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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Das wird neu bei den Ganztagsgrundschulen

07.12.2017

Oldenburg Die Mitglieder des Schulausschusses und des Jugendhilfeausschusses haben am Dienstag mit großer Mehrheit das neue Rahmenkonzept „Kooperative Ganztagsbildung in Oldenburger Grundschulen“ auf den Weg gebracht – bei lediglich drei Gegenstimmen, die aus dem Bereich von Eltern- und Kita-Vertretern kamen. Der Kita-Stadtelternrat lehnte das Konzept ebenfalls wegen eines befürchteten Qualitätsverlusts und einer Einschränkung der Flexibilität der Eltern ab.

Schlüssel fürBetreuung

Die Einordnung der Schulen nach der Sozialstaffel der Stadt ergibt folgende Betreuungsschlüssel für die Grundschulen (GS):

1:10 GS Kreyenbrück

1:12 GS Auf der Wunderburg, GS Bloherfelde, GS Donnerschwee, GS Drielake, GS Krusenbusch, GS Nadorst

1:14 GS Babenend, GS Bümmerstede, GS Bürgeresch, GS Dietrichsfeld, GS Heiligengeisttor, GS Klingenbergstraße, GS Ohmstede

1:16 GS Alexandersfeld, GS Etzhorn, GS Eversten (kath.), GS Haarentor, GS Harlingerstraße, GS Hermann-Ehlers-Sch., GS Hogenkamp, GS Ofenerdiek, GS Paul-Maar-Schule, GS Röwekamp, GS Staakenweg, GS Unter dem Regenbogen (kath.), GS Wallschule, GS Wechloy

Zusammengefasst

Zusammengefasst wird bei den Ganztagsgrundschulen die bisherige freie Betreuung der Schule unterstellt, die damit mehr Einfluss darauf bekommt. Die Betreuung wird verpflichtender, sie unterliegt stärker dem Zugriff der Stadt und sie kostet die Stadt deutlich weniger.

Das Konzept gilt für die bisherigen Ganztagsgrundschulen ab 2020/21, und für die, die als Ganztagsgrundschule hinzukommen, sofort – das heißt für die ersten Schulen ab August 2018. Das sind die Grundschule Etzhorn und die kath. Grundschule Harlingerstraße.

Die Folgen

Der Schulvorstand (8 bis 16 Mitglieder, an Grundschulen je zur Hälfte Lehrkräfte und Eltern) entscheidet, ob sich die Schule dem neuen Ganztags-Rahmenkonzept unterwerfen möchte. Wenn sie damit an der Reihe ist (siehe Prioritätenliste im Info-Kasten) und sich so entschließt, bedeutet das folgendes:


 Die Schulen erhalten mehr Wahlmöglichkeiten: Ganztagsbildung mit/ohne/oder in Teilen; mit primärem Kooperationspartner oder ohne, mit Bestands-Hort, mit betreutem Mittagstisch, oder weiter als verlässliche Halbtagsschule


 Es besteht ein Rechtsanspruch auf elternbeitragsfreie Teilnahme am schulischen Ganztagsangebot an bis zu fünf Tagen in der Woche.


 Wählen können die Eltern bei einer „offenen Ganztagsschule“ eine Betreuung von ein bis fünf Tagen, bei einer „teilgebundenen Ganztagsschule“ gibt es für mindestens zwei Tage eine verpflichtende Ganztagsbetreuung (plus Erweiterungsmöglichkeit), an „gebundenen Ganztagsschulen“ sind alle Tage – je nachdem, ob die Schule vier oder fünf gewählt hat – ganztags verpflichtend.

Wer als Eltern die Ganztagsbetreuung wählt, muss sie für ein ganzes Jahr durchziehen. Eltern dürfen die Kinder nicht in der gewählten Ganztagszeit abholen, wenn sich für sie mal – zum Beispiel durch Überstundenabbau oder ähnliches – die Chance dazu ergibt. Diese Zeit gilt als Pflicht-Schulzeit. Eine Reduzierung des Ein-Jahres-Zeitraums könne im Einzelfall möglich sein, hieß es am Mittwoch bei der Stadtverwaltung.


