern wollen immer das Beste für ihr Kind und alles richtig machen. Dabei müssen sie nur manchmal unterstützt werden.“

Spannend sei für sie im Nachhinein vor allem, ob die Hilfe angekommen sei und etwas bewirkt habe. Wie intensiv die Betreuung ist, hängt jedes Mal vom Einzelfall ab. „Manchmal ist es nur ein beratender Anruf. Da brauchen Menschen kurze Infos, zum Beispiel zu Unterhalt, Eltern- bzw. Kindergeld, Beschäftigungsverbot oder Vaterschaftsanerkennung.“ Hin und wieder sei die Betreuung jedoch auch langwieriger. Speziell bei geflüchteten Familien oder Frauen, die schlecht oder kein Deutsch sprechen, seien die Hilfsangebote vielfältig. „Ich stelle dann manchmal Kontakt her zu jemandem, der einen Sprachkurs leitet oder helfe bei Amtsgängen. Hin und wieder mache ich auch Vor-Ort-Besuche, um zu schauen, was in der bereits bestehenden Wohnung für das kommende Kind möglich gemacht werden kann“, berichtet Lucassen-Kenkel aus dem Alltag. Denn häufig, so habe sie bemerkt, würde Flüchtlingsfamilien suggeriert, dass es einem Kind nur dann gut gehe, wenn ein voll ausgestattetes Kinderzimmer und viel Schnick-Schnack zur Verfügung stünden. „Dann gehe ich zurück zu dem Punkt: Was braucht man wirklich?“, so Lucassen-Kenkel. Sie plädiert dafür, Familien das Selbstvertrauen zu geben, dass sie auf ihre eigene Intuition vertrauen können.

Speziell im Hinblick auf den immer stärker pressierenden Hebammenmangel kann die Babylotsin Anlaufstelle sein. „Es ist sehr erschreckend, was auf diesem Gebiet passiert“, findet Lucassen-Kenkel. Auch dieses Thema führe bei Schwangeren zu Stress – der dringend zu vermeiden sei. „Die Schließungen der Kliniken machen Frauen Angst. Sie wissen nicht, ob sie es rechtzeitig schaffen“, befürchtet die Diplom-Pädagogin. Eigentlich heiße es, dass Gebärende die freie Wahl einer Hebamme oder eines Krankenhauses hätten. „Haben sie aber nicht. Sie müssen einfach nur hoffen, überhaupt betreut zu werden“, findet Lucassen-Kenkel klare Worte. Auch deshalb sei es wichtig, sich schon früh zu kümmern: um Informationen, einen Kreißsaal, in dem man sich wohlfühlen kann, und eine Anlaufstelle, die den richtigen Weg lotst.

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Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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