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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Bildung

Schnippeln, bis die Finger wund sind

02.07.2018

Oldenburg Es kommt auf die inneren Werte an: auch bei Gemüse. Ob die Möhre nun krumm ist, die Zwiebel knubbelig und die Kartoffel unrund. Das hat doch letztlich nichts mit deren Geschmack zu. Da ja aber bekanntlich das Auge mit isst, kann man das krumme Gemüse doch einfach so verarbeiten, dass es nicht nur lecker ist, sondern auch noch gut aussieht. Und genau das ist am Samstag bei der „Schippeldisko“ passiert.

Zum vierten Mal fand diese ehrenamtlich organisierte Aktion in Oldenburg statt, die ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen soll, statt. Auf dem Innenhof der Kulturetage wurden gespendete Lebensmittel von fleißigen Helfern zerkleinert und für alle etwa 250 Gäste zum kostenlosen Verzehr angeboten. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung wandern 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr in Deutschland in den Müll. Um diese Zahlen zu verringern, wurde bei der Schnippeldisco auf unterhaltsame Weise über den Umgang mit Nahrungsmitteln aufgeklärt.

700 Kilo Essensspenden

Koordinatorin Annkathrin Eilermann (27) berichtet, dass schon am Vorabend 700 Kilo an Essensspenden zusammengekommen waren. Mit Koordinatorin Lena Haverkamp (29) und ganz vielen weiteren Helfern hatte sie schon Monate vorher bei Supermärkten, Bauernhöfen und Wochenmärkten angefragt, ob sie die Aktion mit Spenden unterstützen wollten. „Es war viel Telefoniererei, aber es hat sich gelohnt! Nicht ein Markt hat uns abgesagt“, sagte Lena begeistert. „Es ist eigentlich viel zu schade, dass die Schnippeldisko nur ein Mal im Jahr stattfindet. An allen anderen Tagen, wird weiterhin noch essbare Ware weggeschmissen.“

Jeder Gast konnte sich beim Schnippeln beteiligen, oder sich einfach nur gut unterhalten und bekochen lassen. Sein Geschirr musste jeder aber selber spülen.

„Das funktioniert alles reibungslos“, sagt Ferdinand Wesselly (60), professioneller Koch der Veranstaltung. „Ich koche halt gerne, und wenn ich so viele zufriedene Gesichter sehe, ist es mir den Spaß allemal wert. Es ist wirklich eine Glanzleistung des Organisationsteams, hier so eine tolle Stimmung zu zaubern.“

Für gute Laune und Ausgelassenheit sorgten nicht nur die strukturierte Planung und der wolkenlose Himmel, sondern auch das „Improduction Improtheater“. Mit ihren Stücken, die erst vor dem Zuschauer entstanden, brachten sie die Gäste zum Schmunzeln. Musikalische Unterstützung bot die Irish Folk Band „Dánacht“. „Dieses Mal haben wir viel Glück mit dem Wetter. Die Leute genießen es, hier zu sein, der DJ ist super, wir haben einen tollen Smoothie-Stand, und ganz besonders gut gefällt mir die Kinderaktion dieses Jahr“, schwärmte Annkathrin.

Das Regionale Umweltbildungszentrum Hollen unterhielt die Kinder mit ihrer Aktion „Wirf mich nicht weg“. Die Kinder wurden zu Lebensmittel-Detektiven und retteten Obst, Gemüse und Brote. Dafür verdiente sich die Organisation dieses Jahr den Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung in der Kategorie Gesellschaft und Bildung.

Menschen jeden Alters waren auf dem sommerlichen Fest vertreten. Die Hauptaltersgruppe bildeten allerdings die 20- bis 30-Jährigen, wie Anna Fiesinger (24), Isabelle Bause (22) und Alice Samuels (27). Ihnen gefielen das Miteinander und natürlich das Essen am Besten. „Die Musik ist großartig, und wir genießen es, hier entspannt draußen zu sitzen und zu quatschen“, sind sich alle drei einig.

Mitmachgedanke wichtig

Schnippeldiskos entstanden aus der Slowfood-Jugendbewegung. Diese Gruppe formierte sich 2007 erstmals in Mexiko, um lokale und regionale Lebensmittelsysteme in Einklang mit Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit zu bringen. Der Gedanke kam bei den Gästen der Oldenburger Schnippeldisko gut an. Michael Olsen (58) war fasziniert von den vielen freiwilligen Helfern: „Es macht einfach Spaß, wenn man etwas zusammen tut. Der Mitmachgedanke ist für mich das wichtigste.“ Auch seine Freundin Frauke Engelmann (60) freute sich über die fröhliche Atmosphäre. „Hier herrscht eine Offenheit, das finde ich ganz wunderbar. Gott sei Dank gibt es noch so eine legale Nische in unserer konstruierten Gesellschaft.“

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