 Im Einzelnen wird es bei den Kooperativen Ganztagsgrundschulen nach dem neuen Konzept so sein, dass eine bisherige verlässliche Grundschule nun zusätzlich ein vier- oder fünftägiges Ganztagsangebot von 135 Minuten, 150 Minuten oder 180 Minuten machen kann, dazu ein ergänzendes Spätangebot von 60 oder 90 Minuten. Hinzu kommt für diese vier oder fünf Tage ein ergänzendes Ferienangebot mit maximal acht Buchungseinheiten, maximal im Umfang der Schulzeit.


 Verpflichtend anmelden für den Ganztag und auch für die Ferienbetreuung müssen die Eltern ihr Kind zwischen dem 1. Januar und dem 15. Februar. Die Anmeldung bezieht sich auf einen Zeitraum von 12 Monaten und gilt ab folgendem März.


 Die Stadt erhofft sich durch das Konzept eine Verbesserung der Chancen von weniger privilegierten Kindern sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern. Außerdem soll es die Inklusion begünstigen.


 Durch den Sparansatz des Konzepts möchte die Stadt angesichts extrem steigender Sozialkosten „auch die langfristige Finanzierbarkeit für die noch ausstehenden Ganztagsschulen sichern“.

Das Konzept führe „zu einer erheblichen Verringerung des Betriebskostenzuschusses für die Ganztagsschulen“, so die Stadt. Bei einer Teilnahme von 50,5 Prozent der Schüler am schulischen Ganztagsangebot, 9 Prozent am ergänzenden Spätangebot und 28,5 Prozent am ergänzenden Ferienangebot könne der Zuschuss von derzeit kalkulierten 9 Millionen Euro auf unter 5 Millionen Euro begrenzt werden. Zusätzlich zu den Betriebskosten müssen im Baubereich zu den bisher getätigten oder geplanten Ausgaben 33 Millionen Euro investiert werden plus 2,1 Millionen Euro für Sachkosten.

Einer der Hintergründe für die Kostenbremse beim Grundschul-Ganztag: Die Stadt ächzt unter den Folgen des intensiven Krippenausbaus, der jährlich 39 Millionen Euro Betriebskosten verschlingt. „Und diese Kosten werden weiter steigen“, so Schuldezernentin Dagmar Sachse, die mit dem neuen Konzept auch auf Landesressourcen zurückgreifen kann.

Die Kritik der Eltern

Vor allem der Ersatz des bisherigen ergänzenden Angebotes 2 (Jugendhilfeangebot) durch ein schulisches Ganztagsangebot ist umstritten. Eine Reihe von Verschlechterungen befürchtet der Kita-Stadtelternrat.


 Der Stadtelternrat spricht sich gegen verpflichtende (gebundene) Ganztagsschulen, sondern für „Offene Ganztagsschulen“ aus, vor allem in den Klassen 1 und 2 – weil dieses Modell den Eltern die Möglichkeit gebe, „individuell entsprechend des Kindes oder der Familien-Berufs-Situation zu entscheiden: Benötigt mein Kind Betreuung oder ist es in heimischer Umgebung besser aufgehoben?“.


 Eine Verschlechterung gegenüber der jetzigen Situation stelle die Betreuung am Freitag dar: hier zeichne sich ein Wegfall der späteren Betreuungsmöglichkeit ab, wenn freitags ein verkürzter schulischer Nachmittag oder gar keiner stattfinde.


 Der Kita-Stadtelternrat fordert, „dass festgelegte Abholzeiten aus dem Rahmenvertrag genommen werden“. Den Trägern und Schulen solle die Möglichkeit gegeben werden, „auch interne Regelungen mit den Eltern zum Wohle des einzelnen Kindes zu finden“.


 Angemahnt wird ein Berechnungsmodell, das einen Elternkosten-Vergleich zwischen bisherigem Ganztagsschulkonzept bzw. Hortmodell und neuem Konzept ermöglicht, „um finanzielle Auswirkungen für Familien sichtbarer zu machen“.


 Was fehle, sei auch die Zusicherung eines Ferienplatzes für alle Ganztagsschüler, wie es bisher der Fall sei. Die Ausweich- und Notfallangebote seien keine Option, weil auch diese Plätze nicht reichten.

Ganz grundsätzlich müsse angesichts des geplanten Betreuungsschlüssels über die sich abzeichnende Qualitätsverschlechterung in der Ferienbetreuung im neuen Ganztag geredet werden.


 Es stelle sich zudem die Frage nach ausreichend Rückzugsmöglichkeiten im vorgesehenen Raumprogramm.


 Im Übrigen fehle ein Mensakonzept als Bestandteil von Ganztagsgrundschule.


 Von Eltern kritisiert wurde bei der Debatte um das Konzept im Schulausschuss (Jugendhilfeausschuss für einige überraschend nur zu diesem Punkt dazugeladen), dass die Abbildung des individuellen Interesses der Kinder nicht einfacher, sondern schwieriger werde. Flexibilität und Familiensinn würden stärker leiden als beim bisherigen, weniger verpflichtenden Jugendhilfeangebot, das aber auch verlässlich gewesen sei. Nun gelte ein flexible Handhabung als Ordnungswidrigkeit.


 Eltje Jahnke als Vertreterin der freien Jugendhilfe spitzte ihre grundlegende Kritik an dem neuen Konzept am Ende der Debatte noch einmal zu: „Mir stellt sich die Frage: Welche Qualität brauchen Kinder? Würde ich mein Kind in solch einen fünftägigen Ganztag geben? 10- bis 14-jährige Kinder vielleicht, aber für die 5- bis 9-Jährigen würde ich das nicht wollen. Diese Kinder sind zum Teil von 8 bis 17 Uhr in der Schule. Und wie gut sind die Fachkräfte?“

Die Änderungsanträge

Voraussichtlich gute Chancen bei der Abstimmung über das Konzept im Rat, das insgesamt fraglos durchgehen wird, haben einige Änderungsanträge: der Antrag der Grünen, der eine bessere Ferienbetreuung von 1:12 für alle Schulen anstrebt (Kreyenbrück weiter 1:10), statt der vorgesehenen Betreuung nach Sozialstaffel wie im sonstigen Grundschul-Ganztag – also je nach Schule 1:12, 1:14 oder 1:16. Gute Chancen hat auch der Antrag der CDU, der neun statt acht Wochen Ferienbetreuung will, also bis zu neun Buchungspakete: 2 ganze Wochen Osterferien, 4 ganze Wochen, in den Sommerferien, 2 ganze Wochen in den Herbstferien und 5 Tage flexibel je Standort“. Außerdem soll am Ende jeden Jahres eine Bilanz gezogen und über Verbesserungsmöglichkeiten gesprochen werden.

kommentar

In Trickkiste

gegriffen

Die Liste der Kritikpunkte bei diesem wichtigen Komplex der Beschulung der Erst- bis Viertklässler ist ellenlang. Doch der Oberbürgermeister möchte das Thema vom Tisch haben. Deshalb hat man bei der Behandlung im Schulausschuss in die Trickkiste gegriffen und den wegen seiner vielen Externen in dieser Sache als sperriger eingeschätzten Jugendhilfeausschuss ein Stück weit ausmanövriert, indem man ihn de facto nur beigeordnet hat. So konnte eine „drohende“ Vertagung verhindert werden. Das ist schlechter Stil und hat weitere inhaltliche Arbeit abgeschnitten.

Inhaltlich ist das Konzept ein Kompromiss zwischen finanziellem Können und pädagogischem Wollen. Wer den Kritikern aus dem Schulbereich zuhört, darf davon ausgehen, dass die pädagogische Komponente noch weiter leiden wird.

Viele Eltern haben leider nicht die Wahl, sagen selbst Kita-Leiterinnen und fordern für das neue Konzept mehr Qualität. Alles, was die Bedürfnisse eines Kindes in seinen bunt durcheinander gewürfelten Schulklassen und Schulen im Blick behält, ist unbedingt zu unterstützen.

Spätestens angesichts der Entwicklung muss sich aber jeder, der die Wahl hat, – gerade bei jüngeren Kindern – mal daran erinnern, wie er oder sie damals den eigenen Schulschluss herbeigesehnt hat. Das Leben außerhalb der Grundschule sollte, wo möglich, ausgekostet werden können. Das fördert persönliche Entwicklung und Individualität klar mehr als eine Betreuung von 32 Kindern durch zwei Kräfte. Insofern ist es gut, dass fast alle bisherigen Ganztagsgrundschulen die „offene“ Variante gewählt und damit den Eltern größtmögliche Freiheit gelassen haben.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
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Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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